Stadtleben

Alkoholverbot in Berliner Grünanlagen

In der Grünanlage um den Fernsehturm, dem Marx-Engels-Forum oder im Ottopark Moabit stehen seit Jahresbeginn Schilder mit der ungelenken Formulierung: „Verzehr von Alkohol verboten“. Doch nützen die Hinweise wenig. Zwar ist das Ordnungsamt mit der Überprüfung des Verbots beauftragt, aber die personelle Situation lässt ausreichende Kontrollen gar nicht zu.

Carsten Spallek (CDU), der neue Wirtschaftsstadtrat in Mitte, greift nun zu anderen Mitteln, um das Alkoholproblem anzugehen. Er hat einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt, der zunächst ab September befristet den Rathausvorplatz an der Weddinger Müllerstraße drei Mal täglich überwachen soll. Das Gelände ist kein öffentlicher Raum, sodass das Ordnungsamt an dieser Stelle nicht zuständig ist. Eine wirksame Bekämpfung des Alkoholgenusses in der Öffentlichkeit ist die Maßnahme dennoch nicht, denn die Trinker werden lediglich vertrieben und machen an anderer Stelle weiter.

Damit reiht sich das Verbot in eine Reihe anderer Anordnungen, wie das Verbot auf öffentlichen Kinderspielplätzen „zur Vermeidung der Gefährdung spielender Kinder“ zu rauchen oder Alkohol zu trinken, die sich in der Realität leider kaum durchsetzen lassen. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens die bisherigen Kontrollen am Alexanderplatz für ein Umdenken sorgen. Dort wurden nicht nur Platzverweise wegen Alkoholkonsums erteilt, sondern auch Anzeigen gegen Gewerbetreibende geschrieben, die Jugendlichen Alkohol oder Tabak verkauft haben.

Foto: hupe-graphics

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