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Autofreier Tag in Berlin: Auf diesen Straßen könnt ihr euch austoben

Text: Tim Kröplin
Veröffentlicht am: 21.09.2022
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In Berlin gibt es mal wieder einen autofreien Tag. 37 Nebenstraßen werden am 22. September zwischen 15 und 19 Uhr zu Spielstraßen, Autos und Fahrräder dürfen dort nicht fahren. Kleines Schmankerl: Der gesamte öffentliche Personennahverkehr ist an dem Tag kostenlos, allerdings nur in Berlin. Für Fahrten nach Brandenburg werden Fahrkarten fällig. Woher der Autofreie Tag kommt und welche Straßen in Berlin dafür gesperrt werden, lest ihr hier.

Im vergangenen Jahr war der Autofreie Tag in Berlin vielleicht verregnet, trotzdem schön. Foto: Imago/Seeliger

Der Autofreie Tag macht Berliner Nebenstraßen zu Spielplätze

„Am Autofreien Tag können wir praktisch erleben, wie Berlin aussehen kann, wenn der Straßenraum für die Menschen geöffnet wird“, teilte Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) zum Autofreien Tag mit. Nicht ganz Berlin, aber immerhin 37 Straßen, so gesehen ist der Aktionstag eine Demoversion, eine Kostprobe einer autofreien Stadt. Kids wie auch Anwohner:innen haben ein paar Stunden Ruhe vorm Verkehrslärm, können zudem frei durch Berlin fahren, also mit Öffis. Nachbarschaftsinitiativen sorgen zusätzlich in den temporären Spielstraßen für Freizeitangebote und, was auch sonst, Kuchen.

In der Vergangenheit waren temporäre Spielstraßen immer mal wieder Streitthema. Zuletzt erklärte etwa der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einige Straßen zu zeitlich befristeten Spielstraßen. Viele Autofahrer:innen waren damit nicht einverstanden, preschten nicht selten weiter. Polizei ist nicht immer da, Kontrollen dauerhaft kaum durchführbar. Oft sind es die Bewohner:innen, die mit den Fahrenden diskutieren. Am Autofreien Tag dürfte es (hoffentlich) anders aussehen.

Die gesperrten Abschnitte im Überblick

Charlottenburg-Wilmersdorf

Friedrichshain-Kreuzberg

Lichtenberg

Marzahn-Hellersdorf

Mitte

Neukölln

Pankow

Reinickendorf

Spandau

Steglitz-Zehlendorf

Tempelhof-Schöneberg

Treptow-Köpenick

Woher kommt der Autofreie Tag?

In Deutschland gab es erstmals in den 1970er-Jahren Autofreie Tage. Grund war die Ölkrise. Die Kurzfassung: Die OPEC-Staaten drosselten im Rahmen des Jom-Kippur-Krieges ihre Öl-Fördermengen, um die westlichen Länder unter Druck zu setzen. Grund war ihre Unterstützung Israels. Die Drosselungen waren nicht spürbar, sie vielen zu gering aus, die Reaktion darauf hingegen schon. Der Ölpreis stieg um 70 Prozent. Außerdem grassierte in Deutschland die Angst vor einem Mangel. Kanzler Willy Brandt forderte zum Sparen auf. Es folgten vier Autofreie Sonntage.

Mittlerweile ist die Ausrichtung der Autofreien Tage eine andere. Es geht um Klimaschutz, um Bewusstsein für die Mobilitätswende. Für einen Tag können wir kennenlernen, was es eigentlich bedeutet, wenn nicht überall Autos unterwegs sind – und Öffis zudem kostenlos, was ein kleiner Bonus ist. Übrigens gibt es den Aktionstag weltweit, ist also keine reine Berliner Tradition, dürfte in dem Fall aber kaum stören.


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