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Neues AfD-Büro in Neukölln: Die Nachbarschaft wehrt sich

Die AfD hat in der Gropiusstadt ihr erstes Büro in Neukölln eröffnet. Rund 200 Menschen protestierten gegen den Einzug. Nun formiert sich weiterer Widerstand gegen die neuen Räume
Text: Marit Blossey
Veröffentlicht am: 03.09.2026
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Direkt nebenan ist die AfD eingezogen: Der Friseursalon CottonHair in der Gropiusstadt macht deutlich, was er von den neuen Nachbarn hält. © CottonHair

„Als ich gesehen habe, wer hier eingezogen ist, war mir schnell klar, dass ich Stellung beziehen will“, sagt Celina Sprenger am Telefon. Die 26-jährige Inhaberin des Friseursalons CottonHair in der Gropiusstadt hat zwischen zwei Kundenterminen nur kurz Zeit für ein Gespräch. Am vergangenen Wochenende hat die AfD in dem Ladenlokal, das sich direkt neben Celinas Salon befindet, ein neues Parteibüro eröffnet. Es ist das erste Büro der Partei im Bezirk Neukölln.

„Ich wollte auch nach außen zeigen, dass wir hier nicht alle einfach so einverstanden damit sind, dass die AfD hier Raum einnimmt“, erklärt Celina entschlossen. Noch vor der offiziellen Eröffnung des AfD-Büros am vergangenen Samstag brachte sie im Fenster ihres Friseursalons ein Plakat mit der Aufschrift „F*ck AfD“ an und teilte dies auf Instagram. Daraufhin passierten zwei Dinge: Das Wohnungsunternehmen Gropiuswohnen, das sowohl Vermieter ihres Salons als auch des AfD-Büros ist, forderte sie schriftlich dazu auf, das Plakat zu entfernen. Und: Viele andere folgten ihrem Appell zum Protest.

Das Bündnis Neukölln griff den Aufruf auf und mobilisierte für eine Gegenkundgebung. Am Samstag bei der offiziellen Eröffnung des Büros vor Ort waren daraufhin unter anderem Vertreter:innen von SPD, Grünen und Linken sowie die Omas gegen Rechts. Rund 200 Menschen kamen nach Angaben der Veranstalter:innen, um gegen den Einzug der AfD zu protestieren.

„Es hat sich wirklich gut angefühlt, zu wissen, dass man damit nicht alleine ist“, berichtet Celina Sprenger. Das Plakat mit dem „F*ck AfD“-Schriftzug hängt weiterhin in ihrem Ladenfenster.

Weitere Demo gegen das Neuköllner AfD-Büro geplant

Auch ein Anwohner, der 17-jährige Kevin, wurde durch Celinas Plakat auf den Einzug der AfD aufmerksam. Gemeinsam mit Celina will er nun eine Unterschriftenaktion starten, um weiter gegen das AfD-Büro zu protestieren. Am Telefon erklärt er: „Wir fordern Gropiuswohnen auf, zu prüfen, was rechtlich möglich ist, um die AfD dort wieder wegzubekommen.“

Kevin war früher Teil des Kinder- und Jugendparlaments in Neukölln, inzwischen ist er Mitglied der CDU. Für den Protest gegen das AfD-Büro hätten sich Vertreter:innen verschiedener Parteien trotz politischer Unterschiede zusammengeschlossen, weil man „trotz politischer Differenzen“ gemeinsam ein Zeichen gegen die AfD setzen wolle, sagt er. Die Partei wird vom Verfassungsschutz in mehreren Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Celina und Kevin teilen den Unmut und die Sorge darüber, dass die AfD ihr neues Büro in Neukölln nutzen wird, um im Bezirk weiter Raum einzunehmen. Nach Berichten einiger Anwohner:innen sollen am Wochenende der Eröffnung Personen aus dem Umfeld der AfD direkt am Büro Parolen wie „Ausländer raus“ gesungen haben; die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der Protest soll unterdessen weitergehen. Für Donnerstag, den 3. September, ist nun eine weitere Demonstration geplant – diesmal vor dem Büro von Gropiuswohnen. Unter dem Titel „Gegen rechte Strukturen in der Gropiusstadt“ soll die Kundgebung gegen das AfD-Büro und die Vermietung der Räumlichkeiten ab 15 Uhr stattfinden.


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