Stadtleben

Abhörstation Teufelsberg

teufelsbergAuch auf dem Teufelsberg kann man seine beim Wandern frisch verlorenen Pfunde nun schnell wieder mittels Wurst und Pommes-Mayo ersetzen. Und dies auch noch an der mit 115 Metern höchstgelegenen Imbissbude der Stadt. Pünktlich zum schönen Frühlingswetter hat direkt am Eingang zur einstigen Abhörstation der Alliierten, deren einstigen Radartürme aus der Ferne nach wie vor wie eine zerfledderte Installation aus Riesen-Ping-Pong-Bällen wirken, der Imbiss von Pia Witte eröffnet. Und kaum scheint die Sonne ein wenig, brennt hier die Luft, wenn Sonnabend und Sonntag neugierige Berliner oder sentimental rückschauende alliierte Abhörveteranen sich durchs seit rund 20 Jahren stillgelegte militärische Sperrgebiet führen lassen. Der Charlottenburger Andreas Jüttemann kam zuletzt auf die findige Idee, Führungen auf der vor 20 Jahren stillgelegten Anlage durchzuführen, die seither nur für nächtens die Zäune überwindende Graffiti-Sprayer oder Besucher exklusiver Veranstaltungen, die sich gerne auch einmal per Hubschrauber einfliegen ließen, zugänglich war. An den Wochenenden und montags (14 Uhr) kann man sich nun auch als Normalo zum Preis von 15 Euro (erm. 6 Euro) zwei Stunden lang übers verwaiste Gelände führen lassen und die Reste des Kalten Krieges bewundern. Und am Ende wartet beim Imbiss ein heißes Würstchen als Belohnung.

Text: Hagen Liebing

Foto: Oliver Wolff

Führungen über die ehemalige Abhörstation Teufelsberg  www.berlinsightout.de

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