Ein Tag am Potsdamer Platz: Kultur, Geschichte und die besten Restaurants

Berlin ist chaotisch? Nicht am Potsdamer Platz. Und das, obwohl der Ort im Herzen der Stadt liegt, an der so aufgeregten Potsdamer Straße. Hier findet man alles, was die Hauptstadt ausmacht auf kleinem Raum: das vielfältige kulinarische und kulturelle Angebot, die moderne Architektur, die Verweise auf die wechselvolle Geschichte – und das alles ohne Lärm und Hektik. Das gesamte Quartier ist verkehrsberuhigt, die Autos parken unter der Erde, die Wege gehören allein den Spaziergängern, Bäume säumen die Straßen.
Kulinarisches Berlin am Potsdamer Platz
Beginnen wir am Vormittag. Ganz ungestört sitzt man vor dem Café The Barn in der Sonne, trinkt einen Cappuccino dieser gefeierten Kaffeepioniere und sieht den Menschen beim Vorbeigehen zu. Ganz nebenbei versteht man, warum die 2010 in Berlin gegründete Rösterei zu den besten der Welt zählt und sich messen kann mit italienischen, französischen und österreichischen Kaffee-Kennern.
Doch nicht nur im The Barn zeigt sich am Potsdamer Platz die kulinarische Entwicklung Berlins hin zu Spitzenprodukten mit innovativen Ideen. Hier findet man auch Brammibal’s Donuts, den ersten veganen Donut-Shop in ganz Europa, sowie die ikonischen Smash-Burger von Goldies.

Und die Sterneküche darf natürlich am Potsdamer Platz nicht fehlen. Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Gourmetrestaurant Facil im Mandala Hotel feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen, der zenbuddhistisch anmutende Gastraum gehört zu den wunderbarsten Oasen der Stadt.
Doch von der Sterneküche wieder zurück zum Street-Food: Ganz trubelig und lässig geht es im Manifesto Market in The Playce zu, Europas größtem Food Hub mit 14 Restaurants und einer Bar. Auch im Manifesto sind viele Stände von Gastronomen dabei, die in Berlin Kult-Status besitzen, zum Beispiel Chen’s Beef Noodle House. Und wer für den Abend noch eine spektakuläre Bar sucht: unbedingt zu The Alchemist gehen. Wie der Barname schon suggeriert, erinnern die Drinks mit ihren aus den Gläsern heraufwabernden Nebeln an Chemieexperimente – natürlich nur vom Look her. Sie sind wirklich very instagrammable.
Erlebnisse, Entertainment und Show-Highlights
Den ganzen Tag über bietet der Potsdamer Platz eine Vielzahl von Veranstaltungen. Wobei besonders für das Gemeinschaftsgefühl – sei es nun eine Gruppe von Freunden oder die Familie – jede Menge toller Erlebnisse zur Auswahl stehen. Die Arcade-Spielhalle „Gamestate“ bietet unter anderem Mario Kart, Pac-Man und Airhockey. Lane7 hat eine der coolsten Bowlingbahnen Berlins, außerdem Darts, Minigolf und Karaoke. Das Upside Down ist ein interaktives Social-Media-Museum, wo Besucher Selfies in Installationen machen können, bei denen die Freunde zu Hause ihren Augen nicht trauen werden.

Am Abend erwacht das Kulturleben am Potsdamer Platz. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bucht die Karten für die zahlreichen Highlights am besten vorab. Was sich auf jeden Fall für die Shows des Cirque du Soleil empfiehlt, der im Theater am Potsdamer Platz seine erste permanente Residenz in ganz Europa bezogen hat. Wie immer laden die kanadischen Zirkus-Magier zu einer fantastischen Reise mit atemberaubender Akrobatik ein. Die aktuelle Show „ALIZÉ“ nimmt die Besucher mit ins Unsichtbare. Auch für die Musicals im BlueMax Theater Berlin ist es ratsam, sich vorher die Tickets zu besorgen. Beim CinemaxX Kino und auch im PUNCH L!NE Club Berlin mit internationaler Stand-up Comedy haben dagegen auch Spontangäste eine Chance auf ein Ticket.
Sehenswürdigkeiten
Von oben betrachtet, entfaltet Berlin einen ganz eigenen Zauber. Richtig hoch hinaus geht es am Potsdamer Platz vom Panoramapunkt aus, einer Aussichtsplattform mit einer 360-Grad-Perspektive auf die Stadt. Neben dem fantastischen Fernblick auf Fernsehturm, Funkturm und die alte Abhöranlage auf dem Teufelsberg sieht man von hier aus auch, zu welchen Sehenswürdigkeiten es vom Potsdamer Platz aus gar nicht weit ist: Das Brandenburger Tor, der Reichstag, der Checkpoint Charlie, die Philharmonie und auch verschiedene Museen wie die Neue Nationalgalerie und die Gemäldegalerie sind zu Fuß schnell zu erreichen. Ebenso der Große Tiergarten, Berlins zentrale grüne Lunge, ehemaliges Jagdrevier der Kurfürsten von Brandenburg. Die Parkanlage ist größer als der Londoner Hyde Park und bietet durch den Baumbestand auch wesentlich mehr Schatten.

Der Potsdamer Platz liegt nicht nur im Zentrum Berlins, er ist auch ein zentraler historischer Ort. Hier ging im Jahr 1924 die erste Verkehrsampel Europas in Betrieb, um das Chaos am verkehrsreichsten Knotenpunkt des Kontinents zu ordnen. Eine originalgetreue Nachbildung der historischen Ampel ragt heute in der Nähe der S-Bahn-Eingänge empor. Sie dürfte bei so manchen Betrachtern die Vorstellung beflügeln, wie hier in den wilden und Goldenen 1920er Jahren das Leben tobte, befeuert von den spektakulären Shows, den Tanzkapellen und den Bierlokalen im Vergnügungspalast Haus Vaterland, der am Platz die Nacht zum Tage machte.
Später verlief die Mauer quer über den Potsdamer Platz, den genauen Verlauf markiert heute eine im Boden eingelassene doppelte Kopfsteinpflaster-Reihe. Heute erinnern sechs einzelne Mauer-Segmente als Denkmal an die Teilung der Stadt. Nach dem gesellschaftlichen Umbruch begann in den 1990er Jahren die Bebauung des Areals, für die so bedeutende Architekten wie David Chipperfield, Renzo Piano und Richard Rogers gewonnen werden konnten. Sie haben bis in die frühen Nullerjahre hinein den modernen Potsdamer Platz erschaffen, wie wir ihn heute erleben. In dieser Architektur zeigen sich, bis heute deutlich spürbar, die Euphorie und der Aufbruchsgeist der Nachwendejahre. Hier entstanden Hochhäuser, hier wurde für die Zukunft gebaut.

Ein einziges Haus aus der Vorkriegszeit hat überlebt, das 1912 fertiggestellte Haus Huth, wo heute das Café The Barn, von dem anfangs schon die Rede war, seine Spezialitäten serviert. Ja, der Potsdamer Platz mit seiner wechselvollen Geschichte, seiner städtebaulichen Gestaltung, seinem Lebensgefühl, bündelt Berlins Lebensgefühl an einem einzigen, eng umrissenen, zentralen Ort. Und ob es von diesem großartigen Ausgangspunkt zur Arcade in The Playce zum gemeinsamen Spielen, auf eine Architektur-Tour oder doch zum Brandenburger Tor geht – alles ist möglich.
Auf einen Blick: Fragen und Antworten zum Potsdamer Platz
Wie komme ich zum Potsdamer Platz?
Viele Wege führen an den Potsdamer Platz. Wer mit dem Auto anreist, nutzt die ausgeschilderte öffentliche Tiefgarage. Mit dem Öffentlichen Nahverkehr hat man die Auswahl: Die U-Bahn U2 hält ebenso am Potsdamer Platz wie die S-Bahn-Linien 1, 25 und 26 sowie die Regionalexpress-Linien RE3, RE4 und RE5. Die Busstation wird von den Buslinien 200, 300, M41, M48, M85 und dem Nachtbus N2 angefahren. Und vom BER-Airport aus gelangt man auf Schienen mit dem Flughafen-Express, kurz FEX, in gerade mal 19 Minuten direkt zum Potsdamer Platz.
Wann ist der Potsdamer Platz geöffnet?
Eigentlich rund um die Uhr. Aber natürlich haben die einzelnen Orte Öffnungszeiten. Das Café The Barn macht an Werktagen um 8.30 Uhr auf, am Wochenende um 9 Uhr. The Playce hat täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Die Bar The Alchemist macht am Freitag und Samstag erst um 2 Uhr nachts Schluss, Montag bis Donnerstag geht es bis Mitternacht. Es ist also sinnvoll, je nach Programm die Öffnungszeiten vorher abzuchecken.
Kann ich am Potsdamer Platz übernachten?
Ja, und zwar fantastisch: zum Beispiel im Hotel Grand Hyatt Berlin oder im Mandala Hotel. Die beiden 5-Sterne-Häuser verfügen auch über ausgedehnte Spa-Bereiche, sodass ein Besuch am Potsdamer Platz zur Wellness-Auszeit werden kann.
Ist der Potsdamer Platz teuer?
Nein, der Potsdamer Platz ist nicht teurer als andere Orte in Berlin. Jeder kann selbst entscheiden, was der Spaß kostet. Ob Streetfood oder Sterneküche, am Potsdamer Platz ist für jedes Budget etwas dabei.
Muss ich am Potsdamer Platz vorbuchen?
Wer ein kulturelles oder gastronomisches Highlight der Stadt besuchen möchte, sollte vorab reservieren oder ein Ticket kaufen. Es gibt aber immer auch Möglichkeiten, am Potsdamer Platz spontan etwas zu erleben. Dazu laden zahlreiche Entertainment-Angebote ein.
Welche Berliner Sehenswürdigkeiten sind vom Potsdamer Platz aus nur wenige Gehminuten entfernt?
Einige der wichtigsten Berliner Sehenswürdigkeiten sind vom Potsdamer Platz aus einfach zu Fuß zu erreichen. Zum ikonischen Brandenburger Tor mit dem Pariser Platz sind es 850 Meter, zum Reichstag und zum Bundeskanzleramt lediglich 500 Meter mehr. Die Neue Nationalgalerie, der Museumsbau von Mies van der Rohe, ist nur 650 Meter entfernt, zur weltberühmten Philharmonie von Hans Scharoun ist der Weg sogar noch kürzer.