ABO
Stadtleben

Diese Berlinerin hat beim World Press Photo Award gewonnen

Mit dem Foto „Emma the Social Robot“ hat die Berlinerin Paula Hornickel den World Press Photo Award 2026 gewonnen. Das Bild ist zusammen mit den anderen Gewinnerbildern noch bis Emde Mai in einer Ausstellung im Willy-Brandt-Haus zu sehen
Text: Maximilian Hossner
Veröffentlicht am: 07.05.2026
Home » Stadt » Stadtleben » Diese Berlinerin hat beim World Press Photo Award gewonnen
Die Berliner Fotografin und Studentin Paula Hornickel zählt zu den Gewinner:innen des internationalen Fotowettbewerbs „World Press Photo 2026“.  © Paula Hornickel

Die Mail des World Press Photo Contests kam für Paula Hornickel völlig aus dem Nichts. Eigentlich hatte sie gar nicht mehr mit einer Antwort gerechnet. Und dann gleich die Nachricht, dass ihr Foto mal eben als eines der besten Pressefotos des Jahres in der Kategorie „Europe – Singles“ ausgezeichnet wurde. „Ich konnte nicht glauben, dass mein Bild von über 57000 eingereichten Bildern ausgewählt wurde“, so die 27-Jährige, die aktuell im Master an der FU Dortmund studiert.

Mit dem Bild „Emma the Social Robot“ überzeugte sie die Jury hinter dem World Press Photo Award, der von einer NGO aus den Niederlanden ausgerichtet wird. Das Foto zeigt Waltraud, Bewohnerin eines Seniorenheims im baden-württembergischen Albershausen, die dem humanoiden Roboter Emma gegenübersitzt. Auch wenn die Seniorin Anfangs ihre Zweifel gehabt habe, so habe sich über die Zeit eine Freundschaft mit dem Roboter des Münchner Start-ups Navel Robotics entwickelt., berichtet Paula Hornickel.

Das Bild „Emma the Social Robot“ gewann den World Press Photo Award 2026 in der Kategorie „Europe – Singles“. © Paula Hornickel

Die Jury, bestehend aus renommierten Fotojournalist:innen wie Silvia Omedes, begründete ihre Entscheidung damit, dass das Werk die Betrachter auffordere, über die Zukunft von Fürsorge und menschlicher Verbundenheit nachzudenken. Sie lobte außerdem die markante Farbpalette, mittels derer „die Szene die Balance zwischen Humor und Zärtlichkeit“ halte, zum Nachdenken anrege und sowohl „die emotionale Nähe als auch die subtile Isolation der Interaktion“hervorhebe.

Die Mutter von Paula Hornickel arbeitet selbst in der Pflege mit Robotern zusammen

Paula Hornickels Foto wird nun im Willy-Brandt-Haus entlang der anderen Gewinnerfotos zu sehen sein. „Es bedeutet mir sehr viel, dieses Jahr selbst dabei zu sein“, so Hornickel, die selbst schon lange die jährlichen World Press Photo Ausstellungen besucht. Die Berlinerin, deren Mutter selbst im Krankenhaus und zusammen mit Robotern arbeitet, begann aus zunächst persönlichem Interesse eine größere Recherche dazu, wie Roboter die Arbeitswelt und das tägliche Leben in Deutschland verändern. Das Foto ist Teil einer größeren Reihe zu Mensch-Maschine-Interaktionen, die Paula Hornickel im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der UdK im Studiengang „Visuelle Kommunikation“ veröffentlichte.

Der World Press Photo Award ist der wichtigste internationale Preis im Fotojournalismus. Seit 1955 wird er jährlich von der Non-Profit-Organisation World Press Photo Foundation mit Sitz in Amsterdam vergeben. Auch dieses Jahr reichten 3.757 Fotograf:innen über 57.000 Werke ein. 42 Personen gewannen in den Kategorien, die nach Kontinenten gegliedert sind, Preise. Die Gewinnerbilder kann man noch bis zum 31. Mai im Willy-Brandt-Haus anschauen. Bei der Vernissage am 7. Mai wird auch Paula Hornickel auf einer Podiumsdiskussion über ihre Arbeit sprechen.

World Press Photo Ausstellung 2026 Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstr. 150, Kreuzberg, Vernissage am Do 7.5., 19 Uhr, Einlass 18 Uhr, Ausstellung bis zum 31.5., Eintritt frei, mehr Infos hier. Mehr über Paula Hornickel erfahrt ihr auf ihrer Website


Mehr zum Thema

Neues aus der Kunstwelt: Hier zeigen wir euch aktuelle Ausstellungen in Berlin. Kino-Archiv: „Inventing Queer Cinema“ in der Deutschen Kinemathek. Entdeckt die Stadt: In dieser Rubrik findet ihr Ausflüge, in Berlin und darüber hinaus. Blick zurück: Schaut in unserer Rubrik für Geschichte vorbei. Immer auf dem Laufenden bleiben: Zur tipBerlin-Newsletter-Anmeldung geht’s hier.


Das könnte dich auch interessieren