Uferurlaub: 15 Sommerausflüge zu Berlins Gewässern

Kraulen im Grunewald

Die Seen des Grunewalds sind alle durch Wasserwege miteinander verbunden – perfekt für einen ausführlichen Spaziergang. Gestartet unten am Schlachtensee, folgt man dem Wolfsschluchtkanal zur Krummen Lanke. Nördlich davon geht es parallel zum Fenngraben am Riemeisterfenn vorbei zum Grunewaldsee (ca. 7,5 Kilometer). Sportskanonen können die Seen aber auch durchkraulen (4,5 Kilometer Schwimmstrecke). Den sumpfigen Riemeisterfenn sollte man aber auslassen und maximal den Hund durchschicken. (LUZE)
HINKOMMEN Schlachtensee, mit der S7 oder S1 bis Nikolassee
Tegeler Fließtempo

Der Steg ist das Ziel. Eichwerder Steg heißt ein anmutiger Holzweg zwischen Lübars und Hermsdorf im artenreichen Feuchtgebiet des Tegeler Fließes, wo wir nur zu gern im entspannten Schritttempo versumpfen. Eines von mehreren Zielen im Tegeler Fließtal. Hin und weg: Ob man nun beschauliche Moorwiesen umrundet, zwischen Hermsdorfer und Ziegeleisee (mit Strandbad) Meter macht oder über eine Wasserbüffelherde in Landschaftspflegertätigkeit staunt. Natur ahoi! (RIK)
HINKOMMEN S1 bis Hermsdorf
Unsere Havel

Die Berliner Identität ist schon immer im Fluss gewesen – buchstäblich. Wie man einer Fahrt über die Havel den Pulsschlag und die Geschichte der Stadt fühlen kann, lest ihr hier.
HINKOMMEN S1, S7 bis Wannsee, S3, S9, U7, Regionalbahn bis Bahnhof Spandau, X34 bis Alt-Gatow, U6 bis U Alt-Tegel
Coole Wuhle

Einst zum tristen Abwasserkanal degradiert, hat die Wuhle seit Mitte der 2000er eine bemerkenswerte Verwandlung hingelegt – die Stadt Berlin hat das Gewässer tief im Osten durch eine Renaturierung mittlerweile zu einem lebenswerten Biotop aufgewertet. Der Ufer-Spaziergang beginnt in Ahrensfelde, hier lest ihr den Text über die Wuhle-Tour.
HINKOMMEN Wuhletal-Wanderweg, Ahrensfelde, S7/RB25 Ahrensfelde
Erpedankfest

Nur 20 Minuten ab Ostkreuz entfernt erreicht man Friedrichshagen, eine Gegend, in die es viele Berliner eher selten verschlägt. Umso schöner die ersten Schritte.
Steigt man aus der S-Bahn, findet man sich sogleich im schmucken Kurpark wieder. Am Freiluftkino und dem Tennisclub vorbei, ein kurzes Stück durch eine Kleingartenanlage, und schon steht man am Ufer der Erpe, oder des Neuenhagener Mühlenfließes, wie der insgesamt 32 Kilometer lange Nebenarm der Spree heißt.
Es geht links herum, in Richtung Hirschgarten. Ah, ländliches Idyll in der großen Stadt, möchte man ausrufen! Das Flüsschen gleicht eher einem Bach, doch der erste Abschnitt ist ein naturbelassener Uferpfad von großer Schönheit, die eher nach Brandenburg gehört. Tatsächlich sind wir zu Beginn der Tour durchs Erpetal nicht weit weg von der Stadtgrenze – hier lest ihr mehr.
HINKOMMEN Köpenick, S3 Friedrichshagen
Landwehrkanalleben

Die Admiralbrücke ist ein guter Startpunkt für den Uferspaziergang. Eigentlich könnte man hier auch direkt wieder aufhören zu spazieren und einfach ein bisschen verweilen. Gastro gibt es schließlich genug. Und einen Späti für alle, die sich lieber mit einem Getränk auf den Brückenboden setzen. Ein Stück weiter entlang am Ufer, das gefühlt alle zwei Meter mit Einkehrmöglichkeiten gesäumt ist, landet man an der Ecke Kottbusser Damm bei der Ankerklause – und entdeckt noch viel mehr vom Leben am Landwehrkanal.
HINKOMMEN U-Bahnhof Schönleinstraße oder Kottbusser Tor
Danke, Panke

Wie schmal, wie leise, wie verletzlich dieses Gewässer ist, das sieht man am besten im Nordosten Berlins. Dort, im Schlosspark Buch, angelegt im 17. Jahrhundert zum Vergnügen eines Gutsherrn namens Gerhard Bernhard von Pölnitz, fließt die Panke in Gestalt eines Bachs durch die Forstlandschaft. An dieser Stelle findet der Strom ins Stadtgebiet. Der Ursprung der Panke liegt in den Mooren im Barnimer Land, von dort windet sie sich durch Bernau und Zepernick. Theodor Fontane, Kurt Tucholsky und Wolf Biermann haben über dieses Flüsschen gedichtet. An der Panke siedelten Slawen im frühen Mittelalter, später deutsche Bauern. Als Lebensader ist die Panke in der Entstehungsgeschichte der Stadt fast so bedeutend wie die Spree.
HINKOMMEN Mit der S2 zum Start der Tour nach Berlin-Buch
Alt wie ein Bullengraben

Mit seinem stolzen Alter von 14 Jahrhunderten ist der Bullengraben einer der ältesten Wassergräben im Berliner Urstromtal. Er beginnt im alten Dorfkern von Staaken und mündet nördlich von Spandau in der Havel. Heute ist der Graben ein schmaler, aber langer (4,5 Kilometer) Grünzug, der seinen ursprünglichen Zweck – die Entwässerung der Felder – komplett verloren hat. Aber wer eine chillige Radstrecke zu schätzen weiß, kommt hier richtig ins Rollen. (LK)
HINKOMMEN Bus M32, von der Haltestelle Schulstraße nach Osten gehen oder am entgegenen Ende vom Ziegelhof Richtung Westen wandern
Kreuzberger Wasserspiele

Die Natur einfach Natur sein lassen – damit kommen die Menschen nicht klar. Also wurde Schinkels Nationaldenkmal für die Befreiungskriege im Kreuzberger Viktoriapark am Ende des 19. Jahrhunderts um einen 24 Meter hohen Kaskaden-Wasserfall in einer felsigen Gebirgslandschaft ergänzt, Vorbild war der Hainfall im Riesengebirge. Steile Wege, wild-romantische Plätze am Wasser und sensationelle Blickachsen – tolle Sache, diese Naturinstallation. (SD)
HINKOMMEN Viktoriapark, Kreuzberg, U6 Platz der Luftbrücke, U6/U7 Mehringdamm
Spreewasser und Wein

In der Mitte entspringt ein Fluss. Aber natürlich ist der Fluss hier an der Insel der Jugend schon gut 350 Kilometer alt. Und dennoch, zwischen Plänterwald, Rummelsburger Bucht und Elsenbrücke findet die Spree zu ihrer Bestimmung. Sie ist eine Unterhaltungskünstlerin. Und das schon seit 200 Jahren, als im Plänterwald noch kochendes Wasser verkauft wurde. Den Text über einen Sommertag am Spreeufer lest ihr hier.
HINKOMMEN S-Bahnhof Treptower Park
Verehrte Dahme

Hakenschlagende Trampelpfade und supersandige Badebuchten. Ein Schmetterlingshorst, ein Sportinternat und ein Drehbuch von Bertolt Brecht: Ein Tag an der Dahme kann einen Urlaub in Skandinavien ersetzen.
HINKOMMEN Mit der S-Bahn zum Bahhof Grünau/Wassersportallee (Westufer) oder der Tram bis Haltestelle Müggelbergallee (Ostufer)
Der Phantom-Strom der Stadt

Dieses Gewässer gibt es (mit Ausnahme des Engelbeckens) nicht mehr, doch es hat sich tief ins Gesicht Berlins eingegraben. Einen Blick auf die Geschichte des Luisenstädtischen Kanals werfen wir hier.
HINKOMMEN Vom U-Bahnhof Prinzenstraße aus erreicht man den Ex-Kanal in wenigen Minuten
Am Kanal, der Havel und Spree verbindet

Der Spandauer Schifffahrts-, ehemals Hohenzollernkanal, verbindet Havel und Spree miteinander. Auf zwölf Kilometern Länge finden sich hier viele abgeschiedene Flecken. In die Kulturgeschichte eingeschrieben hat Wolfgang Herrndorf die historische Wasserstraße: „Jeden Morgen ist der Kanal von Salomon van Ruysdael gemalt“, schreibt er in „Arbeit und Struktur“. Am Ufer findet sich ein kleines Kreuz zur Erinnerung an den Schriftsteller, der sich hier im August vor 13 Jahren das Leben genommen hat. (LK)
HINKOMMEN S3, S5, S7, S9, M5, M8, M10, U5 bis S+U Berlin Hauptbahnhof, U9 bis U Westhafen oder U Amrumer Straße, Linie 136 von S+U Rathaus Spandau in Richtung Aalemannufer bis zur Haltestelle Kanalstraße oder Südpark
Der Teltowkanal bündelt Berlin

Der Teltowkanal ist eine 38 Kilometer lange Wasserstraße, die durch den Süden Berlin verläuft, erbaut zwischen 1900 und 1906 von insgesamt 2.500 Arbeitern auf Initiative des Landrates Ernst von Stubenrauch. Die Fließgeschwindigkeit beträgt atemberaubende zehn Zentimeter pro Sekunde. Fakt ist leider auch: Will man den ganzen Kanal abwandern oder -paddeln, muss man sich zunächst auf sehr viel Langeweile gefasst machen; erst im westlichen Teil wird es schön. Und genau diesen Teil des Teltowkanals zeigen wir euch hier.
HINKOMMEN Bester Startpunkt ist die Haltestelle Bäkestr. des M85
Der Heidekampgraben entführt auf eine Zeitreise

DDR-Relikte am Wasser: Den Heidekampgraben erlebt man am besten bei einem Spaziergang durch den Treptower Park. Der charmante Fußmarsch beginnt auf der Nordseite des Karpfenteichs, die versteckten Grünflächen rund um den Weiher eignen sich hervorragend für ein sommerliches Picknick. Entlang des Gewässers führen schattige Wege vorbei am ebenso martialischen wie eindrucksvollen Sowjetischen Ehrenmal bis hin zum Sommerblumengarten. Auf dem ehemaligen Schauplatz von DDR-Gartenkunst blühen aktuell Rosenranken und das Blaue Beet. Der Graben mündet schließlich direkt neben dem Zenner-Haus in die Spree. Im Biergarten der geschichtsträchtigen Berliner Institution winken Pommes und kühle Getränke bei Sonnenuntergang. (CSK)