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Tipps für eure Freizeit in Berlin: Das ist los in dieser Woche

Langeweile? Muss nicht sein. Berlin bietet genug Veranstaltungen, die besonders dann helfen, wenn Netflix und TikTok durchgeschaut, alle Büchereien ausgelesen und sämtliche auf dem Markt befindliche Games durchgespielt sind. In der Hauptstadt gibt es immer was zu tun: Flohmärkte, Lesungen und so viele DIY-Workshops, dass euch die Finger bluten. Und das ist nur ein Bruchteil der Möglichkeiten. Da es aber leicht ist, bei der Vielfalt an Unternehmungen den Überblick zu verlieren, haben wir besonders spannende für euch rausgesucht. Hier findet ihr Tipps für euer Freizeitprogramm.


„Celebration!“: Pferdeshow

Wohl immer noch zeitgemäß: Dressurreiten. Foto: Cavalluna

Eine Zusammenstellung der beliebtesten Stücke aus den Show-Programmen von 2019 bis 2021 versprechen die Veranstalter der neuen Cavalluna-Pferdeshow. Die vierbeinigen Darsteller vom niedlichen Mini-Shetty bis zum prächtigen Friesen erzählen gemeinsam mit ihren zweibeinigen Trainer:innen sowohl vom Kampf gegen das Böse als auch von der Rettung der Welt und einer schicksalsvollen Liebesgeschichte. Das hat natürlich einen nicht unerheblichen Kitsch-Faktor – die Reit- und (auch Freiheits-) Dressurkünste, die das Publikum bei „Celebration!“ zu sehen bekommt, haben indessen höchstes Niveau. Zu sehen sind unter anderem Trickreiter der Hasta Luego Academy, eine Dressurkür von Filipe Fernandes mit Violinist und eine ungarische Post, bei dem Laury Tisseur auf seinen Rössern stehend quasi über Stock und Stein galoppiert.

  • Mercedes-Benz-Arena Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, Sa 29.1., 15 + 20 Uhr, So 30.1., 14 + 18.30 Uhr, Tickets: 49,90 € – 89,90 €, weitere Informationen hier

„Spielt Schach! Frauentraining“: Spiel & Kunst

Die Springer haben offensichtlich ein paar der Bauern verschluckt. Foto: Tom Powel Imaging

Dass Betrachter:innen aktiv mit seinen beweglichen Skulpturen und ihrer Umgebung in Verbindung treten sollen, war für den Bildhauer Alexander Calder ein Anliegen. Mitte der 1940er Jahre hat der Künstler sogar ein Schachspiel mit rot-blauen Figuren entworfen, das er ganz explizit zur Benutzung hergestellt hat. Nun bietet der Schachverein Anastasias Matt in Anlehnung an die Serie „Damengambit“ im Januar an drei verschiedenen Terminen ein Schachtraining explizit für Frauen an. Zielgruppe sind vor allem Frauen, die nur wenig Erfahrung mit Schach haben.

  • Neue Nationalgalerie Potsdamer Str. 50, Tiergarten, Do 20.1. + Do 27.1., je 18–20 Uhr, Teilnahme kostenfrei, zzgl. Eintritt (14/ 7 €), Anmeldung hier

„Alltag an Schienen“: Ausstellung“: Ausstellung

Wie viel der Eisenbahnverkehr rein optisch zu bieten hatte, zeigen die „Alltag an Schienen“-Ausstellung. Foto: Burkhard Wollny

Als großer Eisenbahnfan reiste der Fotograf Burkhard Wollny von seinem Wohnort in der Nähe von Stuttgart regelmäßig in die DDR. Denn nur dort konnte er in großer zahl finden, was er liebte: Alte Dampfloks, die immer noch in Betrieb waren. Im Arbeiter- und Bauernstaat liefen 40 Prozent des Verkehrs über Kleine Bahnhöfe, volle Pendlerzüge und weit verzweigte Nebenstrecken; Züge brachten die Menschen bis in die entlegensten Winkel. Wollny portraitierte nicht nur Züge und Waggons, sondern auch das Leben rund um den Schienenverkehr. Aus heutiger Perspektive, wo man sich nach mehr Klimaschutz bei trotzdem guter Mobilität sehnt, zeigen Wollys Schwarz-Weiß-Fotos ein spannendes Setting.

  • Deutsches Technikmuseum Trebbiner Str.9, Kreuzberg, ab Fr 21.1. bis Sa 19.2., Di–Fr 9–17.30 Uhr, Sa + So 10–18 Uhr, Tickets: 8/ 4€, weitere Informationen hier

„Alba Berlin : Real Madrid“: Basketball-Euroleague-Spiel

Die Albatrosse haben eine Niederlagenserie, abgesagte wichtige Spiele und Quarantäne hinter sich. In ihrer nächsten, dann hoffentlich stattfindenden Partie in der Euroleague, wo die die Berliner Basketballer derzeit den 16. Platz belegen, stehen sie immerhin dem spanischen Rekordmeister und Euroleague-Tabellen-Zweiten, Real Madrid, gegenüber. Doch die Hoffnung stirbt natürlich zuletzt.

  • Mercedes-Benz-Arena Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, Do 20.01., 20 Uhr, Tickets: 14–92 €, weitere Informationen hier

„Plakate gegen das Humboldt Forum“: Ausstellung

Schade, dass das Humboldt Forum die Schilder gefühlt kaum wahrgenommen hat. Foto: Nora Wiesnagrotzki

„Ich mach nicht mit, weil das Humboldt Forum ein Kreuz an der Waffel hat” lautet der Spruch auf einem von vielen Protestplakaten aus dem Jahr 2020 gegen den umstrittenen Wiederaufbau des Stadtschlosses mitsamt seiner ethnologischen Sammlung. Zur Coalition of Cultural Workers Against The Humboldt Forum, die sich gegen das rückwärtsgewandte Gebäude richten, gehören Schwarze und andere Anti-Kolonialismus-Gruppierungen.

  • FHXB-Museum Adalbertstraße 95A, Kreuzberg, Di–Do 12–18 Uhr, Fr–So 10–20 Uhr (bis 28.2.), Eintritt frei, weitere Informationen hier

„Jobmedi“: Berufsmesse

Jemand muss den Leuten auf dem Bild erklären, dass die Messe online stattfindet. Foto: freitasmessen

Nicht erst seit Corona-Zeiten werden Mitarbeitende in der Gesundheits- und Pflegebranche sowie in sozialen Berufen händeringend gesucht. Wer hier einsteigen, umsteigen oder aufsteigen will, hat beste Chancen. Potenzielle Arbeitgeber:innen trifft man auf der Jobmedi-Messe – diesmal aus bekannten Gründen allerdings virtuell. Über das Messegelände „laufen“, sich Flyer angucken und von Ausstellern persönlich beraten werden: All das ist online möglich.

  • Online Mi, 19.1., ab 9 Uhr (bis Mo 24.1., 24 Uhr), kostenlos, aber mit Anmeldung

„Spuren des Kolonialismus. Der private Nachlass des Wandervogels Karl Fischer“: Ausstellung

Redaktion der chinesischsprachigen Zeitschrift Xiehebao in Shanghai, um 1911. Foto: museeon. – Studio für Ausstellungen

Im Steglitzer Stadtpark steht ein Gedenkstein mit der Aufschrift: „Wandervogel. Ursprung der Jugendbewegung. Steglitz um 1900”. Erinnert wird damit auch an Karl Fischer (1881-1941), ein Steglitzer – und eben Gründer der Wandervogelbewegung, einer romantischen Jugendbewegung von Schülern und Studenten, die nach ursprünglichen Naturerlebnissen suchte. Wie die allerdings auszusehen hatte, darüber zerstritt man sich schnell.

Und Karl Fischer ging als Soldat nach China in die deutsche Kolonie Kiautschou, arbeitete dort später als kaufmännischer Angestellter und als Zeitungsredakteur. Briefe, persönliche Dokumente und mehr als 750 Fotografien aus dem Privatarchiv Fischers, die die Schwartzsche Villa derzeit in einer Ausstellung zeigt, dokumentieren, wie er in die kolonialen Bestrebungen Deutschlands eingebunden war. Darüber hinaus wirft die Schau einen ersten Blick auf historische und aktuelle Spuren des Kolonialismus im heutigen Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

  • Schwartzsche Villa Berlin-Steglitz, Mo-So 10-18 Uhr (bis 15.5.22), Eintritt frei, weitere Infos hier

„Back to Future“: Ausstellung

Fotografie aus dem Besitz der Museumsstiftung Post und Telekommunikation.

Bereits im 19. Jahrhundert träumten Menschen von Visiofonen – mobilen Apparaten, mit denen man akustisch und visuell mit anderen kommunizieren kann. Nicht alle technikbezogenen Zukunftsentwürfe haben sich – wie das Visiofone als Smartphone – materialisiert. Umso spannender, in der Ausstellung „Back to future“ frühe Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität zu bestaunen.

  • Museum für Kommunikation Leipziger Str. 16, Mitte, Di 9–20 Uhr, Mi–Fr 9–17 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, Öffnungszeiten an Feiertagen abweichend, Tickets: 6 / 3 € (bis 17 J. frei), mfk-berlin.de

„Zukunft der Mobilität“: Ausstellung

„Zukunft der Mobilität“ im Futurium. Foto: David von Becker

Dass man für ein Treffen von zwei oder mehreren Menschen nicht zwingend kleine oder große Strecken zurücklegen muss, haben viele in Corono-Zeiten gelernt: Sie nahmen an Video-Konferenzen teil. In der neuen Futurium-Ausstellung „Zukunft der Mobilität“ geht es nicht nur um tatsächliche Fortbewegung etwa in Kilometern. Sondern um alle Arten von (auch geistiger) Bewegung. Und wie diese künftig – barrierefrei – gestalten werden könnte. Mit Begleitprogramm.

  • Futurium Alexanderufer 2, Mitte, Mi, Fr–Mo 10–18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Eintritt frei, futurium.de

„Before Night Falls. Alltag, Strukturen und Bruchlinien im Arbeitermilieu bis 1933”: Ausstellung

Laubenfest in Spindlersfeld bei Berlin, 1926. Foto: Stadtmuseum Berlin

Die Ausstellung Before Night Falls. Alltag, Strukturen und Bruchlinien im Arbeitermilieu bis 1933 bietet Einblicke in das Leben und den Alltag von Arbeiter:innen in Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik, mit besonderem Augenmerk auf Kreuzberg. Auch stellt sie Zusammenhänge zwischen kulturellen und politischen Ereignissen dar, belichtet Hintergründe zur Arbeiter:innenbewegung und zeigt auf wie Nationalsozialist:innen Anbindung an deren Lebenswelt suchten.

  • FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum Adalbertstraße 95A, Kreuzberg, Di–Do 12–18 Uhr, Fr–So 10–20 Uhr, weitere Infos unter fhxb-museum.de

Disgusting Food Museum Berlin: Museum für ekelfeste Genießer und andere Wissenshungrige

Mäusewein im Disgusting Food Museum. Foto: DFM Berlin

Echte Käsefreund:innen kennen das Unverständnis ja bereits: Während sie sich an dem strengen Geruch und der mitunter zerlaufenden Materie ihrer Lieblingsspeisen ergötzen, wird ihr Umfeld bisweilen von Ekelschauern erfasst. Was als appetitlich empfunden wird, unterscheidet sich nicht nur von Individuum zu Individuum, sondern vor allem von Kultur zu Kultur. Aufgeschlossene Feinschmecker:innen können da noch echte kulinarische Entdeckungen machen. Knusprig geröstete Heuschrecken, aufwendig zubereitete Innereien oder eine wärmende Hühnerfußsuppe – sie alle gehören zu den Exponaten des Museums – sind da nur einige Beispiele, an denen sich die Geister scheiden. Die Idee zum Museum stammt übrigens aus Schweden. Mehr zum Disgusting Food Museum lest ihr hier.

  • Disgusting Food Museum Schützenstraße 70, Mitte, Öffnungszeiten: Mo, Di, Fr, Sa, So 11–19 Uhr, Tickets: 12 €/ erm. 7 €, Online-Zeitfensterbuchung und Hygienebedingungen unter https://disgustingfoodmuseum.berlin

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Was in Sachen Ausstellungen in Berlin gerade los ist, erfahrt ihr immer hier. Wichtiges zu Konzerten, Musik und Party fassen wir hier zusammen. Und spannende Gastro-Themen von Restaurant bis Imbiss findet ihr hier.

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