Demos, Partys, Events: Das erwartet euch beim CSD

Zwei Tage Party – und Demonstration: Der Berliner CSD
Diesen Juli findet zum 48. Mal der Christopher Street Day auch in Berlin statt. Hervorgegangen aus den Stonewall-Aufständen in der New Yorker Christopher Street 1969 und dem ersten „Christopher Street Liberation Day“ im Folgejahr haben sich über die vergangenen Jahrzehnte internationale CSD-Ableger etabliert. Der Berliner CSD findet 2026 erstmalig an zwei Tagen statt. Dieses Jahr münden die Veranstaltungen des Pride-Monats im CSD-Wochenende, das am 24. Juli bei einer Kundgebung am Brandenburger Tor seinen Auftakt findet, bevor am Samstag, den 25. Juli, der große Umzug durch die Innenstadt zieht. Die Geschichte des CSD in Berlin lest ihr hier.
Protest und Pride-Paraden: Demos zum CSD 2026

Donnerstag, 23. Juli 2026
CSD auf der Spree 20 Jahre lang feiert die Regenbogenflotte schon den CSD auf der Spree: Die Boote verbinden Sightseeingtour, Demonstration und Party, während sie gemütlich übers Wasser schippern. Im Anschluss könnt ihr bei der Afterparty mit Outdoor-Rave, Glücksrad und Pop- und Techno-Lineup dabei sein. Weitere Infos und Tickets ab 15 € findet ihr hier.
Freitag, 24. Juli 2026
Community Dyke* March Am Freitag setzt der Dyke* March ein Zeichen gegen Faschismus. Demonstriert wird unter Anderem für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung, für körperliche Selbstbestimmung und Adoptionsrecht, das queere Menschen nicht diskriminiert. Jede Person, die sich als Dyke* identifiziert, ist eingeladen, teilzunehmen. Start ist um 17 Uhr am Roten Rathaus. Mehr Info hier.
CSD auf der Spree Die CSD-Bootsreihe erweitert ihr Angebot entsprechend des verlängerten CSD-Wochenendes: Auch am Freitag, den 24. Juli wird ein „CSD auf der Spree“-Boot den Hafen verlassen. Abfahrt ist um 18.30 Uhr am Hansaufer, nach etwa zwei Stunden erreicht ihr das Reichstagsufer. Von dort geht es die letzten Meter zu Fuß zum CSD am Brandenburger Tor. Tickets und weitere Infos findet ihr hier.
Bühnenprogramm beim „Demokratieabend“ Am Vorabend des Straßenumzugs ist am Brandenburger Tor der „Demokratieabend“ geplant: Politische Vorträge und Reden, Konzerte und Kunst unter dem Motto des diesjährigen CSD („Haltung ist hot“) sollen Menschen zu politischer Teilhabe ermutigen. Die Kampagne des CSD e.V. beruft sich auf die Relevanz, bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September für eine inklusive und diskriminierungsfreie Politik zu stimmen. Von 18 bis 23 Uhr werden Fabian Grischkat und Barbie Breakout den Abend durch das Bühnenprogramm leiten. Zu den Konzert-Highlights zählen M¥SS KETA , Baran Kok, Wilhelmine und Ikkimel. Weitere Infos findet ihr hier.
Samstag, 25. Juli 2026

Im Vorfeld der großen Demonstrationen zum Christopher Street Day erfolgt ab 11 Uhr ein stilles Gedenken am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.
Den Höhepunkt der Straßenumzüge und Demonstrationen zum CSD bildet die „48. Berliner CSD Berlin Pride“: Am Samstag, den 25. Juli, eröffnen zunächst Aktivist:innen und Politiker:innen um 11.30 Uhr auf Wagen 1 die Veranstaltung, anschließend folgt der Demozug. Dieser startet um 12 Uhr in der Leipziger Straße und führt wie in den vergangenen Jahren aus Mitte über Tiergarten und Schöneberg zurück Richtung Mitte zur Straße des 17. Juni. Unter dem Motto „Haltung ist Hot“ wird für Rechte und Sichtbarkeit von LGBTQIA*-Personen demonstriert. Hunderttausende Menschen werden erwartet, die ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen. Die Abschlusskundgebung zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor erreichen erste Wagen voraussichtlich ab 15.30 Uhr. Das kulturelle Programm am Brandenburger Tor erstreckt sich über acht Bühnen. Im Laufe des Tages treten dort verschiedene Musiker:innen auf, darunter Hyperpop-Star Mariybu und die gefeierte Rapperin Ebow. Unser Porträt der Berlinerin lest ihr hier. Kurz vor dem CSD-Wochenende wurde dann noch ein weiterer Star angekündigt: Sarah Connor tritt am Samstagabend auf – und verzichtet auf jegliche Gage. Sie sei eine Ikone der queeren Community, so würdigt sie der CSD-Vorstand.
Die dezidiert antikoloniale, antirassistische und antikapitalistische „Internationalist Queer Pride“ startet um 13 Uhr in der Badstraße beim S+U-Bahnhof Gesundbrunnen und verläuft bis zum Leopoldplatz.
Sonntag, 26. Juli 2026
Mit Regenbogenflagge auf dem Motorrad rollen am Sonntag Demonstrierende beim „Pride Ride Berlin“ durch die Stadt und protestieren gegen queerfeindliche Gewalt. Los geht’s um 14 Uhr am Pariser Platz, den Zielort bildet der berühmte queere Treffpunkt „Sonntagsclub“ in Prenzlauer Berg. Weitere Infos auf Instagram.
Drag* March Berlin Zum ersten Mal in Berlin findet 2026 ein offizieller Drag* March zum CSD statt. Die Demonstration orientiert sich am New Yorker Vorbild und soll die Bedeutung von Drag als kulturelle und politische Ausdrucksform sichtbar machen. Veranstaltet von den Hosts „Travestie für Deutschland“ und dem „Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz“ startet der Drag* March um 17 Uhr am U-Bahnhof Bundestag und endet gegen 18 Uhr am Brandenburger Tor. Die Route von einem Kilometer ist bewusst kurz gehalten, um einen inklusiven Zugang zu ermöglichen. Teilnehmende werden eingeladen, in Drag am Demozug teilzunehmen. „Drag saved my life“, erzählt uns Dragqueen Gaby Tupper im tipBerlin-Interview.
Informationen zu weiteren Demos, Veränderungen der Route oder Uhrzeiten findet ihr auf dieser Website.
Partys zum CSD-Wochenende

Freitag, 24. Juli 2026
„SMUDGE – Official Pride Opening Party“ Die offizielle Eröffnungsparty des Berliner CSD richtet sich besonders an FLINTA*-Personen und wird gemeinschaftlich von mehreren Berliner Queer-Kollektiven veranstaltet. Gefeiert wird ab 19 Uhr auf mehreren Floors im Ritter Butzke mit House, Techno und Pop. Ritterstr. 24–27, Kreuzberg, ab 12 €, mehr Info hier.
„Birgits CSD WEEKENDER“ Mit freiem Eintritt bis 21 Uhr startet Freitagabend die Wochenend-Party im Birgits in Kreuzberg. Gefeiert wird bis Sonntagmorgen auf In- und Outdoor-Flächen. Birgit, Schleusenufer 3, ab 13,05 €, mehr Info hier.
Samstag, 25. Juli 2026
„HOUSE OF PRIDE – Official Berlin Pride Mainparty“ Die offizielle Hauptparty des Berliner CSD gehört zu den größten Queer-Events Deutschlands. Sie findet 2026 zum fünften Mal statt. Auf sieben Floors läuft die Party über zwölf Stunden lang bis zum Sonntagmorgen. Ein Teil der Einnahmen unterstützt den Berliner CSD und Community-Projekte. „Letztendlich ist die Party eine Erweiterung der Demonstration im kulturellen Raum“ erzählt Julia Miosga aus dem Vorstand des Berliner CSD e.V im tipBerlin-Gespräch. Gefeiert wird im Ritter Butzke: Ritterstr. 24–27, Kreuzberg, Tickets kosten etwa 40 €. Weitere Infos und Tickets findet ihr hier
„LOVE ALWAYS WINS – Offizielle CSD FLINTA-Party*“ Die Party im Frannz Club in Prenzlauer Berg, organisiert vom „queer garten“-Kollektiv, richtet sich spezifisch an FLINTA*-Personen. Auf drei Floors mit Pop-, Rock- und Housemusik sowie im Biergarten soll ein Safe Space für die Nacht entstehen. Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, Tickets ab 20 € findet ihr hier.
„Beatific: CSD“ Bei der queer vinyl night im Beate Uwe erwartet euch House- und Elektromusik: Aufgelegt wird von queeren DJs, etwa spielen Bézier und BrthrMidnyt ein b2b-Set. Startzeit ist 23 Uhr. Schillingstr. 31, Mitte, mehr Info hier.
„GIRLS TOWN – Official CSD Pool Party“ Acht FLINTA*-DJs legen am Pool auf, getanzt wird unter freiem Himmel: Die GIRLS TOWN Party auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain ist Anlaufstelle für FLINTA*, die nach der Demo Lust auf eine Abkühlung haben. Die Party startet am Samstagabend im MAAYA: Revaler Str. 99, Friedrichshain, ab 17 €, mehr Info hier.
„CSD Klubnacht“ Die Pride-Edition der Berghain Klubnacht startet Samstagabend kurz vor Mitternacht und dauert bis Montagmorgen. Eingespielte Panorama-Bar-DJs wie Cormac treffen auf New Yorker Performance-Duos und Ballroom-Grooves von BASHKKA. Berghain, Am Wriezener Bahnhof 70, Friedrichshain. Mehr Info hier.
Afterparty in der Curly Bar Wer den Abend lieber in kleinerem Rahmen ausklingen lassen möchte, findet in der Curly Bar eine entspannte Afterparty im Wedding. Die Bar gehört seit Jahren zu den queeren Treffpunkten im Kiez. Curly Bar, Adolfstr. 17, Wedding, ab 20 Uhr, mehr Info hier.
Events: Queere Kunst und Kultur zum CSD

Donnerstag, 23. Juli 2026
„Queer & Klasse: Über Armut, Ausgrenzung und Solidarität“ Im Haus der Kulturen der Welt diskutieren Aktivist:innen und Expert:innen über soziale Ungleichheit innerhalb der queeren Community. Die Moderation übernimmt Autorin Miriam Davoudvandi, die kürzlich ihr Buch „Das können wir uns nicht leisten“ veröffentlichte. Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten, weitere Infos zur Veranstaltung hier.
Freitag, 24. Juli 2026
„Coming Out“ im Open-Air-Kino Das DEFA-Sommerkino beim Stadtteilzentrum Hellersdorfer Terrassen zeigt zum CSD-Wochenende einen queeren Filmklassiker aus DDR-Zeiten. „Coming Out“ von Heiner Carow dreht sich um die emotionale Selbstfindung des Lehrers Philipp (Matthias Freihof), der seinen ehemaligen Schulfreund Jakob wiedertrifft, was frühe romantische Gefühle wiedererweckt. Der Eintritt zum Sommerkino erfolgt auf Spendenbasis, es gibt etwa 50 Sitzplätze. Alte Hellersdorfer Str. 121, Hellersdorf, mehr Info bei Instagram.
„Drag Bingo – Pride Special“ Bingo in der Arcade Halle: Im Electric Social am Alexanderplatz findet einmal monatlich, natürlich auch im CSD-Monat, freitags das Drag Bingo statt. Die Bingo-Karte kostet 5 €, zu gewinnen gibt es Guthaben für die Spielhalle. Danach könnt ihr bei Pac-Man den Highscore knacken oder euch an Flipper-Automaten versuchen: Hier geht es zu unseren Lieblings-Arcades in Berlin. Electric Social, Grunerstraße 13, Mitte, mehr Info zum Drag Bingo hier.
Samstag, 25. Juli 2026
„Black & Queer Feminism Tour“ Audre Lorde und May Ayim – diese Namen haben viele Berliner:innen auf dem Schirm. Aber wer waren Ika Hügel-Marshall oder Marsha P. Johnson und was verbindet sie mit Schöneberg? Bei einem Stadtteilspaziergang lernt ihr mehr über das Vermächtnis Schwarzer und Queerer Feministinnen. Die Dekolonialen Stadtführungen leisten wertvolle Bildungs- und Aufklärungsarbeit, treffen aber auch immer wieder auf Widerstand: „Menschen sind aktuell eher gewillt, ihren Rassismus öffentlich zu zeigen“, erzählt etwa Gründerin Justice Mvemba. Die Touren zu Schwarzem und Queerem Feminismus finden im Pride-Monat mehrfach statt, am 25. Juli etwa um 11 und 14 Uhr. Treffpunkt ist der Heinrich-von-Kleist-Park, Potsdamer Straße 193, Schöneberg, weitere Details findet ihr hier.
„Aesop queer library“ Einen kleinen Ruhepol zum Innehalten bietet die Queer Library am Ku’damm: Der Aesop-Laden am Kurfürstendamm 17 verwandelt sich in eine temporäre Bibliothek. Dort können Besucher:innen Bücher von LGBTQIA+-Autor:innen lesen, ein Exemplar mitnehmen und danach wieder ins bunte Getümmel des CSD eintauchen. Laufzeit vom 22.–25.7., jeweils 12–19 Uhr. Mehr dazu lest ihr hier.
Sonntag, 26. Juli 2026
„CSD Breakfast Market“ Zum Abschluss des Pride-Wochenendes lädt die Markthalle Neun zum gemeinsamen Frühstück ein. Von 10 bis 16 Uhr erwarten euch neben den Frühstücksständen auch Stände queerer Initiativen und NGOs. Markthalle Neun, Eisenbahnstr. 42/43, Kreuzberg. Der Eintritt ist frei, weitere Infos findet ihr hier.
„Queerblick“-Führung zu Marlow Moss Im Georg Kolbe Museum widmet sich eine Ausstellung dem Werk der queeren Künstlerin Marlow Moss. Ihr Lebensweg, der heute als queer bezeichnet würde, wird im Rahmen einer Sonderführung am CSD-Wochenende beleuchtet. Unseren Text über die Marlow-Moss-Ausstellung lest ihr hier. Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25, Charlottenburg, 14 Uhr, mehr Info hier.
„Verzaubert – proud to be proud“ @ Semjon Contemporary In der Galerie Semjon Contemporary für zeitgenössische Kunst zeigt eine aktuelle, auf Fotografie fokussierte Ausstellung Werke zahlreicher queerer Künstler, darunter des deutschen Fotografen Andreas Fux. „Verzaubert“ handelt vom Begehren und der Liebe unter Männern, aber auch davon, wie demokratische Errungenschaften ins Wanken geraten. Am Sonntag, den 26. Juli, hat die Galerie anlässlich des CSD Sonderöffnungszeiten von 14–17 Uhr. Die Schau läuft bis Anfang August. Details zum Ausstellungsbesuch findet ihr hier.
„After-CSD-Cleanup“ Gemeinsam mit Freiwilligen wird die Demonstrationsstrecke nach dem CSD aufgeräumt. Treffpunkt ist am Großen Stern. Die Aktion läuft von 14 bis 17 Uhr, als Dankeschön werden Tickets für Plätze auf dem CSD-Wagen im nächsten Jahr verlost. Zur Anmeldung geht es hier.