Architektur, legendäre Kneipen und mehr: Unsere liebsten Adressen in Wilmersdorf

Schaubühne
Kultur Nach Plänen von Erich Mendelsohn 1928 erbaut, war der gleichsam kühne wie sachliche Bau eines der größten Kinos Berlins. Seit 1981 ist das Ensemble der Schaubühne hier zuhause – und deren Vorstellungen sind fast immer ausverkauft. Ikonisches Theater in einem ikonischen Haus.
Schaubühne Kurfürstendamm 157, Willmersdorf, www.schaubuehne.de
Haus der Berliner Festspiele
Kultur Der wunderbare Fritz Bornemann hatte das Gebäude 1961 für die Freie Volksbühne West-Berlins entworfen. Wer etwa anlässlich einer der zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen vorbeischaut, wird merken: Die ebenfalls von Bornemann entworfenen Möbel sind so schlicht und grazil wie das Gebäude selbst.
Haus der Berliner Festspiele Schaperstr. 24, Wilmersdorf, www.berlinerfestspiele.de
Maître Philippe & Filles
Food Französischer Käse und portugiesischer Wein – geht das zusammen? Im charmantesten Feinkostladen der Stadt ganz unbedingt. Und dann sind der Maître und seine Tochter Annais auch noch die deutsche Anlaufstelle für Ölsardinen und Dosenfisch, aus Frankreich, Spanien oder von den Faröern.
Maître Philippe & Filles Emser Str. 42, Di–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–14 Uhr, www.maitrephilippe.de
Tresen-Treff

Food Josha Karlborg, Laurens Friedl und Julia Bentzien haben nicht nur eine Wilmersdorfer Kiezkneipe gerettet. Sie haben daraus gleich ein herrliches Neo-Wirtshaus mit einer tollen Küche und einem wunderbar diversen Publikum gemacht. Ein Lieblingsort. Über den Tresen-Treff und die gelungene Rettungsaktion haben wir auch hier schon geschrieben.
Tresen-Treff Berliner Str. 167, Wilmersdorf, Mi–So ab 15 Uhr, bei Instagram
„Die Schlange“
Architektur Eine gebaute Utopie aus den Tagen der autogerechten Stadt: Ab 1970 entstand über der Stadtautobahn 104 diese monströse Anlage mit rund 1750 Wohneinheiten. Das Erstaunliche: Bis heute leben die Menschen gerne und glücklich in der „Schlange“.
Stadtautobahnüberbaung Schlangenbader Straße Schlangenbader Str. 1–10
U-Bahnhof Fehrbelliner Platz
Architektur München hatte die Olympischen Spiele von 1972, Berlin den U-Bahnhof Fehrbelliner Platz: Dort nämlich ist zwischen 1968 und 1972 die plastikbunte Popmoderne zu Architektur geworden – als bewusster Kontrast zur monumentalen Architektur der benachbarten NS-Bauten.
U-Bahnhof Fehrbelliner Platz Fehrbelliner Platz
Thaipark Berlin

Food Viele (auch wir) sagen, dass der Thaipark nicht mehr der Gleiche ist, seit er vor einiger Zeit aus dem Preußenpark auf die benachbarte Württembergische Straße umziehen musste. Aus der Guerrilla-Aktion einiger Berliner Thailänderinnen ist ein recht konventioneller Food-Markt geworden, der aber noch immer lecker ist.
Thaipark Berlin Württembergische Str., Sa 11–21 Uhr, www.thaipark.de
Prince of Punjap
Food Wilmersdorf ist eine radikal integrative Nachbarschaft. Und so nimmt man auch dieses vielleicht beste indische Restaurant Berlins als Ur-Wilmersdorfer Institution wahr. Mit dem Prince of Punjap begann die Emanzipation der indischen Küche in Berlin, nur dass das Lokal da noch Bahadur hieß.
Prince of Punjap Sigmaringer Str. 36, Di–Fr 11.30–14 Uhr und 17–23 Uhr; Sa+So 12–23 Uhr, www.princeofpunjab.de
Trödelmarkt Fehrbelliner Platz
Einkaufen Trödelmärkte gibt es in Berlin schon länger, sie gehören zur Ikonografie der Stadt. Was dazu führt, das manch Trödelmarkt längst zur Touristenfalle verkommen ist. Glückselig stöbern kann man immer samstags und sonntags auf dem Fehrbelliner Platz, Überraschungsfunde garantiert.
Kunst- und Trödelmarkt Fehrbelliner Platz 8, Sa+So 10–16 Uhr, Website
Erich Hamann
Einkaufen Die beste unter den historischen Berliner Schokoladen Manufakturen ist diese unbestritten, dafür muss man nur einmal Erich Hamanns Borkenschokolade kosten. Ins Stammhaus des Unternehmens, 1928 im Stil der neuen Sachlichkeit erbaut, gehen wir aber auch wegen der komplett im Original erhaltenen Inneneinrichtungen des Bauhaus-Künstlers Johannes Itten.
Erich Hamann Schokoladen Brandenburgische Str. 17
Winzerfest am Rüdesheimer Platz
Food Ein Berliner Klassiker mit quasi süddeutscher Tradition zum gut viermonatigen Rüdesheimer Weinbrunnen auf dem Rüdesheimer Platz kann man sich sein eigenes Essen mitbringen.
Weinfest am Rüdesheimer Platz Rüdesheimer Platz, Mo–Sa 15–22 Uhr, bis 12. September
Kirche am Hohenzollernplatz
Architektur Der 1931-1933 realisierte Kirchenneubau ist ein expressionistisches Spektakel, für das sich Fritz Höger (von ihm ist auch das Hamburger Chile-Haus) und vor allem der Architekt Ossip Klarwein (er entwarf auch die Knesset in Jerusalem) verantwortlich zeichne. Wer zu Gottesdienstzeiten kommt, erlebt den Kontrast zwischen der Klinkerfassade und dem lichten Innenraum.
Kirche am Hohenzollernplatz Nassauische Str. 66-67, www.hohenzollerngemeinde.de
Spielvogel
Einkaufen Holz- und Hipspielzeugläden gibt es in Berlin wie Spätis und Uber-Taxen. Das hier ist ein richtiges Fachgeschäft für die Kinder in uns allen. Ein Laden mit Spiellaune und Fachverstand.
Spielvogel Uhlandstr. 137, Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–18 Uhr, www.spielvogel-berlin.de
Das Büdchen

Food Maximilian Stér war Küchenchef in der Schöneberger Weinwirtschaft von Andreas Lochner. Als die vor gut zwei Jahren schloss, ist er einen Bezirk weiter gezogen – vom Casual Dining in eine Imbissbude. Aber was für eine Imbissbude! Mit einem perfekten Backhähnchen. Einer üppigen, fair ausgepreisten Weinkarte, und Liegestuhlplätzen im Volkspark Wilmersdorf. Dieser Ort ist viel mehr als eine Imbissbude und dennoch genau das.
Das Büdchen Am Volkspark 17y, Mi–So 12–21 Uhr, www.volkspark-buedchen.de
Rum Trader
Bar Die älteste Bar Berlins ist in diesem Mai 50 Jahre alt geworden. Ein sehr besonderer Ort, gestaltet von sehr besondern Menschen, ist der Rum Trader seitdem geblieben. Charlotte Fedtke und Sahand Zamani haben die 28 Quadratmeter kleine Ikone in die Gegenwart überführt und diese Tradition beibehalten: Im Rum Trader wird sich gesiezt, was zu einer überraschend hierarchiefreien Atmosphäre führt.
Rum Trader Fasanenstr. 40, Di–Fr ab 20.15 Uhr, Sa ab 21.32 Uhr, www.rumtrader.com
Beaux Fruits

Einkaufen Eine Obst- und Gemüseboutique, stets einladend inszeniert und für alle Wilmersdorfer:innen von Welt tatsächlich ein Place to be. Sehen und Gesehen werden bei einer Schale Erdbeeren und einem Chicorée.
Beaux Fruits Ludwigkirchstr. 2, Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa 8–16 Uhr, www.beaux-fruits.de
Rasoterra
Food Eine Wilmersdorfer Neueröffnung: Neapolitanische Pizza in einer Atmosphäre, die mal nicht nach Imbissrestaurant schmeckt. Wir wissen nicht, was uns besser gefällt, der über 48 Stunden geführte Sauerteig oder die oft aus Sizilien importierten Beläge.
Rasoterra Uhlandstr. 155, Mo–Fr 17–22 Uhr, Sa+So 12–22 Uhr, www.rasoterra.berlin
Fasanen 47
Bar Die zweite ikonische Bar am Fasanenplatz. Gastgeber Frank „Franky“ Kettlitz hat dafür das historische Interieur des
Kempinski am Kurfürstendamm nach Wilmersdorf transferiert. Ist jetzt auch schon ein paar Jahrzehnte her.
Fasanen 47 Fasanenstr. 47, Mi–Sa ab 20 Uhr
Bistro Bostich

Food Unser Cover-Star dieser tipBerlin Titelgeschichte und, hach, was für ein vergnügliches Lokal. Ein Laden wie in Paris, auch wenn es das Bostich so in Paris natürlich nie geben könnte. Aus dieser Ironie speist sich ein Gesellschaftslokal, das eben weiß, das die Menschen zu allererst wegen der Atmosphäre kommen. Und wegen des hübschen, stets gut gelaunten Servicepersonals.
Bistro Bostich Ludwigkirchstr. 10a, Mo–Sa 16–0 Uhr, www.bostich.berlin
Shaniu‘s House of Noodles
Food Ein Lieblingsort und eines der authentischsten chinesischen Lokale der Stadt. Dabei ist Berlin gewiss nicht arm an authentischen chinesischen Lokalen. Auch wenn die Dumplings und das koreanische Hühnchen perfekt sind – man sollte sich unbedingt auch an Ausgefalleneres wagen, an die Innereien vom Rind etwa.
Shaniu‘s House of Noodles Pariser Str. 58. tgl. 12–22 Uhr, bei Facebook: shaniunoodles
Kuchel-Eck
Food Der Berliner Urtypus der bürgerlichen Eckkneipe war nach 105 Jahren ins Straucheln geraten. Großgastronom Josef Laggner hat das Kuchel-Eck vor wenigen Wochen übernommen – und den konservierten Charme dieser Zeitkapsel bewahrt. Nur, dass es neben KöPi und dem Ur-Berliner Engelhardt Bräu jetzt auch noch Augustiner gibt. Und bald auch warme Speisen.
Kuchel-Eck Ludwigkirchplatz 1, tgl. ab 12 Uhr, www.kuchel-eck.de
Atelier Ginza
Einkaufen Auch Europas wohl kundigster Importeur japanischer Spirituosen sitzt in Wilmersdorf. Die Öffnungszeiten sind ausgesucht, dann aber sind entdeckungsdurstige Verkostungen möglich.
Atelier Ginza Pfalzburger Str. 20, Do–Sa 15–18.30 Uhr, www.ginza-berlin.com
Zigarren Herzog
Einkaufen Was wäre eine bürgerliche Nachbarschaft ohne ihren exquisiten Zigarrenladen? Zigarren Herzog gibt es seit 1997, man meint es seien gut hundert Jahre mehr.
Zigarren Herzog Ludwigkirchplatz 2, Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr, www.zigarren-herzog.com
Kleines Theater
Kultur Das zentrale Theater für den Berliner Südwesten und längst eine anerkannte Institution über die Kiezgrenzen von Friedenau (es sind 50 Meter nach Wilmersdorf) hinaus. Unterhaltung mit Haltung und künstlerischen Anspruch, eine schöne Adresse.
Kleines Theater am Südwestkorso Südwestkorso 64, Friedenau, www.kleines-theater.de
Edition Block
Kultur René Block, Schlüsselfigur einer Berliner, deutschen und internationalen Avantgarde, ist mit seiner Galerie Block seit 1964 in Berlin und bald darauf in Wilmersdorf zuhause. Als erster zeigte er Joseph Beuys, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Wolf Vostell. Protagonist:innen der Minimal Music, etwa John Cage, gingen in der Galerie Block ein und aus. In den ehemaligen Lagerräumen der Galerie in der Schaperstraße führte seine Frau Ursula Block von 1981 bis 2014 die „Gelbe Musik“, ein Geschäft für experimentelle Musik.
Edition Block Prager Str. 5, www.editionblock.de
Bieberbau
Food Eine verlässlich entspannte Fine-Dining-Adresse mit eigenem Garten, Michelin Stern und immer sympathischem Personal. Statt der Avantgarde oder dem Zeitgeist hinterher zu kochen, blieb der Bieberbau immer der Bieberbau.
Bieberbau Durlacher Str. 15, Mo, Di, Do, Fr 17–0 Uhr, www.bieberbau-berlin.de
Schreibwaren am Bundesplatz
Einkaufen Brauchen sie Farbbänder für ihre mechanische Schreibmaschine? Oder ein Poesie-Album? Ein Traum von einem kuratierten Schreibwarenfachgeschäft.
Schreibwaren am Bundesplatz Bundesplatz 5, Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–13 Uhr
Eva Lichtspiele
Kultur 1913 eröffnet und heute eines der ältesten Kinos Berlins. Bekannt für ein herausragendes Kinderprogramm. Intime, gemütliche Atmosphäre.
Eva Lichtspiele Blissestr. 18, www.eva-lichtspiele.de
Bundesplatz Kino

Kultur Berlin, Ecke Bundesplatz, findet man dieses Kino, dass sich auch hinter den Kulissen für das Kulturgut der Arthouse Kinos und Filmkunsttheater engagiert. Man könnte aber auch nur für ein Bier oder einen Kaffee vorbeikommen, in der sehr guten Bar.
Bundesplatz Kino Bundesplatz 14, bundesplatz-kino.de
Vom Einfachen das Gute
Einkaufen Vom Einfachen das Gute ist ein Feinkostladen für Grundnahrungsmittel, für guten Käse, gutes Öl, gute Würste, gutes Brot. Seit knapp einem Jahr gibt es den großen, lichten Laden am Olivaer Platz. Er wirkt, als sei sie schon viel länger dort.
Vom Einfachen das Gute Olivaer Platz 18, Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 8-19 Uhr, www.vomeinfachendasgute.com
Dieser Artikel ist Teil der Titelgeschichte unserer Ausgabe 6/26. Wir empfehlen auch gleich nochunseren Text über Wilmersdorf – das Dorf für die Kunst und den schönen Text über diesen Bezirk der Gegensätze: Wilmersdorf – Wo alles geht. Viel Spaß beim Lesen!
Diese Berliner Orte besuchen Touris fast nie – aber sollten es tun. Wo ihr euch durch den Stadtteil essen könnt, erfahrt ihr auch in unserer Liste mit den besten Restaurants in Wilmersdorf. „Mein Potenzial erscheint mir unerschöpflich“: Mit dem Wilmersdorfer Schauspielstar Lars Eidinger sprachen wir für unsere Titelgeschichte im April. Das Interview lest ihr hier. Streifzug durch die Stadtgeschichte: Wir nehmen euch mit zu spannenden Villen in Berlin. Die prachtvollsten Orte der Stadt: Hier nehmen wir euch mit zu Berlins Schlössern. Hier sieht die Stadt wie Gotham City aus: Architektur des Expressionismus in Berlin.