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Jahresrückblick

Virenfreie Rückschau: Diese 12 Berlin-News waren 2020 wichtig – ohne Corona!

Berlin im Jahre 2020. Das war schon ziemlich schräg alles. In einem Wort: Corona. Doch jenseits der Pandemie sind auch Dinge passiert, die ausnahmsweise nichts mit der Seuche zu tun hatten. In der großen weiten Welt wurde Trump abgewählt, in Weißrussland ginge die Leute gegen Lukaschenko auf die Straße und Großbritanien trat wohl wirklich aus der EU aus.

Milliardenüberschuss, 75 Jahre Kriegsende, TXL und BER, Berlinale, Liebig34 und Udo Walz – Auch in Berlin gab es immer wieder Corona-freie Nachrichten, wir haben 12 hier versammelt. Ein Jahresrückblick ohne Virus!


Berlin erzielte erneut einen Milliarden-Überschuss

Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator. Foto: Imago/Stefan Zeitz
Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator von Berlin. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Die Nachrichtenlage im Januar 2020 war durchaus positiv. Mitte des Monats verkündete der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) erneut einen Milliarden-Überschuss. Es war der vierter Haushalt infolge, der in solchen astronomischen Höhen abschloss. Mit ganzen 1,6 Milliarden lag Berlin im Plus. Man wollte Schulden abbauen und auf Rekordniveau investieren.


Die Berlinale 2020 fand statt

Berlinale-Plakate für die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin am Potsdamer Platz. Foto: Imago/Snapshot Photography/K. M. Krause
Berlinale-Plakate für die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin am Potsdamer Platz. Foto: Imago/Snapshot Photography/K. M. Krause

Die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin fanden vom 20. Februar bis zum 1. März 2020 und damit deutlich später als in den Vorjahren statt. Das lag aber nicht an der Pandemie, die Terminverschiebung erfolgte, damit das Festival nicht mit dem Termin der Oscar-Verleihung kollidiert. 

Die Ära Kosslick war 2020 vorüber, mit Carlo Chatrian (Künstlerische Leitung), Mariette Rissenbeek (Geschäftsführung), Christina Nord (Forum), Michael Stütz (Panorama), Anna Henckel-Donnersmarck (Shorts) und Julia Fidel (Series) waren viele neue Köpfe am Start. Der Goldene Bär der Berlinale 2020 ging an Mohammad Rasoulofs „There is no Evil“.


Das Kriegsende jährte sich zum 75. Mal

Das Brandenburger Tor im Wandel der Zeit. Oben nach der Schlacht um Berlin im Mai 1945 und unten das Brandenburger Tor heute. Fotos: Imago
Das Brandenburger Tor im Wandel der Zeit. Oben nach der Schlacht um Berlin im Mai 1945 und unten das Brandenburger Tor heute. Fotos: Imago

75 Jahre Kriegsende: Historische und aktuelle Fotos Berlins zeigen, wie die Stadt zum Kriegsende aussah – und wie sie heute aussieht: Am Ende des Zweiten Weltkrieges war nahezu alles zerstört. Die „Schlacht um Berlin“ dauerte vom 16. April bis 2. Mai, die Sowjetunion ging daraus als Sieger hervor und am 8. Mai kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Das Kriegsende ließ die Welt aufatmen. Und die Berliner mussten aus den Trümmern wieder eine funktionierende Stadt aufbauen.


Die Liebig34 wurde geräumt

Berlin 2020: Die Polizei bei der Räumung der Liebig34. Foto: Imago Images/Stefan Zeitz
Die Polizei bei der Räumung der Liebig34. Foto: Imago Images/Stefan Zeitz

Die Liebig34 wurde 1990, wie viele andere Häuser in Ost-Berlin zu dieser Zeit, von Aktivist*innen besetzt. Kurze Zeit später wurden Teile des Hauses legalisiert. 1999 verwandelte es sich in ein „anarcha-queerfeministischen Hausprojekt“, in dem ausschließlich Frauen wohnten. Über die Jahre zogen zwar auch andere Geschlechtsidentitäten ein, nur Cis-Männer waren nie willkommen.

Im Oktober 2020 wurde das Haus endgültig geräumt. Es war als Freiraum für marginaliserte Gruppen von großer Bedeutung für die Stadt – und zugleich eine Bastion gegen die Gentrifizierung Berlins. Mit destruktiven Racheaktionen verspielten die Aktivist*innen aber jegliche Sympathien, fand unser Kommentator Benedikt Kendler.


Das Jüdische Museum eröffnete eine neue Dauerausstellung

Wiedereröffnung des Jüdischen Museums Berlin: Das „Familienalbum“ ist eine interaktive Medienwand, an der man sich durch zehn ausgewählte Nachlässe aus dem Bestand des Hauses klicken kann. Foto: Yves Sucksdorff
Wiedereröffnung des Jüdischen Museums Berlin: Das „Familienalbum“ ist eine interaktive Medienwand, an der man sich durch zehn ausgewählte Nachlässe aus dem Bestand des Hauses klicken kann. Foto: Yves Sucksdorff

Nach fünfjähriger Planungsphase eröffnete am 23. August 2020 die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin. Während man hinter verschlossenen Türen an der Neukonzeption der wohl wichtigsten Projekts des Hauses arbeitete, wurde in der Öffentlichkeit über Monate der Führungsstil des Hauses diskutiert. Dabei ging es um die schwierige Balance zwischen jüdischer Repräsentation, politischer Position und wissenschaftlicher Freiheit.


Der BER hat endlich eröffnet

Berlin 2020: Nach über 14 Jahren Bauzeit kann der BER nun endlich eröffnen. Foto: Jürgen Heinrich
Nach über 14 Jahren Bauzeit kann der BER nun endlich eröffnen. Foto: Jürgen Heinrich

Nach mehr als 14 Jahren Bauarbeiten und immensen Mehrkosten konnte der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) am 31. Oktober 2020 endlich eröffnen. Der lange und steinige Weg dahin wurde vielfach kommentiert, von Politikern wie auch von den zumeist schnell wieder gefeuerten Chefs. Wir haben anlässlich der Eröffnung die 12 beklopptesten Zitate zum BER-Debakel gesammelt. 


Wir nahmen Abschied von Tegel

Mach’s gut, Tegel! Am 8. November 2020 wird der Flugbetrieb eingestellt. Foto: Imago/Stefan Zeitz
Mach’s gut, Tegel! Am 8. November 2020 wird der Flugbetrieb eingestellt. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Von 1974 bis 2020 gab es den Flughafen Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“. Mit der Eröffnung des BER endet zugleich die Geschichte vom Flughafen Tegel. TXL hat vor allem West-Berlin geprägt und war immer auch eine Herzenssache. Entlang von 12 Fotos erzählen wir die Tegel-Geschichte von den Anfängen des viertgrößten Flughafens des Landes bis zur Einstellung des Flugbetriebs im November 2020. Mach’s gut, Tegel!


Die Ärzte haben ein neues Album veröffentlicht

Die Ärzte, 2020. Foto: Jörg Steinmetz
Ein neues Album von Die Ärzte, 2020. Foto: Jörg Steinmetz

Mit „Hell“ veröffentlichten Die Ärzte ein neues Album und blieben sich thematisch und musikalisch mehr als treu. Satte Riffs, hohes Tempo, starke Texte. Auch die Vorab-Single „True Romance“ war ein Knaller! Die beste Band der Welt hat ein mehr als ordentliches Werk im Oktober 2020 vorgelegt, fand unser Rezensent Martin Schwarz. Und weil wir schon dabei waren, haben wir die Geschichte von Die Ärzte und ihrer Heimatstadt Berlin aufgeschrieben.


Der Berliner Sommer war schön

Berlin 2020: Der Schlachtensee gilt als einer der schönsten der Stadt – für manche gar der ganzen Welt. Foto: Imago Images/Zeitz
Der Schlachtensee gilt als einer der schönsten der Stadt – für manche gar der ganzen Welt. Foto: Imago Images/Zeitz

Wenigstens der Sommer war schön. Dass Berlin einige schöne Badeseen hat, ist bekannt. Abkühlung und Natur gibt es hier umsonst für alle, die sich auf den Weg machen. Wobei es von echten Geheimtipps, die herrlich abgelegen ein bisschen Ruhe verschaffen, bis zu wirklichen Berühmtheiten alles gibt. So ist der Schlachtensee schon lange nicht mehr nur Berliner*innen bekannt. Im Sommer in Berlin im Jahre 2020 wählte ihn zum Beispiel „CNN“ zu einem der schönsten Badestellen. Nicht nur in Berlin – sondern weltweit.


Die Stadt feierte 100 Jahre Groß-Berlin

Viel los auf dem Potsdamer Platz um 1920. Foto: Imago/Arkivi
Viel los auf dem Potsdamer Platz um 1920. Foto: Imago/Arkivi

Ein Jubiläum beschäftigte die Stadt: Das moderne Berlin, wie wir es heute kennen, existiert seit 100 Jahren, exakt seit dem 1. Oktober 1920. Mit der Verschmelzung des historischen Stadtkerns mit umliegenden Städten, Landgemeinden und Gutsbezirken zu Groß-Berlin entstand an der Spree quasi über Nacht die drittgrößte Metropole der Welt. Nach London und New York.

Zwar wuchs und entfaltete sich die Region schon seit dem 19. Jahrhundert in einem rasanten Tempo, und Berlins Geschichte reicht sowieso 800 Jahre zurück. Doch 1920 begann der Aufstieg Berlins zur Weltstadt. Eine Zeitreise durch 100 Jahre Berlin in 12 Fotos.


Berliner Abschiede: Michael Gwisdek, Udo Walz …

Der Schauspieler Michael Gwisdek starb im Oktober 2020, das Foto zeigt ihn bei einem Pressetermin 2018. Foto: Imago/Popeye
Der Schauspieler Michael Gwisdek starb im Oktober 2020, das Foto zeigt ihn bei einem Pressetermin 2018. Foto: Imago/Popeye

Wie in jedem Jahr sind viele Menschen von uns gegangen, die als Schauspieler, Sportler, Künstler oder Politiker unser Leben begleitet haben. Der James-Bond-Star Sean Connery etwa und der TV-Entertainer und Blödelbarde Karl Dall und natürlich Maradona, einer der besten Fußballer aller Zeiten und der SPD-Politiker Thomas Oppermann verstarb überraschend im Oktober des Jahres.

Auch wichtige Berliner haben uns verlassen, der Starfriseur Udo Walz starb am 20. November 2020. Der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek am 22. September.


Der Mietendeckel trat in Kraft

Mietdeckel soll auf dem Berliner Wohnungsmarkt helfen: Altbau gegen Neubau, aber immer gern mit saftigen Mieten. Foto: Imago Images/Sabine Gudath
Mietdeckel soll auf dem Berliner Wohnungsmarkt helfen: Altbau gegen Neubau, aber immer gern mit saftigen Mieten. Foto: Imago Images/Sabine Gudath

Es gab auch gute Nachrichten in Berlin des Jahres 2020, etwa für Mieter – zumindest vorerst: Am 23. November trat die zweite Stufe des Berliner Mietendeckels in Kraft. Das heißt, dass Vermieter überhöhte Forderungen absenken müssen. Allerdings ist dies vorerst noch kein Grund zur Freude. Denn im kommenden Jahr könnte es ein böses Mietendeckel-Erwachen geben.


Mehr zum Corona-Jahr 2020

Jahresrückblick: So war 2020 in tipBerlin-Karten… (nicht so toll). Wir haben alle Infos zu Corona-Schnelltests für euch und eine Übersicht, wo ihr euch in Berlin testen lassen könnt.