Architektur

Barock-Architektur in Berlin: Prachtvolle Bauten vergangener Zeiten

Barock-Architektur findet man auch in Berlin, obwohl die Bauten der Stadt vergleichsweise jung sind. Die meisten entsprechenden Gebäude entstammen dem 17. und 18. Jahrhundert, und der Stil sticht sofort ins Auge: Üppige Formen und ein besonderes Gespür für den Lichteinfall kennzeichnet Barock-Architektur. Daneben sind strenge Symmetrie, monumentale Säulen, filigrane Fresken und hübscher Zierrat wichtig – kein Wunder, dienten barocke Gebäude doch dem Repräsentationsbedürfnis des Adels oder sollten als Sakralbauten überwältigend wirken. 12 barocke Bauwerke in Berlin stellen wir euch hier vor.


Alte Bibliothek

Barock in Berlin: Vorbild für die Alte Bibliothek war ein Trakt der Wiener Hofburg. Foto: Imago/agefotostock/YAYMicro
Barock in Berlin: Vorbild für die Alte Bibliothek war ein Trakt der Wiener Hofburg. Foto: Imago/agefotostock/YAYMicro

Berlin ist eine bescheidene Stadt, und Preußens Könige sind nicht für Prasserei und Verschwendungssucht bekannt gewesen, sondern für eine gewisse Kargheit im Lebensstil – zumindest im Vergleich zu Herrscherfamilien anderer Länder. Somit passt es ganz gut ins Bild, dass die bis 1780 fertiggestellte Alte (damals Königliche) Bibliothek – eines der wichtigsten Bauwerke des Barock in Berlin – ein freundlicher Gruß ans Bürgertum war: ein selbstständiger Bibliotheksbau für alle, nicht bloß für den Adel.

Das Vorbild des Bauwerks befindet sich in Wien, der prächtige Michaelertrakt der Hofburg. Die Berliner Kopie ist allerdings ein bisschen weniger prunkvoll, die Fassade hat weniger Schwung, und der Platz um das Bauwerk ist kleiner. Die Bibliothek wirkte zunächst überdimensioniert, passte nicht recht ins Stadtbild und wuchs auch kaum. In Berlin nannte man sie belustigt “Kommode”. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk außen historisch rekonstruiert und beherbergt heute die juristische Fakultät der Humboldt-Universität. Noch immer prägt sie das Forum Fridericianum, ein Ensemble bedeutender Bauwerke des Barock, Rokoko und Klassizismus in Mitte.

  • Alte Bibliothek Bebelplatz 2, Mitte

Parochialkirche

Die Parochialkirche ist eines der wichtigsten Barock-Bauwerke in Berlin. Der Turm ist eine Rekonstruktion und erst einige Jahre alt. Foto: Imago/Schöning
Die Parochialkirche ist eines der wichtigsten Barock-Bauwerke in Berlin. Der Turm ist eine Rekonstruktion und erst einige Jahre alt. Foto: Imago/Schöning

Johann Arnold Nering, einer der wichtigsten Baumeister des Barock in Berlin, schuf einen Teil des Schlosses Charlottenburg, an der Littenstraße eine heute nicht mehr existierende Arena für Tierkämpfe, und mit der Parochialkirche entwarf er einen der ältesten Sakralbauten in Berlin. Ganz in der Nähe finden sich sogar noch erhaltene Teile von Berlins Stadtmauer. Nering starb allerdings wenige Monate nach der Grundsteinlegung 1695, seine Entwürfe wurden nicht eins zu eins ausgeführt.

Die Parochialkirche ist charakterisiert durch hohe Rundbogenfenster, mächtige Pilastersäulen und die hell verputzte Fassade. Sie ähnelt der Garnisonkirche, die in Potsdam rekonstruiert werden soll, und hat selbst einen umfassenden Restaurierungsprozess hinter sich: Schon im 19. Jahrhundert verschwand der barocke Schmuck aus den Innenräumen, im Krieg wurde das Bauwerk weitgehend zerstört. Zu DDR-Zeiten fanden hier zunächst Gottesdienste statt, dann Ausstellungen, später diente der Barockbau als Lagerraum für Möbel. Heute ist die Kirche vollständig restauriert, 2016 war auch der Wiederaufbau des Turms nach historischem Vorbild abgeschlossen.

  • Parochialkirche Klosterstraße 67, Mitte

Zeughaus

Im Barock lag der Fokus oft auf Repräsentation. Das Berliner Zeughaus sollte den preußischen Militärerfolgen Rechnung tragen. Heute beherbergt es das DHM. Foto: Imago/Hohlfeld
Im Barock lag der Fokus oft auf Repräsentation. Das Berliner Zeughaus sollte den preußischen Militärerfolgen Rechnung tragen. Heute beherbergt es das DHM. Foto: Imago/Hohlfeld

Das älteste Bauwerk Unter den Linden ist das Zeughaus, errichtet in den Jahren 1695 bis 1706 als repräsentatives Waffenarsenal für die Armeen Brandenburg-Preußens. Der Einsatz billiger Materialien und eine gewisse Behäbigkeit bei der Fertigstellung schmälerten den Gesamteindruck jedoch erheblich. Und mit dem Amtsantritt von Friedrich Wilhelm I., bekannt als “Soldatenkönig”, wurde Sparsamkeit zur Tugend, barocker Zierrat geriet in Verruf. 1730 waren auch die vergleichsweise schlichten Innenräume fertig, das Zeughaus kam seiner Bestimmung zu und diente bis 1876 als Waffenlager.

Bemerkenswert sind neben der filigranen Barockfassade und dem Krieg huldigenden Kunstwerken die Skulpturen vom wichtigen preußischen Architekten Andreas Schlüter: Seine “Köpfe sterbender Krieger” überstanden erstaunlicherweise alle Kriege.

Nachdem um 1876 die Bedeutung als Waffenlager in den Hintergrund gerückt war, wurde das Zeughaus mehr und mehr zur Kunstsammlung und wurde 1950 entkernt. Seit 2003 beherbegt es das Deutsche Historische Museum.

  • Deutsches Historisches Museum/Zeughaus Unter den Linden 2, Mitte

Schloss Schönhausen

Barock im Norden von Berlin: Im Schloss Schönhausen erfährt man viel über den Geschmack preußischer Herrscher und Wilhelm Pieck. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Das Schloss Schönhausen ist eines der bemerkenswertesten Bauwerke aus der Zeit des Barock in Berlin. Maßgeblich gestaltet wurde es auf Geheiß von Königin Elisabeth Christine, der Gattin von Friedrich II., die hier ihre Sommermonate verbrachte und von ihrem Gemahl weitestgehend ignoriert wurde. Aber auch als Amtssitz von Wilhelm Pieck, dem einzigen Präsidenten der DDR, ist das Gebäude bekannt – weshalb man von außen barocke Pracht bewundern kann, im Innern allerdings in ganz unterschiedliche Welten abtaucht.

Das mittlerweile als Museum genutzte Gebäude beherbergt nicht nur eine beeindruckende Sammlung von Rokoko-Inneneinrichtung, sondern gewährt mit den erhaltenen Gästeappartements für hochrangige Staatsgäste aus dem sozialistischen Ausland und dem Arbeitszimmer von Wilhelm Pieck auch Einblicke in den DDR-Machtapparat. Wer ins Obergeschoss gelangen will, erklimmt dafür die Stufen von einem der schönsten Treppenhäuser in Berlin. Und wer mehr über das Schloss Schönhausen und den wunderschönen Schlosspark Pankow erfahren will, liest hier weiter.

  • Schloss Schönhausen Tschaikowskistraße 1, Niederschönhausen

Jüdisches Museum Berlin

Das Jüdische Museum besteht aus einem barocken Gebäude und dem spektakulären Neubau von Daniel Libeskind. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Das Jüdische Museum Berlin besteht aus einem barocken Gebäude und dem spektakulären Neubau von Daniel Libeskind. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Das Jüdische Museum Berlin ist ein Ort architektonischer Kontraste. Mit grauem Sichtbeton, Zick-Zack-Formen und beunruhigend schrägen Achsen bannt der Neubau sofort den Blick. Entworfen hat ihn Daniel Libeskind, über den ihr hier mehr lest.

Nur unterirdisch ist der Libeskind-Bau mit dem barocken Teil des Museums verbunden. Das Kollegienhaus, 1735 nach Plänen des bedeutenden Berliner Barock-Architekten Philipp Gerlach gebaut, beherbergte zunächst das preußische Kammergericht, danach eine evangelische Verwaltungsbehörde. Fast hätte das im Krieg schwer beschädigte Bauwerk für einen Autobahnbau weichen müssen, wurde aber restauriert und diente als stadthistorisches Museum, bevor Europas größtes Museum zur jüdischen Kultur und Geschichte 2011 einzog.

  • Jüdisches Museum Berlin Lindenstraße 9–14, Kreuzberg

Magnushaus

Schlichter als Schlösser, aber doch ein wichtiges Bauwerk des Barock in Berlin: das Magnus-Haus. Foto: Imago/Seeliger
Schlichter als Schlösser, aber doch ein wichtiges Bauwerk des Barock in Berlin: das Magnus-Haus. Foto: Imago/Seeliger

Barocke Architektur ist geradezu dramatisch, an den mit zahlreichen Ornamenten geschmückten, auf emotionalen Effekt ausgerichteten und dabei doch streng gestalteten Fassaden ist üblicherweise eine ganze Menge los. Mit dem Aufkommen des klassizistischen Barock im 18. Jahrhundert löste eine gewisse Strenge diese fast rauschhafte Bauweise ab – keine Überraschung im zunehmend auf Sparsamkeit ausgerichteten Preußen.

Davon zeugt auch das Magnus-Haus, das sich Am Kupfergraben befindet und allen aufgefallen sein dürfte, die auf der Museumsinsel unterwegs sind. Aquarellzeichnungen des Bauwerks fertigte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, die Ausführung lag um 1753 beim Niederländer Johann Boumann, der schon das heutige Hauptgebäude der Humboldt-Universität entworfen hatte. Pilaster und hohe Fenster strukturieren die Fassade, im Innern kann man sogar erhaltene Rokoko-Treppenläufe bestaunen. Im 19. Jahrhundert lebte hier der Physiker Heinrich Gustav Magnus, heute ist die Deutsche Physikalische Gesellschaft Hauptmieterin.

  • Magnus-Haus Am Kupfergraben, Mitte

Schloss Charlottenburg und Orangerie

Das Schloss Charlottenburg zählt zu den schönsten Bauwerken in der Stadt. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Das Schloss Charlottenburg zählt zu den schönsten Bauwerken in der Stadt. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Hohe Fenster, Pilaster, die sich fast bis zum Dach ziehen, und eine prächtige Kuppel aus Kupfer prägen das Schloss Charlottenburg, das wohl prächtigste Bauwerk in Berlin. Gebaut wurde es für Sophie Charlotte von Hannover, Ehefrau von Friedrich I., König in Preußen. Die Fertigstellung des Bauwerks dauerte jedoch rund ein Jahrhundert, von 1695 bis 1791 waren Johann Friedrich Eosander, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Carl Gotthard Langhans dafür verantwortlich, dass mit prächtigem Barock, verspieltem Rokoko und strengem Klassizismus so viele unterschiedliche Baustile das Erscheinungsbild prägen.

Besonders sehenswert ist auch der wunderschöne Barockgarten der Schlossanlage – und die ebenfalls barocke Große Orangerie, in der früher die nicht winterfesten Kübelpflanzen die kalten Monate verbrachten, heute jedoch Veranstaltungen und Feste stattfinden.

  • Schloss Charlottenburg Spandauer Damm 10–22, Charlottenburg

Jagdschloss Glienicke

Das barocke Jagdschloss Glienicke war der Ausgangspunkt für große Umgestaltungen. Foto: Imago/Schöning

Am Stadtrand von Berlin, in Blickweite vom Potsdamer Schloss Babelsberg und der für die deutsch-deutsche Geschichte so wichtigen Glienicker Brücke, gibt es eigentlich nur Highlights: Das von Schinkel erbaute Kasino, der von Lenné märchenhaft gestaltete Schlosspark Glienicke, über den ihr hier mehr lest, das Schloss Glienicke selbst – und das kleine barocke Bauwerk, mit dem die Bebauung des Geländes seinen Anfang nahm: ein Jagdschloss, fertiggestellt 1693 und 1701 im Stil des französischen Barock erweitert und über die Jahrhunderte immer wieder umgebaut.

Über all die Zeit diente es auch den unterschiedlichsten Zwecken: Es war Lazarett für das preußische Garderegiment, Waisenhaus und Tapetenmanufaktur, Jugendbegegnungsstätte und sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut. Als Teil der preußischen Schlösser und Gärten gehört das barocke Bauwerk zum Unesco-Welterbe in Berlin und Potsdam. In unmittelbarer Nähe verläuft ein Teil des Mauerwegs.

  • Jagdschloss Glienicke Königsstraße 36, Wannsee

Alter Marstall

Der Alte Marstall ist ein barocker Zweckbau – und eins der ältesten Gebäude in Berlin. Foto: Imago/Schöning
Der Alte Marstall ist ein barocker Zweckbau – und eins der ältesten Gebäude in Berlin. Foto: Imago/Schöning

Der Neue Marstall am Ufer der Spree ist ein Bauwerk des Neobarock. Der Alte Marstall hingegen ist wirklich alt, sogar eines der ältesten Gebäude in Berlin-Mitte. Gebaut von 1665 bis 1670, ersetzte das frühbarocke Gebäude den niedergebrannten Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert, und diente zur Unterbringung von Pferden, Reitgeschirr, Fuhrwerken, Schlitten und Wagen, die zum Teil auch ausgestellt wurden.

Der barocke Zweckbau gehört heute zur Zentral- und Landesbibliothek Berlin und ist nicht mehr ganz so prachtvoll wie zu seiner Entstehungszeit. Die barocken Holzschnitzereien, die rund um das Portal ihre Schmuckwirkung entfalteten, gibt es nicht mehr.

  • Alter Marstall Breite Straße 32–37, Mitte

Schlosskirche Buch

Der Turm fehlt, aber das tut der Wirkung keinen Abbruch. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Friedrich Wilhelm Dieterichs, bedeutender Barock-Architekt in Berlin und Preußen, schuf Ensembles von hohem künstlerischen Wert ud war maßgeblich an den Terrassenanlagen in Sanssouci beteiligt. Sein erster Kirchenbau befindet sich im Pankower Ortsteil Buch. Der barocke Sakralbau ist schwer zu übersehen, die runden Fenster, die klar strukturierte Fassade mit toskanischen Säulen und vor allem der rötliche Putz machen die Schlosskirche Buch zu einem Blickfang.

Dabei ist sie heute weitaus weniger beeindruckend als zu ihrer Entstehungszeit. Der Ost-Berliner Magistrat ließ die ebenfalls barocken Bauwerke in der Umgebung abreißen, Schloss und Orangerie sind nicht erhalten. Den beschädigten Kirchenbau hingegen baute man wieder auf, wenn auch in vereinfachter Form: Der einst stolze Turm der Schlosskirche ist nicht mehr erhalten.

  • Schlosskirche Buch Alt-Buch 36, Buch

Schloss Köpenick

Bei einem Ausflug in den Südosten Berlins sollte man unbedingt das barocke Schloss Köpenick besuchen. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Bei einem Ausflug in den Südosten Berlins sollte man unbedingt das barocke Schloss Köpenick besuchen. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Slawische Burgwälle lassen sich auf diesem Grundstück in Köpenick schon für das 9. Jahrhundert belegen. Auf einer Insel inmitten der Dahme befindet sich heute ein Bauwerk des Barock, das ab dem späten 17. Jahrhundert ein viel älteres Renaissance-Jagdschloss erweiterte. Bis 1690 waren die Arbeiten abgeschlossen, neue Trakte und eine barocke Schlosskirche waren entstanden.

Im Innern ist besonders der Wappensaal beeindruckend. Eine Dauerausstellung im Schloss zeigt Werke der Raumkunst aus der Zeit des Barock, Rokoko und aus der Renaissance. Bei aller Schönheit des Ensembles fehlt jedoch eines: Der strenge Barockgarten ist nicht mehr erhalten. Fürstliches Flair: Weitere Schlösser in Berlin zeigen wir euch hier.

  • Schloss Köpenick Schlossinsel 1, Köpenick

Deutscher und Französischer Dom

Der Französische Dom auf dem Gendarmenmarkt. Foto: Imago/Schöning
Der Französische Dom auf dem Gendarmenmarkt. Foto: Imago/Schöning

Geht es um Barock in Berlin, sollte man nicht zu streng sein: Ein Großteil der Bauwerke wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, manche so sehr, dass sie umfassend neu aufgebaut werden mussten. Mehr zu rekonstruierten Bauwerken in Berlin könnt ihr hier erfahren. Der Deutsche und der Französische Dom am Gendarmenmarkt sind jedenfalls keine Originale. Das Ensemble besteht aus Konzerthaus, Deutschem und Französischem Dom, letztere wurden 1780 bis 1785 von Carl von Gontard errichtet. Die Bauwerke wurde nach dem Vorbild des römischen Piazza del Popolo und des heutigen Panthéon in Paris errichtet. Die beiden Kirchenbauten flankieren das klassizistische Konzerthaus, trugen jedoch im Zweiten Weltkrieg erheblichen Schaden davon.

Erst 1978 begannen die Wiederaufbauarbeiten, bei denen die Gebäude außen originalgetreu rekonstruiert, innen jedoch modern und vereinfacht aufgebaut wurden. Zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 waren die Arbeiten abgeschlossen. Mehr zum Gendarmenmarkt erfahrt ihr hier.

  • Deutscher und Französischer Dom Gendarmenmarkt, Mitte

Palais Schwerin

Das barocke Palais Schwerin ist ein Schmuckstück am Molkenmarkt. Foto: Imago/Imagebroker
Das barocke Palais Schwerin ist ein Schmuckstück am Molkenmarkt. Foto: Imago/Imagebroker

Die filigranen Fenster mit ihren Schmuckelementen fallen sofort ins Auge, danneben die skulpturalen Verzierungen am Dach: Das Palais Schwerin ist ein barockes Schmuckstück am Molkenmarkt. Gebaut wurde das Palais im späten 17. Jahrhundert, seinen Namen trägt es wegen seines damaligen Besitzers, dem preußischen Staatsminister Otto von Schwerin. Wurde das Gebäude zunächst noch als Wohnhaus vermietet, zogen bald preußische Institutionen ein, im 19. Jahrhundert diente das schmucke Haus gar als Gefängnis.

In den Jahren 1937/38 wurde das Gebäude entkernt, nur die barocke Fassade blieb erhalten. Nötig war dies, weil direkt nebenan ein Neubau der Münzprägeanstalt, heute die Alte Münze, das Palais mit einbezog, die Bauwerke sollten zum Ensemble werden. Im Zuge dessen wurde das Palais selbst um zwei Neubauten erweitert, die weitaus schlichter sind, aber in der Farbgebung den Stil des barocken Baus aufgreifen.

  • Palais Schwerin Molkenmarkt 1, Mitte

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