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12 Gründe, warum Home Office gar nicht mal so geil ist

Noch nicht einmal eine Woche ist vergangen, seitdem unser tip-Büro ins Home Office umgezogen ist. Und obwohl es lange ein Traum war, von daheim zu arbeiten, ist doch nicht alles Gold, was glänzt. Ein tip-Redakteur nennt 12 Gründe, warum das Corona-Home-Office eigentlich doch irgendwie nervt. Und zwar so richtig.

Corona Home Office? Pizza mit den Freunden und den ganzen Tag besoffen? Irrglaube. Home Office ist gar nicht mal so gut.
Home Office ist einfach nur eine geile Party mit ein bisschen Arbeit am Rande? Träum weiter. Das Gegenteil ist der Fall. Foto: Imago/Zuma

Das Internet nervt rum

Wir leben in 2020, aber das Netz ist einfach immer noch nicht stabil. Nun gut, in Berlin haben wir noch Glück. In großen Teilen Deutschlands ist Home Office schon deshalb keine Option, weil sich noch mit Pfeif-Modem eingewählt wird. Dennoch wirken sich jetzt auch in Berlin diverse Funklöcher noch heftiger aus als sonst.

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Die Augen tun weh

Im Office gehen wir mal eben zu Kolleg*innen zum Quatschen. Hier eine Konferenz, dort ein Austausch. Wenn mich mein Sitznachbar im echten Leben anspricht, wende ich mich ihm zu, schaue ihm in die Augen. Im Home Office ist alles ein Chat, alles findet auf dem Display statt. Abends schmerzen die Augen noch mehr als sonst.

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Die Wohnung verkommt

Am Abend sieht der Esstisch, der nun Schreibtisch ist, aus, wie ein Mauerpark-Flohmarkt-Stand am Sonntag. Geschirr aus verschiedenen Epochen, diverse Magazine, leere Tassen. Wo zur Hölle kommt eigentlich der Fidget Spinner da her? Dazu: Notizblöcke, Stifte, Ladekabel und Küchenpapier. Das, wenn es so weiter geht, ohnehin bald zum Klopapier umfunktioniert wird (hier übrigens Basteltipps für leere Klopapier-Rollen!)

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Ich verkomme

Vier Tage das gleiche T-Shirt! Macht aber nichts, ich bewege mich kaum, schwitze also auch nicht. Und gehe abends weder in den geilen Burgerladen mit den schlechten Dunstabzugshauben noch in verrauchte Bar. I’m fresh, I’m clean. Und bisher hatte ich noch bei keiner Videokonferenz eine vernünftige Hose an. Und aus gutem Grund ein Cap auf. Trotzdem: Die fortschreitende Verwahrlosung ist eher alarmierend.

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Meine Freunde nerven

Weil alle meine Freunde in Berlin natürlich DJs, Drag Queens, Pornodarsteller und Prostituierte sind, hat keiner mehr was zu tun. Der „seriöse“ Rest arbeitet halt auch im eigenen Wohnzimmer und hat zwischendurch den Drang, mal zu reden, so über alles. Da muss man dann auch mal hart sein. Zumindest, wenn man selbst ein bisschen was schaffen will.

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Der Rücken tut weh

Die meisten Bürostühle sind schon ganz geil. Höhenverstellbar, perfekte Position für Aufrechtsitzer und Liegendarbeiter. Blöd, dass ich zu Hause halt nur einen Esstisch habe. Und merke, dass die günstig vom Vormieter übernommenen Holzstühle nach acht Stunden gar nicht mal so bequem sind. Inzwischen haben mein Freund und ich uns Stehtische gebaut. Nicht schön, aber selten.

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Ich trinke allein

Bisher noch nicht während der Arbeitszeit. Aber es fehlt nicht mehr viel.

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Die Angst vor den Kolleg*innen

Das Ding ist: Bisher habe ich im Home Office sogar mehr gearbeitet als im Büro. Weniger Ablenkung, weniger Meetings, die auch eine Mail hätten sein können. Blöderweise schicken einem viele Kolleg*innen immer mal irgendwas im Privatchat – kannst du mal hier gucken, kannst du mal das checken. Weshalb dauerhaft die Sorge da ist: Denken meine Kolleg*innen, ich arbeite? Oder, weil ich gerade mal 45 Minuten nichts öffentlich einsichtbar abgeliefert habe, ich hänge mit einem Spritz in der Hängematte? Nein, Leute. Ich habe meine 30 Minuten Mittagspause damit verbracht, einmal zum Discounter an der Ecke zu rennen und nach Klopapier zu suchen. Erfolglos. Also doch wieder am Rechner. Arbeiten!

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Die Frage nach dem Warum

So ganz ohne direktes Feedback weiß man irgendwie auch nicht, ob all das, was man tut, eigentlich Sinn ergibt. Und wenn es nur der Sitznachbar ist, der einem zuraunt: „Boah, dein Text ist Mist, weißte selbst, oder?“ Klar, im Chat gibt es auch Reaktionen. Aber es ist weniger bedeutsam. Wer bin ich? Warum bin ich?

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Die nervigen Absprachen

Einer fragt, wer sich kümmern kann, und alle anderen sind dann doch gerade offline. Der nächste schickt eine Mail an alle, und jeder hofft, die anderen sind gerade online. Man ruft sich nicht mal schnell zu: Kannst du? Soll ich? Bis es einer macht. Alles muss erst einmal in irgendeinen Chat geschickt werden.

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Ich fresse wie ein Mähdrescher

Die Küche in meiner Wohnung ist näher an meinem derzeitigen Arbeitsplatz als die Küche im Büro an meinem dortigen. Ich kann nicht hamstern. Ich esse einfach alles auf, egal wie viel da ist. Ich brauche wirklich diese Sport-Übungen für zuhause.

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Listen ausdenken allein

Normal bin ich Teil einer Tischgruppe. Sechs Leute. Plus die hinter mir, plus die drumrum, die alles hören. Wenn ich da sage: „Leute, ich mach mal eine Liste darüber, was an Home Office nervt“, hat jeder sofort eine Meinung. Sofort alles beisammen, man muss es nur noch schreiben. Im Home Office bin ich auf mich gestellt. Ich hoffe, es war trotzdem ganz okay. Ich geh jetzt aufs Sofa.

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Kleine Ergänzung, übrigens: Wir wissen alle, dass unsere lustigen Büro-Jobs, die wir auch von zuhause aus machen können, ein großer Luxus sind. Deshalb sagen wir ehrlich und aufrichtig ein großes Dankeschön an euch alle, die ihr in Krankenhäuser, in Supermärkte, an Tatorte, hinters BVG-Lenkrad müsst. Es kommt von Herzen.


Unser Corona-Themen-Spezial bringt euch Tipps, News und Schicksale. Wer wissen will, wie es mit dem Home Office doch noch klappt – diese Tipps sind wichtig. Auch für Videochats gibt es einen Knigge. Und wer einfach mal was schönes sehen will: So sehen Berlins Touristen-Hotspots aus, wenn keiner da ist.

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