Stadtleben

20 Jahre Berliner Tafel e.V.

Es war 1993, als Sabine Werth, eine Sozialpädagogin und Inhaberin einer Familien­pflegefirma, einen Vortrag über Obdachlosig­keit in Berlin hörte. Entschlossen, etwas zu tun, und inspiriert durch einen Bericht über „City Harvest“, eine New Yorker Initiative, die über­ ­ ­ zählige Lebensmittel einsammelt und an Bedürftige weitergibt, entstand die Idee, den Verein Berliner Tafel zu gründen.

Anfangs klapperten fünf ehrenamtlich tätige Frauen mit Privatautos Supermärkte oder Bäcker ab und baten um noch genießbare Lebensmittel, die sonst im Müll gelandet wären. Schnell nahm das Projekt an Fahrt auf: Das Unbe­hagen, Lebensmittel wegen Schönheitsfehlern wegzuwerfen, hatte stark zugenommen. Auch in anderen deutschen Städten entstanden nach dem Berliner Vorbild bald Tafeln –­  über 900 sind es inzwischen. Doch auch die Berliner Tafel hat sich in den 20 Jahren weiterentwickelt. Es sind nicht mehr nur Obdachlosenheime, die von ihr mit jetzt 17 Fahrzeugen beliefert werden, sondern 320 soziale Einrichtungen, wie ein Mittagstisch für Arbeitslose oder eine Wohngemeinschaft für ehemalige Straßenkinder. Rund 600 ehrenamtliche Mitarbeiter sowie 23 Festangestellte sorgen dafür, dass alle satt werden. Zudem ist die Berliner Tafel an weiteren Speisungs- oder pädagogischen Projekten beteiligt.  

Text: Lara Böhm
Foto: Dietmar Gust

20 Jahre Berliner Tafel e.V.
Beusselstr. 44 N–Q, Halle 102, Moabit, Infos zur Spenden­ möglichkeit und ehrenamtlicher ­ Mitarbeit unter
www.berliner-tafel.de

 

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