Stadtleben

Augen auf: es ist Welt-Mädchentag

Die Vereinten Nationen erklärten vor sechs Jahren den 11. Oktober zum Welt-Mädchentag, um auf die weltweite Benachteiligung von Mädchen hinzuweisen.

Es ist das Jahr 2017 und weltweilt gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Warum das so ist? Wenn Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren weltweit täglich 550 Stunden pro Tag im Haushalt arbeiten – kochen, putzen, Kinder betreuen – dann bleibt für Schule wenig Zeit. In Entwicklungsländern wird jedes 9. Mädchen vor ihrem 15. Lebensjahr verheiratet, oft auch in Folge von Genitalverstümmelungen. Viele dieser Mädchen werden früh schwanger. Mit nicht selten tödlichen Folgen durch Schwangerschaftsabbrüche oder Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt. Eine schmerzhafte Aufzählung von Dingen, vor denen man die Augen nicht verschließen darf. Und gegen die etwas getan werden muss.

Einen Schritt in diese Richtung gingen die Vereinten Nationen als sie auf Initiative des gemeinnützigen Kinderhilfswerks PLAN International und seiner Kampagne „Because I’m a Girl“ hin vor sechs Jahren, als sie den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“ erklärten.

Seitdem unternimmt das Kinderhilfswerk jährlich eine bundesweite Beleuchtungsaktion: Berlin bekommt am Mittwoch den Funkturm und das Büro des PLAN und der GIZ in der am stärksten mit Mädchen assoziierten Farbe zu sehen – in strahlendem Pink. Dass die Gebäude ausgerechnet in dieser Farbe angeleuchtet werden, soll Aufmerksamkeit erregen und Mädchen in der Wahrnehmung ihrer Rechte bestärken.

Näher an politischen Akteuren, werden die Forderungen konkreter: In sogenannten Takeover-Aktionen des Plan International um den 11. Oktober herum übernehmen in mehr als 60 Ländern junge Mädchen symbolisch für einen Tag Führungspositionen in der Politik und Gesellschaft und verschaffen sich Gehör für ihre Anliegen. In Berlin hielten drei Botschafterinnen der Kinderhilfsorganisation zwischen 16 und 22 Jahren in der Rolle der Bundeskanzlerin, Entwicklungs- und Finanzministerin am vergangenen Donnerstag ihre eigene Regierungserklärung. Die Forderung: Die Regierung soll in den nächsten fünf Jahren mindestens eine Milliarde Euro zur Gleichberechtigung und Bildung von Mädchen weltweit bereitstellen. Ein Denkzettel der jungen Generation: Was kann Deutschland machen, um die Gleichberechtigung weltweit zu fördern?

Weitere Veranstaltungen zum Welt-Mädchentag in Berlin:

Expertengespräch

Gespräche zur internationalen Zusammenarbeit: Girls Lead – Welt-Mädchentag 2017

GIZ-Haus Berlin
Reichpietschufer 20, Kreuzberg, Mi 11.10., Beginn 19 Uhr
https://www.bmz.de/de/service/termine/2017/oktober/20171011_giz_maedchentag.html

 

Straßenfest

Weltmädchentag 2016 – Express Yourself

Gesundbrunnencenter
Mitte, Mi 11.10., 14–18 Uhr
http://gangway.de/presseinfo-strassenfest-weltmaedchentag-2016-express-yourself/

 

Fest

Fest zum Weltmädchen*tag: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Olof-Palme-Zentrum
Demminer Straße 28, Mitte, Mi 11.10., 14–19 Uhr
http://gangway.de/pm-fest-zum-weltmaedchentag-am-11-oktober-2017/

 

Fest

Mädchenwelt im Tietzia

Familienzentrum Tietzia
Tietzstraße 12, Borsigwalde, Mi 11.10., 15–19 Uhr
http://www.tietzia-berlin.de/aktuelles/

Fest

Flaggenhissung und Mädchenparty zum Welt-Mädchentag

Vorhaus des Rathauses Neukölln
Karl-Marx-Straße 83, Mi 11.10., Neukölln, ab 16.30
http://www.qm-koernerpark.de

Fest

Weltmädchentag 2017

„WIR MÄDCHEN!“
Weisse Rose
Martin-Luther Straße 77, Mitte, Fr 13.10., 16.30–21 Uhr
http://die-weisse-rose.de/?p=7885#more-7885

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