Welterbefestival: So feiert Britz die Hufeisensiedlung
100 Jahre nach der Grundsteinlegung findet vom 23. bis zum 26. Juli 2025 das Welterbefestival in der Hufeisensiedlung in Britz statt. Gefeiert wird das Weltkulturerbe mit einem bunten Programm. Was euch erwartet, erfahrt ihr hier.

Die Hufeisensiedlung: Ikone des sozialen Wohnungsbaues
Zwischen 1925 und 1933 nach den Plänen der Architekten Bruno Taut, der ebenfalls die Gartenstadt Falkenberg entwarf, und Martin Wagner erbaut, gilt die Siedlung als wegweisend für den sozialen Wohnungsbau und als Vorzeigeprojekt der Architektur-Bewegung Neues Bauen, die an vielen Orten in Berlin Spuren hinterlassen hat.
Anders als in den katastrophalen Berliner Mietskasernen bietet die Hufeisensiedlung, die auf damals noch unbebauten Freiflächen im Süden Neuköllns entstand, den Bewohner:innen Luft, Licht und Sonne. Alle Wohnungen verfügten nicht nur über Schlaf-, sondern auch über Wohnräume sowie Küche und Bad – damals neuer Luxus für die angedachte proletarische Bevölkerung, die in vielen Wohngebäuden oft mit dem Klo auf halber Treppe leben musste. Abgerundet wurde das neue Wohngefühl durch Gärten für die Erdgeschosswohnungen. Und die Bewohner:innen der oberen Stockwerke genossen den Blick über Grün- und Freiflächen statt auf Brandmauern.
Schlussendlich gelang es der Hufeisensiedlung dennoch nicht, Tauts hehre Ziele gänzlich zu erfüllen: Die gestiegenen Baukosten führten zu ebenfalls höheren Mieten – und anstelle von Arbeiterfamilien zog so die Mittelschicht ein. Hat sich also scheinbar doch gar nicht so viel verändert in den letzten 100 Jahren, außer dass ein Großteil der Reihenhäuser heute nicht mehr in GEHAG-, sondern in Privathand befinden. 2008 wurde die denkmalgeschützte Wohneinheit als Bestandteil der „Siedlung der Berliner Moderne“ zum Unesco-Welterbe ernannt.

So wird gefeiert: Das Welterbefestival lädt euch ein
In der Themenwoche begegnen sich nun Bewohner:innen, Musiker:innen, Literat:innen, Expert:innen und Besucher:innen, um gelebte Gemeinschaft sichtbar zu machen. Zu den Programmpunkten gehören Musik, Expert:innengespräche, Picknicks, Mitmachaktionen für Kinder, Ausstellungen sowie private und öffentliche Salons. Einige Highlights:
Mittwoch, 23.7.
- Ouvertüre: So klingt Gemeinschaft Die Eröffnung der Festwoche umfasst Gespräche rund um Bruno Taut, Ansprachen, eine „Improphonie“ des Stegreif Orchester Berlin, sowie die Ergebnispräsentation von Schüler:innen-Workshops der Fritz-Karsen-Schule. Aula der Fritz-Karsen-Schule, Onkel-Bräsig-Str. 76, Britz, 17–19 Uhr, Eintritt frei.
Donnerstag, 24.7.
- Salon „Geschichten aus der Hufeisensiedlung“ für KiTa-Kinder Erzählungen aus der Hufeisensiedlung mit Els van Vemde (Buntstiftmalerin) und Helga Schönfeldt (Bewohnerin). Fleischerei, Fritz-Reuter-Allee 46, Britz, ab 09.30 Uhr, Eintritt frei.
- Salon „Architektur und Europa Nostra – Taute Heim als mietbares Museum“ Expert:innengespräche und Musik. Tautes Heim, Parchimer Allee 81-B/c/o, Britz, ab 19 Uhr, Tickets kosten 10 €.
Freitag, 25.7.
- Expertenführung „Stolpersteine in der Siedlung“ mit Hans-Joachim Berger. Treffpunkt Infostation, Fritz-Reuter-Allee 44, Britz, 15–17 Uhr, Teilnahme ist kostenlos.
- Salon „Siedlungen der Berliner Moderne im Modell“ Expert:innengespräche und Musik (1920 trifft auf 2020). Fleischerei, Fritz-Reuter-Allee 46, Britz, ab 16 Uhr, Tickets kosten 10 €.
Samstag, 26.7.
- Das Welterbefest mit Wandelkonzert, Ausstellung, Picknick, Street Food, Kinderaktionen und Musik. Hufeisensiedlung, Fritz-Reuter-Allee, Britz, 15–21 Uhr, Eintritt frei.
Das komplette Programmheft findet ihr online hier.
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