Wassserspiele

12 Berliner Brunnen: Hier sprudelt es besonders schön

Ob uralt oder einfach nur schön anzugucken: Jeder Springbrunnen erzählt seine eigene Geschichte. Und Berlin hat einige davon. Insgesamt gibt es mehr als 150 Zierbrunnen, die 184 Tage im Jahr, in der Regel ab Frühlingsanfang, sprudeln.

Damit ihr auch die bedeutendsten und schönsten Springbrunnen kennt, haben wir hier die 12 wichtigsten für euch zusammengefasst.


Die Brunnen am Wittenbergplatz

Der Südbrunnen oder auch Lebensalterbrunnen am Wittenbergplatz. Foto: Imago/Schöning

Am Wittenbergplatz sind gleich zwei bedeutende Brunnen zu finden. Einer im Norden und einer im Süden des Platzes. Sie wurden von dem Bildhauer Waldemar Grzimek erreichtet. Dieser gewann einen Wettbewerbs zur Neugestaltung des Platzes mit seinem Konzept und durfte es dann umsetzten. Grzimek verstarb während seiner Arbeit an den Brunnen, weswegen diese von engen Mitarbeitern vollendet werden musste.

Waldemar Grzimek wollte für die beiden Springbrunnen eine pilzartige, große Form. Dafür hatte er keine Barriere zu den Wasserspielen im Kopf. Er wollte nämlich, dass sich die Besucher als Teil des Ganzen fühlen.


Springbrunnen in Berlin: Der Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen mit Fernsehturm und Rotem Rathaus. Foto: Imago/imagebroker

Der Neptunbrunnen ist die größte und bedeutendste Brunnenanlage der Stadt. Er ist im Stil des Neobarocks gebaut und besteht aus vier Granitbecken und fünf Bronzefiguren.

Der Springbrunnen liegt im Ortsteil Mitte zwischen dem Roten Rathaus und der Marienkirche. Hier stand er aber nicht immer. Eigentlich wurde er von Reinhold Begas auf dem Schlossplatz errichtet. Nachdem das Berliner Schloss im Jahr 1951 abgerissen werden musste, wurde der Neptunbrunnen umgestellt. Deswegen war er vorher auch unter den Namen Schlossbrunnen oder Begasbrunnen bekannt. Nach dem Wiederaufbau des Schlosses mit Humboldt Forum wurde auch diskutiert, ob der Neptunbrunnen wieder versetzt wird.


Indischer Brunnen

Indischer Brunnen und Sankt-Michael-Kirche in Berlin-Kreuzberg. Foto: Imago/imagebroker

1993 wurden bei Ausgrabungen im luisenstädtischen Kanal Teile des indischen Brunnens gefunden. Dieser soll zu einer Brunnenanlage gehören, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hier gestanden hat. Der Berliner Künstler Gerald Matzner hat den Brunnen dann nach seinem historischen Vorbild wieder aufgebaut. Nun steht seit 1995 der indische Brunnen mitten im Rosengarten am Engelbecken in Berlin-Kreuzberg.


Brunnen der Völkerfreundschaft

Der Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alexanderplatz. Foto: Imago/Schöning

Dieser Springbrunnen wurde 1969/1970 von dem Architekten Walter Womacka entworfen. Er wurde im Rahmen der Neugestaltung des Alexanderplatzes erbaut und am 7. Oktober 1970, also dem Gründungstag der DDR, eingeweiht. Hier eine fotografische Alexanderplatz-Zeitreise, in das turbulente Zentrum der Stadt.

Der Brunnen der Völkerfreundschaft ist 6,20 Meter hoch und besteht aus getriebenem Kupfer, Keramik, Emaille und Glas. Da an diesem Platz früher viel Prostitution gab und der Springbrunnen sehr farbenfroh gestaltet ist, nannten ihn einige in DDR-Zeiten auch „Nuttenbrosche“. Seit den 1980er-Jahren steht der Brunnen unter Denkmalschutz.


Der Weltkugelbrunnen

Der Weltkugelbrunnen oder auch „Wasserklops“ genannt. Foto: Imago/Future Image

Der Weltkugelbrunnen ist direkt vor dem Europa-Center auf dem Breitscheidplatz zu finden. Er wurde 1983 von Joachim Schmettau errichtet und besteht aus mehreren Blöcken roten Granits. Darauf befinden sich Springbrunnen, Wasserfontänen, aber auch andere Wasserspiele. Auf der symbolischen Weltkugel wurden Schriftzeichen verschiedener Kulturkreise verewigt.


Der Märchenbrunnen

Der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Foto: Imago/Schöning

Diese Brunnenanlage ist ebenfalls eine der bekanntesten und im Volkspark Friedrichshain zu finden. Sie wurde bereits im Jahr 1913 eröffnet und steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Den Namen Märchenbrunnen trägt diese Anlage, weil mehrere Steinskulpturen den Beckenrand schmücken. Hierzu hat sich der Bildhauer Ignatius Taschner von neun bekannten Märchen der Gebrüder Grimm inspirieren lassen. Unter anderem sind Skulpturen von „Der Gestiefelte Kater“, „Aschenputtel“ und „Schneewittchen“ zu finden.

Nicht weit vom Märchenbrunnen entfernt ist noch der Rundbrunnen, auch Delphinbrunnen genannt, zu finden. Dieser ist nach seinen Wasserspielen am Rand benannt.


Der Hirschbrunnen

Der Hirschbrunnen im Rudolf-Wilde-Park Stadtpark in Schöneberg. Foto: Imago/Schöning

Dieser Springbrunnen ist nicht nur wegen seiner Größe kaum zu übersehen, sondern zieht mit seinem vergoldeten Hirsch das Aufsehen auf sich. Der Hirschbrunnen ist im Rudolf-Wilde-Park im Ortsteil Schöneberg zu finden, wo das Wappentier ein Hirsch ist. Die zentrale Säule hat eine Höhe von zehn Metern und steht schon seit 1912 im Stadtpark.


Der Wrangelbrunnen

Der Wrangelbrunnen an der Grimmstraße in Kreuzberg. Foto: Imago/Schöning

Der Wrangelbrunnen ist nach dem preußischen Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel benannt. Auch dieser Springbrunnen hatte zuvor einen anderen Standort. 1877 wurde er am Kemperplatz in Berlin-Tiergarten eingeweiht und 25 Jahre später an seinen jetzigen Platz an der Grimmstraße in Kreuzberg versetzt. An seinem alten Standort ist jetzt der Rolandbrunnen zu finden.

Der Springbrunnen stellt die Personifikationen der damaligen preußischen Hauptströme dar. Das waren der Rhein, die Weichsel, die Elbe und die Oder.


Brunnen der Fruchtbarkeit

Der Brunnen der Fruchtbarkeit am Arnswalder Platz. Foto: Imago/Schöning

Der Brunnen der Fruchtbarkeit, auch Stierbrunnen genannt, ist ein hervorstechendes Merkmal des Arnswalder Platzes. Eigentlich war der Entwurf für einen Wettbewerb im Jahr 1910. Dabei ging es um Monumentalbrunnen in Buenos Aires. Der Bildhauer dahinter war Hugo Lederer, er bekam für seine Idee nur den vierten Preis. Der Magistrat von Berlin kaufte 1927 das Projekt, konnte es aber schlussendlich wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr finanzieren.

Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, bewilligten sie noch im gleichen Jahr den Bau des Springbrunnens. Er besteht aus 300 Kubikmetern behauener Steine. Deswegen kam der Forckenbeckplatz, der auch als Aufstellort in Erwägung gezogen wurde, wegen seiner Bodenbeschaffenheit nicht infrage.


Der Mauerbrunnen

Jugendliche fahren Fahrrad über die Wasseranlage mit Mauerbrunnen. Foto: Imago/Schöning

Der Mauerbrunnen ist ein wichtiger Teil des Invalidenparks im Ortsteil Mitte. Der Park wurde von 1992 bis 1997 neugestaltet. In diesem Zusammenhang ist dann auch der Springbrunnen entstanden. Entworfen wurde dieser von dem französischen Landschaftsarchitekten Christophe Girot. Er bezeichnet den Mauerbrunnen als „Spur in die Zukunft“ und will damit an die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gnadenkirche und die Berliner Mauer erinnern.

Das Wasserkunstwerk wird auch als sinkende Mauer oder als Invalidenbrunnen bezeichnet. Außerdem ist er begehbar.


Tritonbrunnen

Tritonbrunnen im Tiergarten. Foto: Imago/Schöning

Der Tritonbrunnnen ist der älteste Springbrunnen im Großen Tiergarten. Er wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und dann im Jahr 1987 von Harald Haacke restauriert. Ursprünglich wurde er von Josef von Kopf 1888 erschaffen. Haacke ergänzte das Original durch seine eigenen Ideen, weswegen es deutliche Unterscheidungen zu der von Josef von Kopf geschaffenen Marmorskulptur gibt.


Brunnen Schwebender Ring

Schwebender Ring: Brunnen auf dem Strausberger Platz. Foto: Imago/Schöning

Dieser Brunnen liegt auf einem Kreisel auf dem Strausberger Platz in Friedrichshain. Drumherum wird der Verkehr der Karl-Marx-Allee geführt. 1967 haben der Kunstschmied Fritz Kühn und der Architekt Heinz Graffunder die Aufgabe für die Gestaltung dieser Anlage bekommen. Sie besteht aus Kupferplatten in Diamantquaderungen. Die Fontäne des Springbrunnens kann eine Höhe von 18 Metern erreichen.


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