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Berlins Architektur – unser Guide von Bauhaus bis Baller, von Top bis Flop

Von weltberühmten Werken der großen Architektur-Meistern bis zu fragwürdigen Entgleisungen – die trotzdem ihre Fans haben: Berlin ist für Fans von Bau und Bauwerken nicht nur wegen (oder trotz) der vielen Baustellen eine Reise wert. Von Bauhaus bis Baller, von Botschaft bis bodenlos hässlich stehen hier Häuser, Türme, Brücken und anderes, was Gäste gut finden können, aber nicht müssen.

Wir stellen unter verschiedenen Themenschwerpunkten immer wieder tolle Ziele vor. Nicht nur für Menschen, die die Stadt besuchen, sondern vor auch für jene, die in ihr leben. Und die ihr Wissen und ihren Horizont erweitern wollten.

In diesem Artikel haben wir unsere beliebtesten Architektur-Guides für euch gesammelt. Egal, ob ihr den Charme der berühmten Großwohnsiedlungen feiert oder die Philharmonie von Star-Architekt Hans Scharoun bewundern wollte. Hier findet ihr für jeden Rundgang die passenden Ziele.

Die Höhepunkte: Architektur, die das Stadtbild prägt

Die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel ist eine der neueren architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt – und war keine einfache Schöpfung. Foto: Imago Images/Zensen

Für eine Hauptstadt gehört sich eine gewisse Anzahl an Prunkbauten, die manchmal umstritten, manchmal verschwenderisch pompös, manchmal von schlichter Eleganz sind – und oft sogar alles auf einmal. Star-Architekt Hans Scharun hat mit der Philharmonie die Symbiose aus Eleganz und Funktionalität gebaut. Der Bierpinsel in Steglitz ist sicher außergewöhnlich – und auch Jahrzehnte nach dem Bau noch – futuristisch. Chipperfields James-Simon-Galerie auf der Museuminsel darf als schwieriges Unterfangen gewertet werden, ist dadurch aber nicht weniger sehenswert. Dazu kommen stille Zeugen vergangener Zeiten, vom DDR-Stil bis zum Brutalismus. Ihr seht: Viel zu entdecken – hier sind unsere 12 Architektur-Tipps für den Berlin Trip, quer durch alle Stile.


Die Klassiker: Wie Preußens Architekten das Stadtbild Berlins prägten

Preußen und Architektur: Das Brandenburger Tor um 1850.
Das Brandenburger Tor um 1850. Foto: Imago/Imagebroker Berlin

Egal, ob es um klassizistische Kulturtempel, neugotische Kirchen oder mondäne Schlösser geht – Berlin hat viele klassische Bauten, die im Architektur-Kanon eine wichtige Rolle spielen. Ob es nun der „Michelangelo des Nordens“, Andreas Schlüter ist, oder Karl Friedrich Schinkel, der Preußen entscheidend geprägt hat: Eine geschichtliche Auseinandersetzung mit Berlin ist auch immer eine Auseinandersetzung mit Architektur im Kontext der Geschichte. Oder würde irgendjemand behaupten, dass Carl Gotthard Langhans‘ Brandenburger Tor kein Klassiker ist? Eben. Entsprechend nehmen euch unsere Empfehlungen auf eine Zeitreise mit: 12 berühmte Architekten des alten Berlin – klassizistisch, historistisch, preußisch.


Die Moderne in Berlin – wichtige Architekten von Behrens bis Scharoun

Moderne Architektur in Berlin: Gustav-Adolf-Kirche, Herschelstraße, Charlottenburg. Foto: Imago/Schöning
Otto-Bartning entwarf die Gustav-Adolf-Kirche an der Herschelstraße in Charlottenburg. Foto: Imago/Schöning

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde das preußische Erbe hinter sich gelassen, in der Architektur herrschte ein neuer Geist. Neue Konstruktionsweisen, eine klare Formensprache und der Einsatz von innovativen Materialien veränderten die Wohnsiedlungen, Industrieanlagen, Villen und öffentliche Gebäude. Nach dem Ersten Weltkrieg beschleunigte sich der Prozess. Poelzig, Behrens, Gropius und Mendelsohn waren einige der neuen Baumeister. Diese 12 Architekten sollte man kennen, um die Moderne in Berlin zu verstehen.


Bauhaus und Neues Bauen in Berlin – es muss nicht immer Dessau sein

Die Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg ist von Bauhaus-Architektur beeinflusst. Foto: Imago Images/Schöning
Die Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg ist von Bauhaus-Architektur beeinflusst. Foto: Imago Images/Schöning

Klar, es gibt ein paar gute Gründe für Bauhaus-Fans, sich von Berlin aus in den Zug zu setzen und Weimar und Dessau zu erkunden – nicht nur, dass die Verbindung ganz einfach ist. Aber neben den Zentren der Bauhaus-Schule hat eben auch Berlin einiges zu bieten – das Mies van der Rohe-Haus etwa ist ein kleines Bauhaus-Museum, das Bauhaus Archiv bekommt endlich eine Generalüberholung, am Stadtrand steht die Waldsiedlung Zehlendorf. Viel zu entdecken also für alle, die sich mit der Bauhaus-Schule auseinandersetzen und trotzdem nicht die Hauptstadt verlassen wollen – Bauhaus und Neues Bauen in Berlin: 12 Gebäude mit großen Visionen.


Die architektonischen Spuren des Dritten Reichs in Berlin

Glockenturm am Maifeld, Olympiapark. Foto: Imago/Schöning
Glockenturm am Maifeld, Olympiapark. Foto: Imago/Schöning

Auch die Nazizeit hinterließ ihre Spuren in Berlin. Nicht nur mit der Vernichtung von Bauwerken, sondern auch dem Bau neuer. Stadtplanung und Bauwesen waren dabei zentrale Pfeiler der aggressiven Machtpolitik. Einige Strömungen, etwa Bauhaus, waren Hitler und den Nazis viel zu modern, zu egozentrisch. Die Bauherren des Führers folgten dabei vor allem Albert Speer, wenngleich auch der sich nicht allen Entwicklungen der Architektur verwehren konnte. Berühmteste Spuren der Diktatur sind in Hinsicht auf Gebäude in Berlin sicher Olympiastadion und Tempelhof. Weitere bauliche Hinterlassenschaften dieses finsteren Kapitels der deutschen Geschichte, Bauwerke der Nazi-Zeit in Berlin, findet ihr hier.


Gehasst, geliebt: Inken, Doris und Hinrich Baller und die Architektur für Laien

Man kann die Spreewaldgrundschule lieben oder hassen, zumindest ist der Baller-Bau unbestreitbar auffällig. Foto: Imago Images/Schöning

Waren es Bauherren, die einfach um jeden Preis mit ihren Gebäuden auffallen wollten? Oder eben doch die ballerischen Verhandlungsgeschicke, die Hausbauer glauben ließen, Gebäude ohne ausreichend Rundungen wären die Beachtung kaum wert? Hinrich Baller ist der Antichrist der Architektur und Messias des Architektur-Pöbels zugleich. Ob nun die Sporthalle der Spreewaldgrundschule, das Einkaufszentrum Castello oder die bizarre Opulenz am Fraenkelufer – Baller hat seine Spuren hinterlassen. Immerhin: Selbst der schlichteste Anfänger erkennt ein Baller-Werk sofort. Diese 12 Baller-Bauten finden wir in Berlin am schauerlich-schönsten.


Groß, größer – Großwohnsiedlung: Diese Megabauten sind berühmt-berüchtigt

Alle unter einem Dach: eines der Häuser der Gropiusstadt. Eine besondere Ästhetik – und ein Symbol dafür, was passiert, wenn architektonische Trends nur kurz dem Zeitgeist enstprechen. Foto: Schöning

Es gab sie die Zeit, als Großwohnsiedlungen der heiße Sch… ähhh Trend der Wohnkultur waren. Bundesweit wurden dann Hochhäuser aus dem Boden gestampft. Schnell war der Wunsch nach Individualität und Abstand dann aber doch größer als das Verlangen, sich das Klingelschild mit Hunderten Parteien zu teilen. Entsprechend sind Projekte wie die ambitionierte Gropiusstadt, ersonnen von Walter Gropius und gebaut von 1962 bis 1975, heute eher berüchtigt. Was vor allem für die Bewohner eine Bürde ist. Ob Märkisches Viertel (hier wurde Sido groß) oder die Plattenbauten an der Michelangelostraße – Berlins Großwohnsiedlungen haben eine besondere Ästhetik. Die aber auch ihre Fans hat.


Koolhaas, Libeskind & Co. – Stararchitekten prägen geeintes Berlin

Erweiterungsbau und Eingang des Deutsches Historisches Museums Berlin vom amerikanischen Stararchitekten I.M. Pei. Foto: Imago/Imagebroker
Erweiterungsbau und Eingang des Deutsches Historisches Museums vom amerikanischen Stararchitekten Ieoh Ming Pei. Foto: Imago/Imagebroker

Nach der Wende gewann Berlin wieder an globaler Bedeutung und zog die ganz großen Stars der Branche an. Die Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschland veränderte sich seit dem Mauerfall massiv, und dafür waren auch Architekten wie Norman Foster, Daniel Libeskind, Frank Gehry und David Chipperfield, Ieoh Ming Pei verantwortlich. Foster ist etwa für die Kuppel des Reichstags verantwortlich – wohl eine der berühmtesten Kuppeln der Welt. Mehr Stararchitekten, die Berlin nach der Wende prägten.


Auch Bahn-Stationen können in Berlin architektonische Kleinode sein

Die Eingangshalle im U-Bahnhof Wittenbergplatz ist zum Umsteigen gedacht, doch sie so schön, dass man auch verweilen möchte.
Die Eingangshalle im U-Bahnhof Wittenbergplatz ist zum Umsteigen gedacht, doch sie ist so schön, dass man auch verweilen möchte. Foto: BVG/Jörg Pawlitzke

Ja, schon klar, die U-Bahn-Stationen Berlins kommen nicht allen sofort in den Sinn, wenn es um bemerkenswerte Architektur geht. Manche sind einfach nur funktional, und manchmal ist diese Funktionalität auch nicht nur Zugverkehr, sondern auch (ungeplant) öffentliche Toilette. Neben den Stationen des Grauens gibt es aber auch welche, die mit Eleganz, Opulenz oder Detailverliebtheit überzeugen. Ob nun die nachts beleuchtete Kuppel des Nollendorfplatzes, die erfreuliche Symmetrie des Aufstiegs am Eberswalder Platz oder die kreuzförmige Eingangshalle mit neoklassizistischen Formen und quadratischem Turmaufsatz am Wittenbergplatz – an den 12 schönsten U-Bahnhöfen Berlins können wir uns kaum satt sehen.


Berlin ist hart – Brutalismus ist härter: Eine besondere Beziehung

Beton und Brutalismus in Berlin: König Galerie in der Kirche St. Agnes in, Kreuzberg.
König Galerie in der St.-Agnes-Kirche in Kreuzberg. Foto: Imago Images/Schöning

Wenn eine Stadt erst einmal eine kilometerlange Betonmauer akzeptieren muss, kommt sie mit ein paar anderen Betonklötzen ganz einfach klar: Berlin und Brutalismus sind eng miteinander verbunden, und weil gerüchteweise der Ton der Hauptstädter*innen auch eher brutal (ehrlich) ist, ergibt das auch Sinn (auch wenn wir natürlich wissen, dass der Begriff eigentlich vom französischen „béton brut“, zu Deutsch „roher Beton“, kommt). Ob nun das Luftbrückendenkmal, der Trudelturm oder der brutal gefährdete Mäusebunker: Beton prägt das Stadtbild. Aber wie die Berliner*innen sind auch manche der klobigsten, härtesten Bauten mit einem wunderschönen Kern gesegnet. Etwa die St.-Agnes-Kirche (heute Ausstellungsraum der Galerie König) und der Bunker in Mitte, der die Boros-Sammlung zeigt. Harte Ästhetik mit Gefühl: 12 mal Brutalismus und Beton in Berlin.


Die Botschaftsgebäude: Diese Vertretungen sind sehenswert

Botschaft von Ägypten.
Die Botschaft von Ägypten. Foto: Imago/Schöning

Als politischer Mittelpunkt Deutschland ist natürlich die Zahl der Botschaften anderer Länder hoch. Manche begnügen sich mit verhältnismäßig schlichten Unterkünften. Dann gibt es die Auffälligen: Die Architekten Gerhard Bartels und Nabil Fanous entwarfen den markanten Neubau der saudischen Botschaft. Ägyptens Botschaft erinnert glatt ein wenig ans Berghain. Und die USA? Haben sich natürlich eine der Toplagen gesichert – direkt am Brandenburger Tor. Die kleine Weltreise in Berlin offenbart in jedem Fall spannende Architektur – 12 besondere Botschaftsgebäude haben wir für euch beschrieben.


Verschont, verschönert: Altbau ist Stadtromantik – mit hohen Preisen

Die Altbauten der Oderberger Straße in Berlin zeigen ihre prächtig leuchtenden Fassaden. Foto: Imago Images/Jürgen Ritter

Dass Neuankömmlinge in Berlin, so sie keine Großverdiener*innen sind, mit allem froh sein müssen, was sie kriegen können, ist bekannt. Nur wer richtig Glück, Kontakte oder Kohle hat, kann sich die üblichen Träumereien leisten: schöne Dielen, hohe Decken, Stuck und am besten das alles in bester Umgebung. Überall in der Stadt gibt es diese Altbauten, die der Krieg verschonte und die nun einige Straßen zu wahren Prachtboulevards machen. Und ein Spaziergang zwischen den schönen Fassaden kostet ja erstmal nichts – hier erlebt ihr Berliner Altbau ohne Fantasie-Mieten.


Hoch hinaus oder tief hinab – Berlins vielfältigen Türme und Tunnel

Die bekanntesten Zwillingstürme Berlins stehen am Frankfurter Tor in Friedrichshain.
Karl-Marx-Allee am Frankfurter Tor. Die beiden Türme markieren die Blickachse in Richtung Alexanderplatz. Foto: Imago/Imagebroker

Tunnel und Türme eint, dass sie früher vor allem aus pragmatischen Gründen erbaut wurden. Man wollte Angreifende möglichst früh sehen. Oder unterirdisch – heimlich also – Orte verbinden. Nun erfüllen die allermeisten Türme und Tunnel auch heute noch Aufgaben. Aber der Pragmatismus hat sich wie bei vielen Bauvorhaben auch mit dem Wunsch nach Ästhetik verbunden: Das Notwendige soll das Stadtbild zumindest nicht zerstören, im besten Fall aufwerten. Orte wie der Fernsehturm und der Funkturm sind Wahrzeichen geworden, andere der schönsten und wichtigsten Türme der Stadt sind teils weniger bekannt, aber nicht weniger bemerkenswert.

Tunnel in Berlin: Tunnel zur Siegessäule.
Tunnel zur Siegessäule unter dem Großen Stern. Foto: Imago/Hohlfeld

Die Tunnel der Stadt sind weniger berühmt als ihre hochwachsenden Baugeschwister, die Türme, aber nicht weniger bemerkenswert. Wenngleich sie oft eine Kühle ausstrahlen oder gar ein Unbehagen auslösen. Das Tunnelsystem am Großen Stern mutet in seiner radikalen Schlichtheit fast moderner an als manch Sehenswürdigkeit. Der 2,4 Kilometer lange Tiergartentunnel zeigt, wie eine unterirdische Verbindung das Zusammenwachsen einer vorher getrennten Stadt symbolisieren kann. So sind die Tunnel Berlins nicht erste Adressen im Reiseführer – aber nicht weniger wichtiger Teil der Stadt.


Pompös oder relativ schlicht: 12 Schlösser, die sich lohnen

Schlösser in Berlin: Das Schloss Pfaueninsel auf der Pfaueninsel.
Eher ungewöhnlich: Das Schloss auf der Pfaueninsel. Foto: Imago/Hohlfeld

Klar, den Prachtbau in Charlottenburg kennt jeder. Und die Architektur manch anderen Schlosses ist aus heutiger Sicht auch ein bisschen aus der Zeit gefallen (oder einfach zu teuer). Und während sich Berlin ja auch frisch ein neues Schloss baut, macht die Tour zu den alten – vom klassizistischen Schloss Bellevue bis zum Prunk und Pomp des DDR-Sozialismus (Schloss Schönhausen) richtig was her. 12 Schlösser in Berlin, die einen Ausflug wert sind – von Klassiker bis Geheimtipp.

Und kann Berlin auch so richtig hässlich?

Ja natürlich. Unser enttäuschendstes Bauwerk ist aber trotzdem irgendwie wichtig. Und wer lieber noch mehr schöne Dinge sehen will, folgt am besten unseren gesammelten Ausflugstipps für Berlin. Auch schön ist es immer, die Stadt am, im und auf dem Wasser zu erkunden – alle Tipps hier.

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