Auf nach Krampenburg: Minigolf und Inselfeeling

Fast wie Urlaub: Auf dem Weg von Grünau nach Schmöckwitz kommt man an malerischen Häusern und Strandbuchten vorbei. Und könnte sogar mit einer Fähre auf die andere Seite der Dahme übersetzen. Vom Startpunkt, dem S-Bahnhof Grünau, geht es rechts am Imbiss-Bistro „Palme“ vorbei auf der Büxensteinallee durch ein kleines Waldstück bis hin zur Regattastraße. Große Empfehlung: sich in der Konditorei „Anett“ mit Kuchen und Eis aus eigener Herstellung stärken. Rechts führt die Regattastraße an verwinkelten Gebäuden und Rudervereinen vorbei. Zur Linken liegt die historische Regattastrecke, wo schon bei den Olympischen Spielen 1936 Wettbewerbe stattfanden.
Hinter dem imposanten, allerdings sehr maroden ehemaligen Funkhaus Grünau, Baujahr 1930, beginnt das langgezogene Areal des Wald- und Strandbades Grünau. Das Strandbad, mit Eröffnungsjahr 1908 eines der ältesten Familienbäder Berlins, wird seit 2019 bei laufendem Betrieb von einem neuen Pächter umgebaut. Bis zum Beginn der Sommersaison kann man hier derzeit an den Wochenenden Zeit am Strand oder beim Minigolfen verbringen. Für Kinder gibt es zudem einen Indoor-Spielplatz. Einige hundert Meter weiter wird die Regattastraße zur Strandpromenade. Von hier aus folgen wir dem Weg unmittelbar am Ufer der Dahme, vorbei an der sogenannten Bammelecke inklusive FKK-Strand. Hier läuft es sich sehr schön: mit weitem Blick über das Wasser, auf dem einige Hausboote schippern, und dem Duft der umliegenden Fichten in der Nase.

Hinter der Bucht kommen wir über die Sportpromenade in den Ortsteil Richtershorn. Um nah am Wasser zu bleiben, biegen wir im nächsten Ortsteil Karolinenhof in die Rehfeldtstraße ab, die in die Rohrwallallee übergeht. Am Ende der Allee beginnt der Wald. Über den unbefestigten Pfad, der sich leicht nach links schlängelt, lassen wir Boots- und Anglergrundstücken links liegen. In der Windwallstraße kommen wir zum Geheimtipp der Route: die Anlegestelle der BVG-Fähre F12. Mit dieser kann man mit regulärem Öffi-Ticket rüber auf die Halbinsel Krampenburg schippern.
Diesseits der Dahme geht es also weiter auf der Straße Zum Seeblick rechts ab bis zum Adlergestell – mit 11,9 Kilometern Berlins längste Straße. Auf linker Hand liegt unser Ziel: Schmöckwitz. Ein hübscher Ort, der mit Dahme und Seddiner See von drei Seiten von Wasser umgeben ist. Über die Wernsdorfer Straße kommt man zur Brücke, auf der man einen letzten weiten Blick auf den Seddiner See hat. Zum Abschluss nehmen wir die Tram 68 zurück zum S-Bahnhof Grünau.
Grünau und Schmöckwitz: Tour-Infos
Routenplaner Start am S-Bahnhof Grünau, über Regattastraße, Sportpromenade und durch Karolinenhof bis hin zur Tramhaltestelle (Linie 68) Alt-Schmöckwitz.
Länge & Dauer 9,25 km, etwa 3 Stunden.
Essen & Trinken Ristorante Pizzeria Villa Toscana, Adlergestell 785, Schmöckwitz, täglich 11–23 Uhr, mehr Infos hier. Das italienische Restaurant bietet neben Pizza- und Pasta-Klassikern Gerichte wie Schnecken oder Risotto mit Filetspitzen an.
Kultur-Stopp Strandbad Grünau, Sportpromenade 9, Grünau. Spielespaß und Erholung für Kinder und Erwachsene.
Fun-Fact Woher der Ausdruck „Bammelecke“ stammt, darüber ist man sich hier nicht einig. Zwei gängige Varianten verweisen einerseits auf die Sorge, mit dem Boot an den Sandbänken „bammeln“ (hängen) zu bleiben und andererseits auf den „Bammel“ der Wassersportler: innen vor Wettkämpfen.