Stadtleben

Baum des Wissens

In Prenzlauer Berg steht ein neuer Baum. Der Baum hat keine Äste und sieht auch eher aus wie ein Baumstumpf. Er sieht wirklich komisch aus: Kleine Fächer mit Glasdeckeln sind in ihm eingeschnitzt. Darin liegen Bücher. „Bücherwald“, das „erste öffentliche Bücherregal im Berliner Straßenraum“ heißt der Baum. Ein Regal also, bearbeitet und aufgestellt hat ihn Baufachfrau e.V., ein Verein zur Förderung von Frauen in Bau und Ausbauberufen. Die Bücher kann man ruhig mitnehmen, verstohlen gucken ist nicht notwendig, sie sind ja zur Ausleihe gedacht.

Buecherwald_Christina_Goers„Bookcrossing“ heißt dieses auf der ganzen Welt beliebte Verfahren, bei dem Leser ihre Bücher an bestimmten Orten ablegen, wo andere sie dann finden.
Das ist eine klasse Sache. Allein schon anhand der Bücher, die im Sredzki-,
Ecke Kollwitzstraße-Regal liegen, wird klar, dass dieser Baum im als besonders kinderreich und stilbewusst bezeichneten Kiez bestens aufgehoben ist. Ratgeber sind der Dauerbrenner. In den ersten vier Tagen immer wieder weg und später
wieder vorzufinden waren:

– Wie Babys spielend lernen
– Landessprache (Hans Magnus Enzensberger)
– Mehr Lust
– Gemeinsame Freude an der Liebe
– Dein Kind von A–Z

Sieht ganz danach aus, als hätten die jungen Eltern über den Bücherwald neue Wege gefunden, um miteinander zu kommunizieren.    

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