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„JA zur EXPO 2035 Berlin“: Neue Kampagne soll Politik überzeugen

2026 ist das Jahr der offiziellen Bewerbung für eine EXPO in Berlin. Initiant:innen werben jetzt gezielt für ein „JA zur EXPO 2035 Berlin“
Text: Rosanna Tadic
Veröffentlicht am: 27.03.2026
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Das „Ja“ des Regierenden Bürgermeisters ist ein wichtiger Meilenstein des EXPO-Teams auf dem Weg zur offiziellen Bewerbung. Foto: tipBerlin © tipBerlin

„Ja“ ist wohl das Wort, das beim Launch-Event der neuen EXPO-2035-Berlin-Kampagne im Kino International am Mittwochmorgen am häufigsten fiel.

Ja – zu sauberen Kiezen. Ja – zu mehr grüner Mobilität. Ja – zu mehr miteinander. Ja – zur EXPO. „Ich bin überzeugt: Die EXPO ist gut für Berlin“, endet der Brief an Kai Wegner (CDU), den Regierenden Bürgermeister von Berlin, den alle Gäste ausgehändigt bekommen, mit Kreuzchen versehen, unterschreiben und am Ausgang in eine Sammelbox werfen. Vor dem Kino an der Karl-Marx-Allee parkt ein umfunktionierter Schienenersatzverkehrbus der BVG, er trägt das Bekenntnis des Tages deutlich zur Schau: JAAAAAAAA… zur EXPO 2035 Berlin. „Mit dem Bus fahren wir eure Briefe gleich im Anschluss zum Roten Rathaus!“, ruft Theresa Hümmer, Vorsitzende des Vereins Global Goals für Berlin e.V., der den EXPO-Plan für Berlin seit 2022 vorantreibt, vor der großen Leinwand ins Mikrofon. Der volle Saal des Premierenkinos applaudiert.

Briefe an den Bürgermeister von Berlin

Mit ihrer neuen Kampagne „JA zur EXPO 2035 Berlin“ wollen der Verein Global Goals für Berlin e.V. und die EXPO 2035 Berlin GmbH endlich das klare Ja von Berlins höchster politischer Instanz, dem Regierenden Bürgermeister, einholen. 2026 will sich Deutschland mit der Metropolregion Berlin-Brandenburg um die Ausrichtung der Weltausstellung im Jahr 2035 bewerben – eine Jahrhundertchance.

Ein Bekenntnis von Kai Wegner zur Weltausstellung in Berlin wäre ein wichtiger Schritt für eine mögliche EXPO-Bewerbung. Der Regierende Bürgermeister hatte sich Ende Januar 2026 erstmals öffentlich positiv zu den EXPO-Plänen geäußert. Für eine offizielle Kandidatur braucht es darüber hinaus die Unterstützung des Landes Berlin, des Landes Brandenburg sowie insbesondere der Bundesregierung, die die Bewerbung beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris einreichen und finanziell absichern müsste.

In den letzten Monaten ist der Rückhalt für eine EXPO innerhalb der Berliner Gesellschaft gestiegen. Global Goals für Berlin e.V. hat mittlerweile rund 100 Unternehmensmitglieder. Über 1.000 lokale nachhaltige Projekte und Unternehmen haben sich registriert und wollen die zukunftsträchtige Wandlung Berlins für und durch eine EXPO unterstützen. Einige der Unterstützer:innen werden in der aktuellen Ausgabe des Magazins EXPO 2035 Berlin vorgestellt. Interessierte können sich im Heft zudem über das detailreiche EXPO-Konzept belesen, das rund um drei mögliche Hauptgelände in der Metropolregion konzipiert und auf Basis belastbarer Kalkulationen entworfen wurde.

Partner erklären Wirkung auf ihre Branche

Eine EXPO in Berlin könne die Stadt in zentralen Zukunftsbereichen wie Mobilität, Klima und gesellschaftlichem Zusammenhalt positiv transformieren, betonen die Unterstützer:innen. Zudem könnten durch das Großevent rund 100.000 Arbeitsplätze entstehen; der Gesamtumsatz während der sechsmonatigen Weltausstellung wird auf 2,1 Milliarden Euro geschätzt. Die Zahlen stammen vom Berliner Konzeptteam der EXPO, das aus internationalen Expert:innen besteht, sowie vom unabhängigen Strategieberatungsunternehmen PwC Strategy&.

Um die konkreten Auswirkungen einer Weltausstellung 2035 für die Hauptstadt zu veranschaulichen, bat der Vorsitzende Daniel-Jan Girl zum Abschluss der Kampagnenvorstellung am Mittwoch verschiedene Vereinspartner auf die Bühne des Kino International. Unter ihnen waren Marcel Weber, geschäftsführender Vorstand der Clubcommission Berlin, sowie Wiebke Ahues, die sich zum für Berlin besonders relevanten Thema Wohnungsnot äußerte: „Die EXPO 2035 wird dazu beitragen, innovative und nachhaltige Wohnkonzepte sowie Quartiere zu schaffen, die langfristig nutzbar sind und von Beginn an im EXPO-Konzept für Berlin verankert werden“, so die Vizepräsidentin der Architektenkammer Berlin.

Auf der eigens eingerichteten Kampagnen-Website können Unterstützer:innen online ihr „Ja zur EXPO“ abgeben und einen vorformulierten Unterstützungsbrief direkt an den Regierenden Bürgermeister von Berlin senden. Im Juni 2026 erscheint zudem die nächste Ausgabe des EXPO 2035 Berlin Magazins in Kooperation mit der tipBerlin Media Group GmbH.


Mehr zum Thema

Eine EXPO 2035 in Berlin ist kein Luftschloss. Ende 2025 stellten Global Goals für Berlin e.V. und die EXPO 2035 Berlin GmbH konkrete Pläne und Hochrechnungen vor. Die vorletzte Ausgabe des EXPO 2035 Berlin Magazins könnt ihr hier lesen und herunterladen. Mehr Infos zu Global Goals für Berlin e.V. und einer geplanten EXPO 2035 in Berlin erfahrt ihr hier.

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