• Stadtleben
  • 12 Orte in Berlin, an denen man (fast) allein ist

Ausspannen

12 Orte in Berlin, an denen man (fast) allein ist

Na, wieder zu viel Großstadttrubel? Viele Menschen, die in Berlin leben, schätzen die Stadt für ihre Lebendigkeit. Allerdings: Wo immer Alarm ist, fällt es schwer, auch mal abzuschalten. Doch es gibt ruhige Orte in Berlin. Kleine Oasen, wo man so gut wie allein den Himmel beobachten und den Vögeln lauschen kann. Wir haben 12 dieser Orte in Berlin, an denen man sich in der Regel völlig alleine fühlt, zusammengestellt.

Ruhiger Spaziergang im Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow

Die Besucher verteilen sich im Botanischen Volkspark gut – man hat es schön ruhig hier. Foto: Imago/PEMAX
Die Besucher verteilen sich im Botanischen Volkspark gut – man hat es schön ruhig hier. Foto: Imago/PEMAX

Der naturbelassene Hochwald in Pankow nebst Feldern und Wiesen mit Teichen ist geradezu prädestiniert als Lebensraum für Vögel wie den Neuntöter, der sich von seiner Sitzwarte aus blitzschnell auf die Beute stürzt: auf Mäuse und kleinere Vögel. Ein weiteres Highlight ist der Pirol, der scherzhaft auch „die fliegende Zitrone, die prima singen kann“ genannt wird. Anzutreffen sind aber auch riesige Hitchcock-Kolkraben – nicht zu verwechseln mit ihren Miniatur-Verwandten, den Krähen –, Grünspecht und Goldammer. 

  • Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow Blankenfelder Chaussee 5, Pankow, tgl. von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, Schaugewächshäuser: Di-Do 10-14 Uhr sowie zu den Öffnungszeiten des Café mint* Fr-So, Feiert. 11-17 Uhr, Mo geschlossen

Im Landschaftspark Wuhletal den Vögeln lauschen

Zurück zur Natur im Landschaftspark Wuhletal. Foto: Imago/Schöning
Zurück zur Natur im Landschaftspark Wuhletal. Foto: Imago/Schöning

Noch vor einigen Jahren war das Gebiet des heutigen Landschaftsparks Wuhletal lange nicht so idyllisch, wie es heute daherkommt: Bis 2003 stand hier das Klärwerk Falkenberg und schwängerte die Luft mit dem Geruch nach Kloake. Heute allerdings befindet sich rund um die Wuhle ein Naturparadies. Auf den Wiesen neben des Flüsschens, das in einer während der Eiszeit entstandenen Rinne fließt, lässt es sich sehr gut dem Plätschern des Wassers und dem Vogelgezwitscher lauschen, während man in den Himmel blickt.

  • Landschaftspark Wuhlethal Alt-Biesdorf 46, Marzahn, durchgehend geöffnet

Park am Schleusenkanal: Ruhe trotz nahegelegener Autobahn

Blick von der Rudolf-Wissell-Brücke auf den Nonnendamm. Foto: Imago/Gora
Blick von der Rudolf-Wissell-Brücke auf den Nonnendamm. Foto: Imago/Gora

Direkt neben dem Park am Schleusenkanal rauschen die Autos und LKW über den Tegeler Weg und über die A100 — doch im Park am Schleusenkanal ist es erstaunlich ruhig. Vielleicht liegt es an den hohen Bäumen, die die Autobahn säumen oder an der leeren Liegewiese in dem kleinen Park. Dort begegnet man meist keiner Menschenseele. Wer Lust auf etwas Bewegung hat, spaziert über den Nonnendamm auf die kleine Insel zwischen Schleusenkanal und Spree.

  • Park am Schleusenkanal Charlottenburg

Erpetal: Schönheit kurz hinter der Stadtgrenze

Kurz hinter der Stadtgrenze entfaltet das Erpetal seine volle Schönheit. Foto: Wikimedia Commons/Marcus Cyron/CC BY 4.0,
Kurz hinter der Stadtgrenze entfaltet das Erpetal seine volle Schönheit. Foto: Wikimedia Commons/Marcus Cyron/CC BY 4.0,

Die Erpe fließt schnell und hat im Mittelalter angeblich fünf Mühlenräder in Bewegung gehalten — vielleicht trägt das Gebiet deswegen auch den Namen Neuenhagener Mühlenfließ. Es ist eines der wenigen Fließtäler, die es in und um Berlin noch gibt. Heute dient das Erpetal als Rückstaugebiet für Hochwasser, seit 1949 steht es unter Naturschutz. Kurz hinter der Berliner Stadtgrenze entfaltet das Fließ seine volle Schönheit. Die lässt sehr gut auf einem der vielen Wanderwege bewundern, die der Erpe folgen.

  • Erpetal Zwischen Friedrichshagen in Köpenick und Hoppegarten im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland

Mit dem Rad zur Badestelle Kuhhorn

View this post on Instagram

#summervibes at #havel #bay #feelgoodsunday #relaxation #eternalsummer #love

A post shared by robert ianjim (@robertianjim) on

Baden mit Vogelgezwitscher statt menschlichem Stimmengewirr im Ohr? Das geht an der Badestelle Kuhhorn im Grunewald. Einer der großen Vorteile dieser Badestelle ist, dass sie etwas abseits einer größeren Badestelle an der Spitze der Landzunge Schildhorn liegt. Schon der Weg hin zu diesem Ort, an dem man hervorragend Schiffe beobachten kann, ist es wert, Balkonien zu verlassen. Man erreicht die Badestelle am besten mit dem Rad und fährt dabei durch den Grunewald, der zu dieser Jahreszeit mit besonders üppigem Grün betört.

  • Badestelle Kuhorn Havelchaussee 61, Grunewald

Ein bisschen Geschichte im Historischen Hafen

im Historischen Hafen liegen einige Schiffe. Foto: imago/Joko
im Historischen Hafen liegen einige Schiffe. Foto: imago/Joko

Auch mitten in Berlins Mitte gibt es ruhige Orte — zum Beispiel das Märkische Ufer mit dem größten Museumshafen Deutschlands. Dort liegen zum Teil 100 Jahre alte Boote, die heute zum Beispiel als Restaurant oder Museum genutzt werden. In den Booten selbst läuft man allerdings Gefahr, doch einer größeren Anzahl an Menschen zu begegnen. Wer darauf keine Lust hat, spaziert einfach am Ufer entlang, mit dem Fernsehturm im Rücken.

  • Historischer Hafen Berlin entlang der Friedrichsgracht bis hin zum Märkischen Ufer an der Mühlendammschleuse, Mitte

Gottesanbeterinnen im Natur-Park Südgelände beobachten

Im Natur-Park Südgelände ist immer was los, aber es finden sich sehr ruhige Ecken – und Gottesanbeterinnen. Foto: imago/Hohlfeld

Einst haben Menschen das Gelände des Rangierbahnhofs Tempelhof der Natur entrissen und Schienen verlegt, Türme in den Himmel wachsen lassen und Gebäude errichtet. Etwa 130 Jahre später hat sich die Natur das Areal zurückerobert, das Gebiet heißt heute Natur-Park Südgelände und hat diesen Namen auch verdient. Hier gibt es Eulen, 95 Wildbienenarten und sogar Gottesanbeterinnen. Sie nisten, jagen und entspannen neben alten Dampflokomotiven und zwischen Schienen, über die schon lange keine Züge mehr fahren.

  • Natur-Park Südgelände Hauptzugang direkt am S-Bhf. Priesterweg (südlicher Ausgang), Fußgängerbrücke über die S-Bahngleise vom Hans-Baluschek-Park aus, Prellerweg (zwischen den Bahnbrücken), tgl. ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Nacht

Über den Steg auf die Baumgarteninsel

Eigentlich sollte es keine Treppe auf die Baumgarteninsel geben, letztlich wurde eine ergänzt. Wikimedia Commons/Lotse/ CC BY-SA 3.0

Wie gut, dass Kleingartenkolonien für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Denn eine der schönsten liegt zwischen Köpenicker Altstadt und den Kiezer Wiesen auf einer kleinen Insel. Früher trockneten und blichen Wäscherinnen hier Stoffe. Die Insel ist nur mit dem Boot erreichbar. Und das, obwohl ein Pfeiler des Katzengrabenstegs auf der Insel steht. Doch es führt keine Treppe vom Steg hinunter auf die Insel. Zuerst war der Bau zu teuer, dann protestierten Anwohner*innen dagegen. Kein Wunder, denn mit Treppe wäre die Insel wohl kaum so ruhig, wie sie jetzt ist.

  • Baumgarteninsel nördlich der Köpenicker Altstadt in Höhe des Platzes des 23. April, Köpenick

Die kaum besuchte Luiseninsel im Tiergarten

Wunderschön – und selbst an warmen Tagen noch ruhig: Die Luiseninsel. Foto: imago/Lem
Wunderschön – und selbst an warmen Tagen noch ruhig: Die Luiseninsel. Foto: imago/Lem

Mitten im Berliner Westen liegt der Tiergarten: ein Ort, an dem man auch auf den Hauptwegen fast allein sein kann, wenn man dort an einem wolkigen Vormittag spazieren geht, wenn die meisten anderen gerade arbeiten. Doch die künstlich angelegte Luiseninsel im südöstlichen Teil des Tiergartens ist auch einem Tag mit schönem Wetter ziemlich ruhig. Vor etwa 200 Jahren spazierte Königin Luise gerne durch diesen Teil des Tiergartens — ihr verdankt die Insel ihren Namen. An anderen Ecken des Großen Tiergartens geht es deutlich tümmeliger zu.

  • Luiseninsel im Großen Tiergarten, Tiergarten

Das Sowjetische Ehrenmal im Volkspark Schönholzer Heide

Die Schönholzer Heide ist nicht nur wegen des Sowjetischen Ehrenmals eine Reise wert. Foto: imago/Ritter
Die Schönholzer Heide ist nicht nur wegen des Sowjetischen Ehrenmals eine Reise wert. Foto: imago/Ritter

Auf knapp 30.000 Quadratmetern erstreckt sich das Sowjetische Ehrenmal in der Schönholzer Heide. Hier ist alles groß: der zentrale Obelisk, die Statue der russischen „Mutter Heimat“, sogar die Treppenstufen — das Ehrenmal in der Schönholzer Heide steht dem im Treptower Park in seiner pompösen Erscheinung in nichts nach –, doch weniger Menschen scheinen es zu kennen, genau so wie den Volkspark Schönholzer Heide. Und so wandelt man hier meistens alleine zwischen Reliefs und perfekt getrimmten Grünflächen. Der Park dagegen ist übrigens ziemlich naturbelassen und wild — und angenehm leer. Wer mehr über die Geschichte des Areals erfahren will, folgt uns 75 Jahre nach Kriegsende auf unserem Spaziergang zum Ehrenmal Schönholz.

  • Sowjetisches Ehrenmal Schönholzer Heide Germanenstr., Pankow, geöffnet April — September 7–19 Uhr, Oktober — März 8–16 Uhr

Dem Rundweg im Landschaftspark Johannisthal/Adlershof folgen

Allein auf freiem Feld: Ein ruhiger Ort in Berlin ist auf jeden Fall der Landschaftspark Adlershof. Foto: flickr/Felix M
Allein auf freiem Feld: Ein ruhiger Ort in Berlin ist auf jeden Fall der Landschaftspark Adlershof. Foto: flickr/Felix M

Früher landeten und starteten auf dem Gelände des Landschaftsparks Johannisthal/Adlershof Motorflugzeuge und knatterten über die Bäume hinweg. Heute ist in diesem Park, der zum naturwissenschaftlichen Campus der Humboldt-Universität gehört, angenehm ruhig — und vor allem ziemlich menschenleer. Durch das Gebiet führt ein drei Kilometer langer Rundweg, der ein geschütztes Biotop einkreist — perfekt für Jogging und Skateboarding.

  • Landschaftspark Johannisthal/Adlershof zwischen dem Groß-Berliner-Damm, der Hermann-Dorner-Allee und der Wrightallee, Adlershof, durchgehend geöffnet

Auf dem Müggelberge den Müggelturm besteigen

Der Müggelberge ist nicht unbedingt hoch – aber hat immer noch einen Turm. Und meist viel Ruhe zu bieten. Foto: imago/Schöning
Der Müggelberge ist nicht unbedingt hoch – aber hat immer noch einen Turm. Und meist viel Ruhe zu bieten. Foto: imago/Schöning

Ja, der Name „Müggelberge“ mag in den Ohren aller, die südlich von Bad Harzburg aufgewachsen sind, befremdlich klingen. Doch die Müggelberge erheben sich hier immerhin bis zu 115,4 Meter über den Meeresspiegel. Wem das nicht reicht, der steigt noch auf den Müggelturm und blickt über das größte zusammenhängende Waldgebiet Berlins. Doch auch am Fuße der Berge kann man sich eine ordentliche Portion Natur abholen. Hier liegt das Teufelsmoor, ein mehr als sechs Hektar großes Naturschutzgebiet, in dem Bienen summen und Frösche laut quaken.

  • Müggelturm Straße zum Müggelturm 1, Köpenick, tägl. 10–18 Uhr

Mehr schöne Orte zum Ausspannen in Berlin

Auch einige der Badeseen in Berlin haben durchaus ruhige Ecken – man muss sie nur kennen. Und bei rund 30 schönen Parks in Berlin stehen die Chancen gut, in irgendeinem doch noch ein ruhiges Plätzchen in der Sonne (oder im Schatten) zu finden. Ruhige Orte in Berlin werden übrigens bei Sonnenuntergang meistens nochmal doppelt so schön – hier gibt es die besten.

Mehr über Cookies erfahren