Sonnenfinsternis in Berlin: Hier könnt ihr das Naturspektakel bewundern

Partielle Sonnenfinsternis 2026: Sicherheit geht vor
Dieses Naturereignis kommt nur selten vor: eine partielle Sonnenfinsternis. In Berlin könnt ihr am 12. August 2026 um 20.08 Uhr den Höhepunkt beobachten. Dass der Mond sich teilweise vor die Sonne schiebt, geschieht alle paar Jahre. Eine totale Sonnenfinsternis ist hingegen sehr selten. Die letzte in Deutschland war am 11. August 1999. Wichtig bei der Sonnenfinsternis: Bitte schaut nicht direkt in Sonne, auch während einer partiellen Sonnenfinsternis kann das die Augen dauerhaft schädigen.
Wir empfehlen, zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen mit spezieller Folie zu kaufen: Diese blockieren schädliche Infrarot- und UV-Strahlung. Eine normale Sonnenbrille reicht nicht. Auch Kameras, Fernrohre und Teleskope sollten ohne geeignete Sonnenfilter nicht verwendet werden. Weil sie das Licht bündeln, erhöhen sie das Risiko sogar. Wer ohne geeignete Schutzmittel in die Sonne schaut, riskiert schon nach kürzester Zeit bleibende Schäden an der Netzhaut. Wer keine Schutzbrillen mehr gefunden hat, sollte von Improvisation absehen, rußgeschwärzte Gläser, CDs und ähnliche DIY-Methoden bieten keinen wirksamen Schutz. Weil man dabei nicht direkt in die Sonne schaut, sind Projektionsmethoden eine gute Lösung. Lochkameras projizieren das Naturschauspiel auf einen Schirm und lassen sich leicht selber bauen. Wichtige Tipps zum sicheren Umgang mit der partiellen Sonnenfinsternis 2026 bietet das Bundesamt für Strahlenschutz hier.
Gute Aussicht: Tipps zum Beobachten der Sonnenfinsternis in Berlin
Wenn ihr die richtigen Schutzbrillen besorgt habt oder die Camera Obscura bereit ist, dann gibt es viele Orte in Berlin, an denen ihr die partielle Sonnenfinsternis bestaunen könnt. Freie Sicht auf den Himmel gibt es natürlich am ehesten auf Erhebungen und in Parks mit großen Rasenflächen. Schaut euch doch um bei diesen Aussichtspunkten und -türmen, aber passt auf, dass ihr keinen erwischt, der bereits vor Beginn des Naturereignisses schließt. Wo der Sonnenuntergang in Berlin schön zu sehen ist, habt ihr sicher auch gute Sicht auf die Sonnenfinsternis. Und auf diesen Berliner Hügeln, Bergen und Erhebungen stehen die Chancen gut, dass ihr ungestört nach oben schauen könnt. Wir empfehlen folgende Orte:
Die Sonnenfinsternis erleben auf dem Tempelhofer Feld

Fahrrad fahren, Picknicken und Drachensteigen lassen: Nach einem Nachmittag auf dem Tempelhofer Feld können Besucher:innen hier auch die Sonnenfinsternis beobachten. Normalerweise ist es im Hochsommer schwer, auf dem offenen Feld die Naturschauspiele am Nachthimmel zu beobachten – oft ist es noch zu hell, wenn der Park schließt. Umso besser ist es deshalb, dass die Sonnenfinsternis schon um kurz nach sieben beginnt. Also: Sonnenfinsternis-Brille mitnehmen, einen gemütlichen Platz auf der Freifläche finden und das Spektakel beobachten.
Tempelhofer Feld Eingänge: Tempelhofer Damm, Tempelhof; Columbiadamm, Oderstraße, Neukölln
Das Panorama genießen auf dem Flakturm im Humboldthain

1942 im Nationalsozialismus erbaut, ist der Flakturm im Humboldthain eines von drei Bauwerken dieser Art in Berlin. Trotz Sprengungen durch französische Truppen ist der nördliche Teil des dazugehörigen Bunkers noch heute begehbar und kann bei einer Tour mit den Berliner Unterwelten e. V. erkundet werden. Für die Sonnenfinsternis wollen wir aber hoch hinaus. Nachdem man den Flakturm erklommen hat, können dort nicht nur tolle Sonnenuntergänge und die Aussicht über Gesundbrunnen genossen werden, man kann auch auch ganz fantastisch die Sonnenfinsternis bewundern. Am besten also bei einem Späti in der Nähe Getränke und Verpflegung mitnehmen und dann rauf auf den Turm. Nach der Sonnenfinsternis lockt der Volkspark Humboldthain mit einem abendlichen Spaziergang.
Flakturm im Humboldthain Wenige Gehminuten vom S-Bahnhof Gesundbrunnen
Im Klunkerkranich den Himmel bewundern

Der Klunkerkranich in Neukölln ist bei weitem kein Geheimtipp mehr, die Aussicht auf Berlin bleibt aber trotzdem schön. Von der Dachterasse lässt sich in den Sommermonaten der Sonnenuntergang mit einem Blick über die Dächer der Stadt genießen. Wer am Mittwoch die Sonnenfinsternis mit einem Abend in der Rooftop-Bar kombinieren möchte, sollte früh genug da sein – die Tische sind schnell weg.
Klunkerkranich Karl-Marx-Str. 66, Neukölln
In den Himmel schauen auf dem Drachenberg

Der Drachenberg ist quasi der kleine Bruder vom Teufelsberg. Auf dem liegt immerhin die ehemalige Abhörstation der Aliierten, die mittlerweile zu den beliebtesten Lost Places der Stadt gehört. Genau wie der Teufelsberg besteht auch der Drachennberg aus Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg. Durch das Drachenberg-Plateau ist das Panomara über Westberlin auf dem nur 99 Meter hohen Berg allerdings besonders schön. Ein Ausflug auf den Hügel lässt sich elegant mit einem Spaziergang durch den Grunewald oder einer Badeeinheit im Teufelssee kombinieren.
Drachenberg Fußläufig erreichbar via S-Bahnstation Heerstraße
Lange Nacht der Astronomie

Die 13. Lange Nacht der Astronomie findet am gleichen Tag wie die Sonnenfinsternis statt und lädt Bersucher:innen zu einer Entdeckungsreise durch den Sternenhimmel ein. Unter anderem stehen Führungen durch Institute und Sternwarten, 360-Grad-Fulldome-Veranstaltungen in mehreren Planetarien und Beobachtungen des Abend- und Nachthimmels an Teleskopen auf dem Programm.
Wer sich zur Sonnenfinsternis im Zeiss-Großplanetarium einfindet, kann dort den Livestream im Foyer beobachten – eine besonders augenfreundliche Möglichkeit. Die Vorräte sind begrenzt, aber ab 17 Uhr gibt das Planetarium auch kostenlose Sonnenfinsternisbrillen aus. Im Planetarium selbst werden astronomische Kurzprogramme gezeigt. Wer nach der partiellen Sonnenfinsternis noch nicht genug vom Blick in den Himmel hat, macht also direkt weiter. Ein besonderes Highlight: Während des des Perseiden-Meteorstroms werden bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde erwartet.
Zeiss-Großplanetarium Prenzlauer Allee 80, Prenzlauer Berg, mehr Infos online
Lange Nacht der Astronomie Das Programm gibt es hier
Das nächste Himmelsereignis: Am 28. August könnt ihr in Berlin eine partielle Mondfinsternis erleben