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Stadtleben

55 Gründe, jetzt gute Laune in Berlin zu haben – Fortsetzung

DerTodvonAdorno_CoverDie Revolte als Pop-Art
45 Jahre: So lange dauerte es, bis der Filmemacher Helmut Wietz seinen 1967 begonnenen Pop-Art-Comic „Der Tod von Adorno“ fertig zeichnete. Nie waren 68er-Revolte und sexuelle Befreiung so bunt. Metrolit, 72 Seiten, 22 Euro

Hasen im Frack
Der Besuch im neu eröffneten Witty-Knitters-Store am Ku’damm 175 ist wie eine Reise zu Alice im Wunderland: Hasen überall – Markenzeichen des Cashmere-Labels.
www.wittyknitters.com

»Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort«
Der durchgeknallteste, rätselhafteste, großartigste Buchtitel des Vorjahres. Ned Beaumans irrer Ritt durch das Berlin und das Los Angeles der 1930er-Jahre erscheint am 11. März bei DuMont.

»(I’m Not Born For) Plot Driven Porn« 

Titel der aktuellen Single von Jens Friebe, der am 21. März, 21 Uhr im Monarch, Skalitzerstraße 134, Kreuzberg, das ausgefallene Konzert vom Januar nachholt. Grund für die Absage seinerzeit: ein Beinbruch im Dezember. Gut, dass man im März selten Ski fährt. Besser so.

Nichts ist kurz-weiliger als eine gute Langzeitbeobachtung

Die neuen Folgen (und ältere Klassiker) von „Berlin – Ecke Bundesplatz“ laufen dienstagnachts im rbb. Noch bis 2. April zu sehen. Mehr Wilmersdorf war nie!

Barbie am Alex
Gut – das ist nur etwas für Eltern von kleinen Mädchen. Genauer für die Töchter der Eltern von kleinen Mädchen. Die interaktive Puppen-Erlebniswelt „Barbie – The Dreamhouse Experience“, die am 26. März am Alexanderplatz, ­Voltairestraße 2a, in Mitte öffnet. Ist die Tochter froh, sind es die Eltern auch. Gemeinhin.

Die gute Seite von MediaspreeRadio FluxFM im Dachgeschoss, der FluxBau im Keller. Dort einfach einen Johannisbeerschnaps von Fräulein Brösel trinken. Der wärmt, und auf der Terrasse in der Abendsonne, gegebenenfalls auch mit einer Fluppe in der Hand, kann man wunderbar über die Veränderungen namens Mediaspree da und dort drüben sinnieren.

Pfuelstraße 5, Kreuzberg

Burger-de_villePommes grün-weiß
Im Burger de Ville, einem silbrigen Bus vor dem ehemaligen Zoo-Palast,
gibt es einen Vorgeschmack auf die Küche des 25 Hours Hotels. Dort, in
den obersten Stockwerken, soll es nämlich demnächst ein Restaurant
geben: Urban Jungle. Favorisierte Pommes-Variante: mit Knoblauch und
Petersilie. Von den großartigen Burgern gar nicht zu reden. 

Höchste Brotzeit
Markus Herbicht, Küchenchef vom Ш, hat für die Hauptstädter und deren Frühstücksgewohnheiten einen Klassiker ­aufgepeppt. Die Brotzeit bedeutet frisches Brot, ähnlich einem Baguette, und darauf Salate, Schnitzelchen, eingelegtes Gemüse, Rote-Bete-Paste und mehr, der Länge nach verteilt. Dazu gibt es verschiedene Dips, Mixed Pickles und andere eingelegte Kleinigkeiten.
Mehringdamm 80, Kreuzberg, www.oeberlin.de

Endlich wieder unter freiem Himmel tanzen
Zum Beispiel beim Konzert von The xx, die am 18. Mai im Spreepark ihr bislang größtes Konzert in Berlin spielen. Kiehnwerderallee 1-3, Treptow

Adresse mit Stil
Dennis Ucak ist ein junger Koch mit großen Ambitionen, der in der Vergangenheit wenig Glück und einiges Pech hatte. Jetzt macht er mit seinem Weggefährten Pongthon Surat sein eigenes Ding mit dem Restaurant Der verrückte Hahn in Mitte. Beispielhafte Ausdauer!
Oranienburger Straße 52-53, Mitte

Eine Liga drüber
Kommt ja auch nicht so oft vor: zwei Berliner Fußballteams mit Auf­­stiegschancen für die erste Bundesliga. Hertha BSC auf sicherem zweiten Platz, Union in Sichtweite des Relegationsplatzes. Weiter so.

Frühling drunter
Unter der Winterjacke schon mal die neuen Frühlingsklamotten ausführen. Zum Beispiel Kombinationen in Weiß und Türkis wie in der Sommerkollektion „A Bigger Splash“ der Berliner Designerin Malaika Raiss, zu kaufen bei Wald, Alte Schönhauser Straße 32c, Mitte.
www.malaikaraiss.com

Rückenbekenntnis
Rucksäcke sind wieder da, vor allem in der Kombination mit viel festem Baumwollstoff und ein bisschen Leder.

Vom Wikinger­ufer über Hansa-Ufer, Bellevue-Ufer, Bettina-von ­Arnim-Ufer bis zum Reichstagsufer
Schöne Radstrecke entlang des Ufers der Spree, wo man sich auch prima mit den Ausflugskähnen messen kann. Denn Radfahren macht ohne Schneematsch erst richtig Spaß. Erbsensauce mit Ziegenkäse Erbsenveloutй mit Valençay und Wasserkresse – das macht neugierig. Es macht immer wieder gute Laune, wenn ein neuer Koch wie Henrik Strempel eine altbekannte Adresse wie das Chipps in andere sprachliche sowie kochtechnische Gefilde hebt. Für vorsichtige Restaurantbesucher hier die Übersetzung des Zwischengangs: cremige Erbsensauce mit einem französischen Ziegenkäse und einer Art
Brunnenkresse. Vielver­sprechend, das.
Jägerstraße 35, Mitte, www.chipps.de

Balkon begrünen
Jetzt ist aber Schluss mit frostig. Das trostlose, braune Grobzeug in den Balkonkästen, das den Winter mal wieder nicht überstanden hat, weicht endlich frisch gepflanzten Primeln, Narzissen oder Tulpen. Oder man sät selbst, zum Beispiel Wiesenblumensamen, am besten gleich über den gesamten Balkonboden verteilt für das echte Rasengefühl unter den Gartenlatschen oder den nackten Füßen.

»Somewhere over the rainbow skies are blue and the dreams that you dare to dream really do come true«
Höchste Zeit, angesichts des Kinostarts von „Die fantastische Welt von Oz“ mal wieder „Over the Rainbow“ aufzulegen. Nicht Marushas Version.
Sondern natürlich das Original von Judy Garland aus dem Ur-Zauberer-Streifen „The Wizard of Oz“ von 1939.

Feuer und Flamme
Tom Eisele ist von seinem Wagen begeistert. Der stolze Besitzer kommt damit an den Tisch. Es handelt sich um einen Flambierwagen. Er bereitet Entrecote zu. Butter und Rosmarinzweige kommen in die Pfanne, dann das bereits vorbereitete Stück Fleisch, dazu der entsprechende Alkohol – und die Flammen tanzen lustig drumherum. Da werden die Gäste im Fräulein Fiona ganz andächtig und still. Und so kann
Eisele viel erzählen, über diesen Klassiker, über seine Kochkunst. Über das Leben.
Fritschestraße 48, Charlottenburg

Kippenberger macht Spaß. Ganz im Ernst
Wer sich auf die ironischen Seiten von Martin Kippenbergers komplexen Werken konzentriert, die jetzt in der großen Kippenberger-Schau im Hamburger Bahnhof zu sehen sind, wird sich auf so hohem Niveau amüsieren wie schon lange nicht mehr.
Invalidenstraße 50-51, Mitte

TeufelsbergWo wir die Weite suchen
Wenn der Himmel endlich wieder aufklart: ein Ausflug zur alten Radarstation auf dem Teufelsberg. Von ganz oben den Blick über den Grune­wald und Berlin schweifen lassen. Die Weite fühlen. Ein Hauch von Unendlichkeit.

Hakata!
Japanischer Imbiss, an dessen Tür Gruppen über vier Personen und Menschen mit starkem Parfüm gebeten werden, lieber draußen zu bleiben. Dafür gibts Algensuppe, Sushi mit gegrilltem Aal, Hot Sake – und den Anblick der stoischen Restaurantbetreiber, die unmissverständlich klar machen, was Würde auf Japanisch bedeutet.
Oranienstraße 200, Kreuzberg

»Mir war so langweilig auf dem Mond. Da kam ein Komet und ich bin mitgeflogen …«
… zur Verfilmung des Buchklassikers „Der Mondmann“ von Tomi Ungerer unter der Regie von Stephan Schesch, die ab 14. März in die Kinos kommt und vorher bereits bei einem Vorpremieren-Familienfest gezeigt wird.
Sa 9.3. im Thalia, Rudolf-Breitscheid-Straße 50, Potsdam

Die wahre Gastfreundschaft
Einmal im Monat lädt der BMX-Artist Frank Wolf als Confйrencier zu seiner „Besten Story“, einer bunten Show mit Artisten, Musikern oder Poetry-Slammern, in sein kleines Cafй Moabit ein. Wolf alias Käpt’n Kiez ist eine echte Rampensau, der sowohl seine Künstlerfreunde als auch seine Gäste innig liebt. Kein Wunder, dass sein kleines Lokal kurz vor Showbeginn deshalb aus allen Nähten platzt. Wer nicht mehr reinpasst, schaut von draußen durchs Schaufenster hinein. Und zu. Wenn die Frühlingsabende wärmer werden, ist das deutlich angenehmer.
Emdener Straße 55, Moabit, Termine über www.facebook.com/bestestory

Re_Made_Re_UsedGebraucht, aber gut
Um Kulturmüll geht es, um Alltagskrempel oder Bauschutt. Daraus wird in der REH, der Raumerweiterungshalle in der Kopenhagener Straße 17, jetzt wieder Kunst. Und mit „RE-MADE“ meldet sich dieser tolle Ort zurück aus der Winterpause.

schon abgelaufen

Zum Kugeln
„Murmel Murmel“ von Herbert Fritsch ist eine Glücksdroge, bei deren Einnahme sich Wahn und Sinn Gute Nacht sagen. Allerdings sind ähnlich wie beim LSD-Konsum Flashbacks zu befürchten, bei denen man dann in Konferenzen, Bürogesprächen oder Ehekrächen breit grinsen muss, weil man, egal was
die anderen sagen, plötzlich nur noch hört, was in Fritschs Volksbühnen-Inszenierung auf der Bühne so exzessiv gesagt und gesungen wurde: „Murmel. Murmel. Murmel …“ ad infinitum. Volksbühne, Sa 2.3., 19.30 Uhr

Prima dagegen
Kann Dagegensein plus anstrengende Musik gute Laune machen? Und ob. Zumindest bei Konzerten von Schorsch Kamerun. Die nächste Gelegenheit dazu: HAU 1, So 3.3., 20 Uhr

 

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Texte:
Eva Apraku, Iris Braun, Lea-Maria Brinkschulte, Stefanie Dörre, Erik Heier, Eva-Maria Hilker, Peter Laudenbach, Hagen Liebing, Dana Sohrmann, Dirk Teuber, Robert Weixlbaumer
Fotos: Michael Bause, X-Verleih, Berlin läuft, Oliver Wolf, Harry Schnitger, Esther Suave/HiPi, Christian Glaese

 

 

 

Mehr:

Singen macht glücklich: Chöre in Berlin, Interview mit Simon Halsey

Übersichtsseite Kultur und Freizeit in Berlin

 

 

 

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