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Alexander Puell über das Müllprobelm im Mauerpark

AlexanderPuelltip: Herr Puell, jedes Wochenende strömen Zehntausende in den Mauerpark und veranstalten ein buntes Volksfest. Was zieht Sie dorthin??

Alexander Puell: Der Mauerpark ist ein kultureller Motor. Es geht nicht darum, sich bei Bier von einem Programm berieseln zu lassen. Es herrscht eine kreative Selbstmachlaune.

tip: Die Menschenmengen hinterlassen den Park getränkt in Urin und voller Müll. Was ist zu tun??

Puell: Ich vergleiche den Park gerne mit einer WG, wo auch nicht ständig Mama und Papa angerufen werden, um aufzuräumen. Ich will das hegen und pflegen und diese Pflege nicht Polizei-Hundertschaften überlassen. Absprachen sind nötig, aber auch, dass man selber anpackt. Viele der Mauerpark-Besucher sind wenig motiviert, lange nach den passenden Mülleimern zu suchen, und viele sprechen kein Deutsch. Da setzt unser Konzept an. Ein Großteil der Besucher im Park versteht nicht, wenn an einem Eimer „Müll“ und am anderen „Heiße Asche“ steht. Wir werden mehrsprachige Schilder aufstellen, die zum Mauerpark-Flair passen.

tip: Sie planen den Einsatz von „Ansprechpartnern“, die auch schon „Parkranger“ getauft wurden …?

Puell: Die wird es nach den Sommerferien geben. Wir verhandeln noch mit den Bezirksämtern und den Gewerbetreibenden. Da tut sich was. Leute vom Flohmarkt gehen morgens und abends gegen den Müll vor. Wir beginnen mit einem Info-Pavillon und schauen, wo wir an die Leute rankommen.

tip: Verrichten die Ansprechpartner nicht die Arbeit der Polizei??

Puell: Im Hintergrund muss es weiter die amtlichen Ordnungshüter geben. Die ehrenamtlichen Ansprechpartner gehen freundlich und auf Augenhöhe auf die Leute zu. Jemand, der mit Leuten redet, wenn es Stress gibt, und darauf baut, dass nicht mehr passiert. Der Ruf nach der Obrigkeit sollte nur notwendig sein, wenn Gefahr im Verzug ist. Grillt einer mit seiner Schale auf der Wiese, zerstört er ein Stück Rasen. Deshalb seine Grillparty kaputt zu machen, ist nicht sinnvoll. Man muss erklären, dass er einen Stein drunterlegen soll.

Interview: Dennis Demmerle

Foto: Oliver Wolff

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