Zusammen läuft man weniger allein

Rund 20 Millionen Deutsche besitzen ein Paar oder gleich ein paar Laufschuhe. Und geben mindestens in statistischen Umfragen an, sich darin auch gelegentlich zu bewegen. Laufen ist damit die populärste Sportart dieses Landes. Und Laufen wird immer populärer. Laufen liegt im Trend. So sehr, dass sich manch einer, dass sich manch eine inzwischen vielleicht fragt: Warum laufe ich eigentlich?
Weil es so naheliegend ist. Vom Gehen zum Laufen ist es nur ein beschleunigter Schritt. Weil es guttut, dem Körper, aber auch dem nach einem langen Bürotag gelüfteten Kopf. Wir – das ist neben dem tipBerlin und The Berliner die Weiterbildungshochschule Quadriga – hätten da noch weitere Argumente. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr den Berlinathon ins Leben gerufen. Eine Laufserie für Menschen, denen es nicht nur ums Laufen geht. Sondern um das Miteinander, den Entdeckungshunger und, natürlich, um Berlin.
Berlinathon: Logenplätze der Laufkultur
Der Berlinathon ist mehr als nur eine Laufserie – er ist eine Einladung, mit der Stadt in Kontakt zu treten. Laufen trifft auf Kultur. Es geht darum, Berlin in Bewegung zu erleben: vorbei an kulturellen Orten und versteckten Ecken, hinein in die vielschichtigen Geschichten dieser Stadt. Es geht nicht um Bestzeiten, sondern ums Erleben. Egal, ob man neu in Berlin ist oder schon lange hier lebt und rennt. Die Läufe verbinden Kulturbegeisterte mit neuen Menschen oder bringen Sportbegeisterte hinter die Kulissen von Theater, Gastronomie oder Clubkultur.

Es gibt fünf jeweils thematische Kulturläufe, zur Theaterlandschaft etwa, zur Clubszene oder zum kulinarischen Berlin. Gut möglich, dass diese in einer Theaterinszenierung enden. Oder das uns am Streckenrand eines unserer Lieblingslokale eine Köstlichkeit reicht. Dazu kommen wöchentliche Kiez-Runs durch die Nachbarschaft, oder eben die Nachbarschaft anderer Läufer:innen. Und auch dabei geht es um mehr als nur die gelaufenen Kilometer. Es geht um die vielen kleinen Geschichten, die uns in dieser Stadt auf Schritt und Tritt verfolgen.
Der Berlinathon endet mit einem großen Finale auf dem Tempelhofer Feld. Und wer mag, der könnte an diesem 30. August dort einen von unseren Guides und Pacern begleiteten Halbmarathon oder sogar einen Marathon. Allerdings sollte man sich genügend Energie aufsparen für das gemeinsame Fest und das Kulturprogramm (Mitmachen unbedingt erwünscht), mit dem diese Berlinathon-Saison dann enden wird.
Berlinathon: Come as you are
Was der Berlinathon nicht ist: eine gezielte Marathonvorbereitung mit strengen Trainingsplänen und belehrender Besserwisserei. Was nicht heißt, dass man nach dem Berlinathon nicht auch fit für einen Marathon ist. Wie leistungsorientiert man an die Sache geht, kann nämlich jeder und jede selbst entscheiden. Der Berlinathon ist auch keine Nabelschau der Coolsten, Schnellsten und Schönsten. Natürlich kann man im hippen Oberteil dieses angesagten Pariser Laufmodelabels kommen, den Kurs des New York Marathons auf die Wade tätowiert. Ein einfaches Shirt und ein paar Sportschuhe tun es aber auch. Der Berlinathon ist eben so bunt wie diese Stadt.
Was der Berlinathon ist: Eine Laufserie für Menschen, die gerne laufen. Die aber auch noch viele andere Dinge gerne tun. Auf einer Restaurantterrasse sitzen oder im Theater. Die spätnachts aus einem Berliner Jazzclub kommen. Oder spätnachts gerade ins Berghain gehen. Der Berlinathon feiert die Laufkultur, sein Stadion ist die Kulturlandschaft Berlins.
Unser Tempo? Ist das Tempo unserer Teilnehmer:innen. Vom beschleunigten Gang bis zu einer Pace, die man als „wettkampforientiert“ bezeichnen könnte. Weshalb auch immer über verschiedene Längen (drei bis zwölf Kilometer) und in verschiedenen Tempogruppen gelaufen wird. Für alle gilt, einmal losgelaufen, fällt keiner zurück. Auch das ist ja eine Lektion, die in einer Stadt mit bald 3,9 Millionen Bewohner:innen nützlich sein kann: Ein Sache gemeinsam zu tun, mit Rücksicht aufeinander und einem Gefühl füreinander.
Berlinathon-ABC:
Viele Wege führen zum Berlinathon. Am unkompliziertesten funktioniert das Saisonticket für den ganzen, großen Spaß (155 Euro, Early-Bird-Preis bis 10.3., 99 €). Dazu gibt es ein reduziertes Ticket für laufende Paare (222 €), wobei wir hier bewusst von einer Lauf- und nicht zwingend einer Lebensgemeinschaft reden. Es gibt ein ermäßigtes Saisonticket für junge, alte und einige andere Läufer:innen. Und die verschiedenen Kulturläufe (22 €) sind auch einzeln buchbar.