Volksbad statt Volksbühne: Das Pop-up-Freibad macht schon dicht

Die Berliner Innenstadt lockt mit einer wilkommenen Abkühlung: Im August und September lädt das Volksbad am Rosa-Luxenburg-Platz zum kostenlosen Badevergnügen. Damit möchte Matthias Lilienthal als neuer Intendant der Volksbühne ein Zeichen für kostenfreie Räume setzen und zugleich eine Einladung an die Hauptstadt aussprechen. Das Schwimmbecken vor der Volksbühne misst beeindruckende 25 Meter Länge und kann gratis und ohne Ausweis besucht werden. Im Gegensatz dazu haben viele Freibäder in Berlin eine strikte Ausweispflicht. Dem „rbb“ sagte Lilienthal Anfang Juni bei der Vorstellung der Pläne: „Die Volksbühne versteht unter theatralischen Events auch, wenn zwei Leute sich nass spritzen.“ Und erklärte außerdem, die Pläne seien Protest gegen den Verfall öffentlicher Infrastruktur.
Volksbad ist von Dienstag bis Samstag geöffnet – eigentlich
Die Eröffnung fand am 7. August statt, wenige Tage später ist der Betrieb schon wieder eingestellt. Auf der Volksbühnen-Website werden defekte Duschanlagen als Grund angeführt, am 11. und 12. August findet kein Badebetrieb statt. Für den 13. August lassen sich bereits wieder Zeitslots buchen.
Geöffnet ist das Pop-up-Freibad regulär von Dienstag bis Samstag von 12 bis 20 Uhr mit Ausnahme von Donnerstag, hier liegen die Öffnungszeiten bei 13 bis 21 Uhr. Am Montag, Sonntag und an Feiertagen herrscht kein Badebetrieb. Wichtig: Bei Unwetter werden die Öffnungszeiten angepasst, alle Infos dazu soll es dann zeitnah auf der Website geben. Vor dem Besuch muss im Webshop der Volksbühne ein kostenloses Zeitfensterticket gebucht werden, dieses ist das für zwei Stunden gültig und ermöglicht den Zugang zum Schwimmbad und Liegebereich. Auf der Volksbühnen-Website können Tickets gebucht werden, neue Slots werden immer drei Tage im Voraus online veröffentlicht. Dort erfahrt ihr auch, ob Programm ansteht, beispielsweise DJ-Sets oder Schwimmkurse.
Wer gehofft hat, in den sonst dem Ensemble vorbehaltenen Garderoben in die Badekleidung schlüpfen zu können, wird enttäuscht werden. Aber vor Ort gibt es Einzelumkleiden, Einzelduschen und WCs, zusätzlich stehen Schließfächer zur Verfügung. Für die Sicherheit der Besucher:innen sorgen Rettungsschwimmer und Sicherheitspersonal. Aktuell wird zudem eine Badeordnung erarbeitet, die zum Start des Badebetriebs veröffentlicht und auch vor Ort ausgehängt wird. Das Volksbad richtet sich in erster Linie an Schwimmer:innen, da die Beckentiefe durchgehend bei 1,30m liegt. Minderjährigen Nichtschwimmer:innen ist der Eintritt daher nur in Begleitung einer schwimmfährigen Aufsichtsperson ab 16 Jahren erlaubt. Vorraussichtlich wird es kostenlosen Schwimmunterricht für Kinder geben.
Ein richtiges Freibad also. Entsprechend gibt es auch die obligatorische Kulinarik: eine Pommesbude außerhalb des Badebereichs. Wer lieber selbst etwas mitbringt, kann sich auf den Stufen des Volksbads niederlassen und dort eine kleine Pause einlegen. Zudem wird ein Trinkwasserbrunnen bereitgestellt, an dem mitgebrachte Flaschen aufgefüllt werden können – Glasflaschen sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.
Erreichen lässt sich das Volksbad am einfachsten mit der U2 bis Rosa-Luxemburg-Platz oder der U8 bis Alexanderplatz. Von beiden Stationen sind es nur wenige Gehminuten bis zum Freibad. Pünktlich ab dem 1. Oktober beginnt dann wieder die reguläre Spielzeit an der Volksbühne: Den Auftakt macht die Uraufführung „House of Hopes“ von Stefan Kaegi und Daniel Wetzel.