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Tipps für eure Freizeit in Berlin: Das ist los in dieser Woche

Langeweile muss in Berlin nicht sein. In der Hauptstadt gibt es genug Veranstaltungen, die helfen, wenn Netflix und TikTok durchgeschaut, alle Büchereien ausgelesen und sämtliche auf dem Markt befindliche Games durchgespielt sind. Flohmärkte, Lesungen und so viele DIY-Workshops, dass euch die Finger bluten. Und das ist nur ein Bruchteil der Möglichkeiten. Da es aber leicht ist, bei der Vielfalt an Unternehmungen den Überblick zu verlieren, haben wir besonders spannende für euch rausgesucht. Hier findet ihr Tipps für euer Freizeitprogramm.


„Genius – An Immersive, Creative Journey Through The Eyes of Leornado da Vinci“: Sinnesreise mit Kunsterlebnis

Schon Monet sagte: Kunst ist erst gut, wenn sie auf Instagram funktioniert. Foto: Flora- und Faunavisions

Wie wäre der Universalkünstler Leonardo da Vinci im Jahr 2022 drauf? Das fragte sich das Berliner Design Studio flora&faunavisions und schuf mit Genius eine immersive Kunsterfahrung, die das Werk eines Genies präsentiert und Leonardo da Vincis Blick auf die heutige Welt aufzeigen will. Bei der einstündigen Reise in eine Welt „through the eyes of Leonardo“ taucht das Publikum audiovisuell tief in das Leben des Malers, Erfinders, Wissenschaftlers und Astronomen ein.inders, Wissenschaftlers und Astronomen einzutauchen.

  • Wriezener Karree Wriezener Karree 15, Friedrichshain, ab Fr 28.1., Tickets: 24,95/ 17,95 €, weitere Informationen findet ihr hier

„Mahnwache gegen Obdachlosigkeit“: Demo gegen Zwangsräumung und spekulativen Leerstand

Wohnungen für alle ist ein Appell der Obdachlosenmahnwache. Foto: Bündnis gegen Obdachlosigkeit

Es sind Brücken, Hauseingänge oder Gebüsche in Grünanlagen: Gemeinsam ist allen diesen Orten, dass viel zu vielen Menschen in Berlin nur diese Orten als Übernachtungsplatz bleiben. Egal, wie kalt und nass das Wetter ist. Seit vier Jahren nun erinnert das Bündnis gegen Obdachlosigkeit – es ist ein Zusammenschluss aus Selbstvertretungen, verschiedenen stadtpolitischen Gruppen und Einzelpersonen – in seinen Mahnwachen an die völlig schutzlosen und unhaltbaren Zustände, die Obdachlose erleiden müssen. Die aktuelle Mahnwache beginnt am 27. Januar ab 17 Uhr vor dem Roten Rathaus und geht bis mindestens zum 29. Januar. Gefordert wird unter anderem: „Wohnungen für Alle – unabhängig vom Aufenthaltsstatus“. Auf dem Programm stehen diverse Redebeiträge, darunter einer von einer Neu-BewohnerIn des von von Obdachlosen besetzten Plattenbaus in der Habersaathstraße, ein Auftritt von Beteiligten der Anti-Verdrängungs-Oper Lauratibo und eine Grips-Theater-Lesung mit der Schauspielerin Regine Seidler.

  • Rotes Rathaus Rathausstr.15, Mitte, Do 27.1., ab 17 Uhr bis mind. Sa 29.1., weitere Informationen findet ihr hier

„Bootcamp für Singles“: Sport & Liebe

Eine gute Kennlerngeschichte beginnt stets mit einem Sportkurs. Foto: Christian Wenger

Sport ist Sport, klar. Natürlich können sich Singles in Fitnessstudios treffen und verlieben, aber das sollte nicht die Motivation für Ertüchtigung sein. Endet so ein Ausflug in die Welt des Schwitzen und Schnaufens doch schnell in übergriffigem Verhalten, weil nicht alle Lust auf das Kontaktbörsenspiel zwischen Laufbändern haben. Personal Trainer Christian Wenger macht es allen Suchenden Sportfans leichter. Bei seinem ersten „Bootcamp für Singles“ richtet er sich deshalb konkret an alleinstehende, heterosexuelle Fitness-Fans – die queere Version folgt später –, die nach Austausch suchen und mit Glück auch Liebe finden. Mit Partnerübungen, Talks und Drinks.

  • Parkaue (Outdoor, genauer Treffpunkt nach Anm.), Lichtenberg, So 30.1., 10–11.30 Uhr, Anm. über Whatsapp an 0176-25 46 87 17 oder per Mail an [email protected]

„Der kalte Blick“: Ausstellung und Denkmal

Die NS-Diktatur nutzte Pseudowissenschaften, um ihre Taten zu rechtfertigen. Foto: NHMW/Reichmann

Ende 1941 entwickelten zwei Wiener „Wissenschaftlerinnen“ ein Projekt zur „Erforschung typischer Ostjuden“ – rassistische Klischees waren angesichts der Forschungsfrage bereits Teil der vorgeblich objektiven „Untersuchung“. Die beiden Frauen begaben sich für ihr Projekt in das Ghetto von Tarnów, eine damals von Deutschen besetzte polnische Stadt. Sie fotografierten und vermaßen 565 Jüd:innen. Nur 26 der wie Objekte behandelten Menschen überlebten die Massenermordungen der Nationalsozialisten. Die Fotos in der Ausstellung spiegeln, wie aus pseudowissenschaftlicher Zielstrebigkeit Unmenschlichkeit wird.

  • Topographie des Terrors Niederkirchnerstraße 8, Kreuzberg, täglich 10–20 Uhr, Eintritt frei, (bis 18.4.), weitere Informationen findet hier

„Celebration!“: Pferdeshow

Wohl immer noch zeitgemäß: Dressurreiten. Foto: Cavalluna

Eine Zusammenstellung der beliebtesten Stücke aus den Show-Programmen von 2019 bis 2021 versprechen die Veranstalter der neuen Cavalluna-Pferdeshow. Die vierbeinigen Darsteller vom niedlichen Mini-Shetty bis zum prächtigen Friesen erzählen gemeinsam mit ihren zweibeinigen Trainer:innen sowohl vom Kampf gegen das Böse als auch von der Rettung der Welt und einer schicksalsvollen Liebesgeschichte. Das hat natürlich einen nicht unerheblichen Kitsch-Faktor – die Reit- und (auch Freiheits-) Dressurkünste, die das Publikum bei „Celebration!“ zu sehen bekommt, haben indessen höchstes Niveau. Zu sehen sind unter anderem Trickreiter der Hasta Luego Academy, eine Dressurkür von Filipe Fernandes mit Violinist und eine ungarische Post, bei dem Laury Tisseur auf seinen Rössern stehend quasi über Stock und Stein galoppiert.

  • Mercedes-Benz-Arena Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, Sa 29.1., 15 + 20 Uhr, So 30.1., 14 + 18.30 Uhr, Tickets: 49,90 € – 89,90 €, weitere Informationen hier

„Alltag an Schienen“: Ausstellung“: Ausstellung

Wie viel der Eisenbahnverkehr rein optisch zu bieten hatte, zeigen die “Alltag an Schienen”-Ausstellung. Foto: Burkhard Wollny

Als großer Eisenbahnfan reiste der Fotograf Burkhard Wollny von seinem Wohnort in der Nähe von Stuttgart regelmäßig in die DDR. Denn nur dort konnte er in großer zahl finden, was er liebte: Alte Dampfloks, die immer noch in Betrieb waren. Im Arbeiter- und Bauernstaat liefen 40 Prozent des Verkehrs über Kleine Bahnhöfe, volle Pendlerzüge und weit verzweigte Nebenstrecken; Züge brachten die Menschen bis in die entlegensten Winkel. Wollny portraitierte nicht nur Züge und Waggons, sondern auch das Leben rund um den Schienenverkehr. Aus heutiger Perspektive, wo man sich nach mehr Klimaschutz bei trotzdem guter Mobilität sehnt, zeigen Wollys Schwarz-Weiß-Fotos ein spannendes Setting.

  • Deutsches Technikmuseum Trebbiner Str.9, Kreuzberg, ab Fr 21.1. bis Sa 19.2., Di–Fr 9–17.30 Uhr, Sa + So 10–18 Uhr, Tickets: 8/ 4€, weitere Informationen hier

„Plakate gegen das Humboldt Forum“: Ausstellung

Schade, dass das Humboldt Forum die Schilder gefühlt kaum wahrgenommen hat. Foto: Nora Wiesnagrotzki

„Ich mach nicht mit, weil das Humboldt Forum ein Kreuz an der Waffel hat” lautet der Spruch auf einem von vielen Protestplakaten aus dem Jahr 2020 gegen den umstrittenen Wiederaufbau des Stadtschlosses mitsamt seiner ethnologischen Sammlung. Zur Coalition of Cultural Workers Against The Humboldt Forum, die sich gegen das rückwärtsgewandte Gebäude richten, gehören Schwarze und andere Anti-Kolonialismus-Gruppierungen.

  • FHXB-Museum Adalbertstraße 95A, Kreuzberg, Di–Do 12–18 Uhr, Fr–So 10–20 Uhr (bis 28.2.), Eintritt frei, weitere Informationen hier

„Spuren des Kolonialismus. Der private Nachlass des Wandervogels Karl Fischer“: Ausstellung

Redaktion der chinesischsprachigen Zeitschrift Xiehebao in Shanghai, um 1911. Foto: museeon. – Studio für Ausstellungen

Im Steglitzer Stadtpark steht ein Gedenkstein mit der Aufschrift: “Wandervogel. Ursprung der Jugendbewegung. Steglitz um 1900”. Erinnert wird damit auch an Karl Fischer (1881-1941), ein Steglitzer – und eben Gründer der Wandervogelbewegung, einer romantischen Jugendbewegung von Schülern und Studenten, die nach ursprünglichen Naturerlebnissen suchte. Wie die allerdings auszusehen hatte, darüber zerstritt man sich schnell.

Und Karl Fischer ging als Soldat nach China in die deutsche Kolonie Kiautschou, arbeitete dort später als kaufmännischer Angestellter und als Zeitungsredakteur. Briefe, persönliche Dokumente und mehr als 750 Fotografien aus dem Privatarchiv Fischers, die die Schwartzsche Villa derzeit in einer Ausstellung zeigt, dokumentieren, wie er in die kolonialen Bestrebungen Deutschlands eingebunden war. Darüber hinaus wirft die Schau einen ersten Blick auf historische und aktuelle Spuren des Kolonialismus im heutigen Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

  • Schwartzsche Villa Berlin-Steglitz, Mo-So 10-18 Uhr (bis 15.5.22), Eintritt frei, weitere Infos hier

„Back to Future“: Ausstellung

Fotografie aus dem Besitz der Museumsstiftung Post und Telekommunikation.

Bereits im 19. Jahrhundert träumten Menschen von Visiofonen – mobilen Apparaten, mit denen man akustisch und visuell mit anderen kommunizieren kann. Nicht alle technikbezogenen Zukunftsentwürfe haben sich – wie das Visiofone als Smartphone – materialisiert. Umso spannender, in der Ausstellung „Back to future“ frühe Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität zu bestaunen.

  • Museum für Kommunikation Leipziger Str. 16, Mitte, Di 9–20 Uhr, Mi–Fr 9–17 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, Öffnungszeiten an Feiertagen abweichend, Tickets: 6 / 3 € (bis 17 J. frei), mfk-berlin.de

„Zukunft der Mobilität“: Ausstellung

„Zukunft der Mobilität“ im Futurium. Foto: David von Becker

Dass man für ein Treffen von zwei oder mehreren Menschen nicht zwingend kleine oder große Strecken zurücklegen muss, haben viele in Corono-Zeiten gelernt: Sie nahmen an Video-Konferenzen teil. In der neuen Futurium-Ausstellung „Zukunft der Mobilität“ geht es nicht nur um tatsächliche Fortbewegung etwa in Kilometern. Sondern um alle Arten von (auch geistiger) Bewegung. Und wie diese künftig – barrierefrei – gestalten werden könnte. Mit Begleitprogramm.

  • Futurium Alexanderufer 2, Mitte, Mi, Fr–Mo 10–18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Eintritt frei, futurium.de

„Before Night Falls. Alltag, Strukturen und Bruchlinien im Arbeitermilieu bis 1933”: Ausstellung

Laubenfest in Spindlersfeld bei Berlin, 1926. Foto: Stadtmuseum Berlin

Die Ausstellung Before Night Falls. Alltag, Strukturen und Bruchlinien im Arbeitermilieu bis 1933 bietet Einblicke in das Leben und den Alltag von Arbeiter:innen in Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik, mit besonderem Augenmerk auf Kreuzberg. Auch stellt sie Zusammenhänge zwischen kulturellen und politischen Ereignissen dar, belichtet Hintergründe zur Arbeiter:innenbewegung und zeigt auf wie Nationalsozialist:innen Anbindung an deren Lebenswelt suchten.

  • FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum Adalbertstraße 95A, Kreuzberg, Di–Do 12–18 Uhr, Fr–So 10–20 Uhr, weitere Infos unter fhxb-museum.de

Disgusting Food Museum Berlin: Museum für ekelfeste Genießer und andere Wissenshungrige

Mäusewein im Disgusting Food Museum. Foto: DFM Berlin

Echte Käsefreund:innen kennen das Unverständnis ja bereits: Während sie sich an dem strengen Geruch und der mitunter zerlaufenden Materie ihrer Lieblingsspeisen ergötzen, wird ihr Umfeld bisweilen von Ekelschauern erfasst. Was als appetitlich empfunden wird, unterscheidet sich nicht nur von Individuum zu Individuum, sondern vor allem von Kultur zu Kultur. Aufgeschlossene Feinschmecker:innen können da noch echte kulinarische Entdeckungen machen. Knusprig geröstete Heuschrecken, aufwendig zubereitete Innereien oder eine wärmende Hühnerfußsuppe – sie alle gehören zu den Exponaten des Museums – sind da nur einige Beispiele, an denen sich die Geister scheiden. Die Idee zum Museum stammt übrigens aus Schweden. Mehr zum Disgusting Food Museum lest ihr hier.

  • Disgusting Food Museum Schützenstraße 70, Mitte, Öffnungszeiten: Mo, Di, Fr, Sa, So 11–19 Uhr, Tickets: 12 €/ erm. 7 €, Online-Zeitfensterbuchung und Hygienebedingungen unter https://disgustingfoodmuseum.berlin

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