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Zug der Liebe 2026: Großdemonstration nach CSD-Anschlag abgesagt

Der Zug der Liebe findet 2026 nicht statt. Grund seien Sicherheitsauflagen und das veränderte gesellschaftliche Klima. Für die Veranstalter:innen steht nun kurzfristig ein anderer Kampf im Fokus
Text: Christopher Wasmuth
Veröffentlicht am: 30.07.2026
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Der Zug der Liebe im vergangenen Jahr. 2026 wird die Großdemonstration abgesagt © Imago/Carsten Thesing

Eigentlich hätte der Zug der Liebe dieses Jahr am 29. August stattfinden sollen. Die als Demonstration angemeldete Parade für Vielfalt, Toleranz und Solidarität wird jedoch von den Veranstalter:innen abgesagt. Der wichtigste Grund dafür sei die aktuelle Sicherheitslage nach dem Anschlag am Rande des Berliner CSD und das veränderte gesellschaftliche Klima. Am Rande des Pride-Events fuhr am Abend des 25. Julis ein Kleintransporter in eine Menschenmenge, der Täter griff danach mit einer Stichwaffe Menschen an. Eine Frau wurde getötet, weitere 31 Menschen teilweise schwer verletzt. Der mutmaßlich islamistisch motivierte Attentäter wurde am Tag nach dem Anschlag von der Polizei bei der versuchten Festnahme getötet.

Kein Zug der Liebe unter allgemeinem Angstgefühl

Die Veranstalter:innen des Zuges der Liebe argumentieren mit notwendigen Sicherheitsauflagen wie Wegfahrsperren, Personenkontrollen und erhöhter Polizeipräsenz. Sie schreiben: „Der Zug der Liebe stand immer für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes. Eine Demonstration unter dem aktuellen, allgemeinen Angstgefühl und derart restriktiven Rahmenbedingungen widerspricht der Grundidee der Veranstaltung fundamental.“

Daneben spielen weitere Gründe eine Rolle für die Absage des Demonstrationszuges. Die Veranstalter:innen haben logistische Probleme: 70 Prozent der bestellten Lastwagen würden noch fehlen, eigentlich angemeldete Musik-Trucks können so nicht bereitgestellt werden. Und auch mit der „zermürbenden Realität der Bürokratie“ haben die Veranstalter:innen Probleme, wie es in der Pressemeldung heißt: Mit der Versammlungsbehörde gab es noch keine Einigung über die Dezibelgrenze der Veranstaltung.

Einsatz fürs RAW-Gelände

Trotz der Absage wollen die Organisator:innen sich an anderer Stelle einsetzen: Der Fokus solle dieses Jahr darauf liegen, sich am Kampf um das RAW-Gelände zu beteiligen. Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk ist seit Langem ein Standort für Clubs und Kulturräume. Über die Zukunft des Geländes wird seit einigen Jahren verhandelt, zwischenzeitlich war die Investorengruppe Kurth aus den Gesprächen über die Ausrichtung des Geländes und die Bebauungspläne ausgestiegen.

Der Zug der Liebe positioniere sich nun dort, „wo die Not der Berliner Subkultur aktuell am größten ist“: Die eigenfinanzierten Trucks sollen bei einer Demo für den Erhalt des RAW-Geländes zum Einsatz kommen. Die geplante Zug-der-Liebe-Afterparty am 29. August im Ritter Butzke soll den Abschluss des Protesttages markieren.


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Wie wir uns schützen – ein Kommentar zum Anschlag auf die queere Community. Auch ohne den Zug der Liebe ist viel los im August: Die Highlights. Entdeckt die Stadt: In dieser Rubrik findet ihr Ausflüge, in Berlin und darüber hinaus. Blick zurück: Schaut in unserer Rubrik für Geschichte vorbei. Immer auf dem Laufenden bleiben: Zur tipBerlin-Newsletter-Anmeldung geht’s hier.

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