Stadtleben

Anständig absagen

„No Show!“ So nannte es Manuel Finster kürzlich. Er ist der Res­taurantleiter im Facil. Und wenn Gäs­te, die bereits vor Tagen reserviert haben, aber an dem betreffenden Abend ohne abzusagen einfach nicht kommen, dann ist das wie gesagt für den höflichen Finster nur „No Show!“

Für andere ist das nicht so leger wegzustecken. Dieses schlechte Benehmen soll sich angeblich in letzter Zeit häufen, in der Ära der sinkenden Börsenkurse. In den einschlägigen Sterne- und Gourmetrestaurants bleiben noch einige wenige Gäste unentschuldigt weg. Tafel_Foto_von_Rainer_SturmDas macht wiederum das gesamte gastronomische Personal wuschig. Denn die geplanten Einnahmen sind futsch, man hat anderen Gästen, also eventuellen Umsatzbringern, für den Abend abgesagt und könnte, wenn man sich in depressive Krisenstimmung versetzt, sich vor einer bösen Entwicklung fürchten: fast leere Restaurants, in denen nur ein, zwei Tische besetzt sind, von sparsamen Menschen, die ihre Goldbarren, ihr Tafelsilber verhökern und sich ein Menü samt Weinbegleitung leisten. So schlimm wird es hoffentlich dann doch nicht werden. Aber wer zurzeit nicht liquide ist, der sollte wenigstens anständig absagen.

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