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Frischluft

12 Lieblingsorte draußen: Wo die tip-Redaktion durchatmet

Wir sind ja zu allen Jahreszeiten gern draußen. Natürlich ist Berlin in der Sonne besondern schön, aber es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. 12 tipBerlin-Team-Mitglieder verraten euch ihre liebsten Orte an der frischen Luft. Mal abseitig, mal stadtbekannt, aber immer besonders. Nichts wie raus mit euch.


Im Körnerpark kann man gar nicht wütend sein

Überall stehen kleine Statuen im Körnerpark, die Atmosphäre ist besonders – einer der schönsten Orte Berlins. Foto: Imago/Markus Heine

Vorbei an mit Sperrmüll verstopften Seitenstraßen und den wunderschön mit Backsteinornamenten geschmückten Ilsenhöfen, dann ein Lemonsoda zum Mitnehmen in der Bar Amalia kaufen und ab in den Körnerpark. Da verfliegt der Ärger, dass die Chancen auf eine Genossenschaftswohnung in der Nähe schlecht stehen, und überhaupt kann man hier einfach nicht wütend sein. Zu schön ist die geradezu italienisch anmutende Parkanlage mitten in Neukölln.

Von steinernen Stufen blickt man auf ein geometrisch angelegtes Gartendenkmal, überall stehen kleine Statuen, herrlich grün ist die kleine Wiese. Der Winter konnte den Rhododendronsträuchern und den Palmengewächsen vor der Kunstgalerie nichts anhaben. Irgendwann blüht hier wieder alles, dann wird auch der Springbrunnen wieder angeworfen. Bis dahin genießt man den Frühling an einem der schönsten Orte in Berlin. Mehr zum Körnerpark: Neuköllns Schmuckstück mit Orangerie und Fontäne. Christopher Wasmuth


Vom Weddinger Nordufer entspannt zum Plötzensee

Das Nordufer in Wedding vereint rauen Charme mit Gründerzeit – und drumrum gibt es viele weitere schöne Ecken. Foto: Imago/Ritter

Zugegeben, ist schon ein wenig Hochstapelei, diese hübsche, kleine, kopfsteingepflasterte Kreuzung am Weddinger Nordufer als „Platz“ zu bezeichnen. Aber ihr werdet staunen: Sobald die Sonne sich blicken lässt, wird der Pekinger Platz zu einer beinahe mediterran belebten Piazza. Im Sprengelkiez kann man sich mit Kaffee und Kuchen eindecken, zum Beispiel im Café Göttlich (Tegeler Str. 23), und sich hier mit Blick aufs Industriepanorama des Westhafens sonnen.

Im Anschluss spaziert man am Schiffahrtskanal gen Westen, guckt vielleicht neidisch auf die hübschen Gründerzeitbauten am Ufer, überquert irgendwann Föhrer und Seestraße – und findet sich auf einmal am Plötzensee wieder, der Badewanne des Wedding. Genießt die Idylle: So leer wie an sonnigen, kühlen Wintertagen wird’s hier ab April die ganze Sommersaison nicht mehr! Mehr zum wunderbaren Plötzensee lest ihr hier. Julia Lorenz


Tegelort – eine ganz feine Randlage

Abseitig, aber ganz sicher nicht im Abseits: Tegelort ist nicht überlaufen – und genau deshalb eine Reise wert. Foto: Penning

In Tegelort im Berliner Nordwesten verläuft zwischen Sandhauser Straße und Scharfenbergstraße direkt an der Havel eine Promenade, die angesichts der Randlage nur selten überlaufen und auch mit dem Fahrrad befahrbar ist. Der Fußweg dauert Hin und zurück etwa eine Stunde, für Einkehr zwecks Kaffee und Kuchen ist während der Saison auch gesorgt. Auf der einen Seite fällt der Blick auf die Havel (inklusive Badestelle, Bootsanleger und Fähre nach Hakenfelde), auf der anderen Seite schaut man auf erfreulich unaufgehübschte Häuser und Villen – zwischen totalem Kitsch und klassischer Moderne konnten sich die Bauherren und -damen hier offenbar ungehindert austoben. Anreise geht am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln: U-Bahn bis Alt-Tegel, dann weiter mit dem Bus 222. Lars Penning


Auf den Spuren Fontanes in Grünau

Grünau an der Dahme ist ein Berlin-Juwel – einfach wunderbar bei schönem Wetter. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Schon Theodor Fontane beschrieb in „Wanderungen durch die Mark Brandenburg” die Idylle Grünaus an der Dahme. Niedrige Bodenpreise veranlassten wohlhabende Bürger, herrschaftliche Landhäuser bauen zu lassen. So ging Gentrifizierung Ende des 19. Jahrhunderts. Heute sind all diese Villen an der Regattastraße immer noch zu bestaunen. Grünau ist immer einen Besuch wert, besonders das 1870 eröffnete Café Liebig, das sich selbst als „einzig original erhalten gebliebenes Jugendstil-Kaffeehaus in Berlin” bezeichnet. Können wir nicht verifizieren, wir wissen nur, dass die Torten dort unglaublich sind. Schön auch eine Radtour von Grünau einmal um die Müggelberge nach Friedrichshagen. Toni Lukic


Ein paar Stunden durch den Grunewald und um Berlins See laufen

Ob joggend, schlendernd oder mit Hund: Der Grunewald ist ein Naherholungstraum. Foto: Imago/Frank Sorge

Bei dem Wetter geht es in den Wald zum Laufen. Endlich ist der Schnee weg, man kann also ohne Spikes joggen, und die Vögel zwitschern schon morgens um sechs Uhr. Da treffe ich dann auch keinen, außer ein paar andere Laufverrückte. Und am Wochenende kann man dann auch mal zwei, drei Stunden rennen – der Grunewald ist groß genug. Dann geht es um Nikolassee, Schlachtensee, Krumme Lanke, Grunewaldsee, Halensee, Dianasee, zum Teufelssee und bis zur Havel. Natürlich kann man auch einfach nur in einem der schönen Berliner Wälder spazieren gehen. Robert Rischke


Badestelle Alter Hof – ruhig am Wannsee

Die Badestelle Alter Hof am Wannsee ist auch deshalb besonders, weil man sie mit dem Auto nicht erreichen kann. Foto: Imago/Schöning

Die Badestelle Alter Hof ist nur zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Im Sommer früh schwimmen mit den Kranichen, im Winter manchmal sogar Eislaufen. Und dazwischen? Ist man hier ziemlich allein, kann wunderbar aufs Wasser starren. Und wenn es dann warm genug ist, ist der flache Einstieg angenehm, ab und an wird die Liegewiese von den Wildschweinen bearbeitet. Im Sommer gibt es zudem eine besetzte DLRG-Station. Wer es nicht abwarten kann: Diese Seen in Berlin sind badetauglich. Arno Meyer zu Küingdorf


Kein Geheim-, aber immer ein guter Tipp: Das Tempelhofer Feld

Die Sonne scheint am längsten, wenn nichts im Weg ist: Sonnenstunden lassen sich auf dem Tempelhofer Feld ganz besonders gut genießen. Foto: tipBerlin

Das Tempelhofer Feld ist zwar kein Park im klassischen Sinne, aber trotzdem ein super Ort für einen großen Spaziergang. Wenn man hier über das Rollfeld läuft, ist ein Gefühl von Freiheit garantiert. Weit und breit nur strahlend blauer Himmel (natürlich bei gutem Wetter). Und dazu jede Menge Typen, die man teils nur auf dem Tempelhofer Feld trifft. Kia Kuhnert


Für wirklich jeden was: Der Volkspark Friedrichshain

Der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain – nicht die einzige schöne Ecke, die es hier zu entdecken gibt. Foto: Imago/Pop-Eye

Der Park um den Trümmerberg Mont Klamott, direkt an der Grenze zwischen Friedrichshain und Prenzlauer Berg, ist ein richtiger Wohlfühlort. Nicht nur im Frühling! Hier gibt es Spielplätze, Springbrunnen, kleine Teiche, verwunschene Wege, einen Rosengarten und eine riesige Wiese, auf der sich gut Sport machen lässt. Mehr zum Volkspark Friedrichshain lest ihr hier. Jacek Slaski


Die Schlossallee mal in Pankow statt bei Monopoly erleben

Schloss Schönhausen in Pankow – ein bisschen Schlossallee sollten wir uns alle ab und an gönnen. Foto: Imago/Chromorange

Kommt der Frühling, zieht es mich zum Schlosspark in Pankow, ich bin nebenan aufgewachsen. Dort kenne ich jeden Baum, der älter ist als 30 Jahre. Gehe vorbei am Baumstumpf nahe des Freibads, der mit den Jahren immer weniger geworden ist. Lasse links den kleinen Hügel liegen, den wir Katzenbuckel nannten. Dahinter scheint Schloss Schönhausen durch die Bäume, einst Sommerresidenz von Königin Elisabeth Christine, in der DDR zuletzt Gästehaus der Regierung. Und dann folge ich der Panke, die sich sanft parallel zum breiten Weg mitten durch den Park schlängelt. Den Namen des Wegs kennt jeder Monopoly-Spieler. Es ist die Schlossallee. Mehr zum Schlosspark in Pankow lest ihr hier. Erik Heier


Der Teufelsberg – Berlins Tafelberg 

Der Teufelsberg ist ein der besonderen Orte Berlins – und die Aussicht erstklassig. Foto: Imago/Mehrdad Samak-Abedi

Im Westen rauscht der Wind durch die imposanten Reste der Abhörstation, von der aus die Amerikaner im Kalten Krieg einst den Osten abgehört hat. Schaut man nach Osten, liegt einem die gesamte Stadt zu Füßen. Der Teufelsberg ist Berlins Tafelberg, so alter Westen, dass es für viele inzwischen ganz neu wirkt. Immer wieder schön. Die Abhörstation auf dem Teufelsberg: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos. Stefanie Dörre


Spandauer Forst: Ein Wald, alles drin

Rotwild im Sapndauer Forst: Der Wald ist vielseitig, von Wildgehege bis Kuhlake gibt es richtig viel Natur. Foto: Imago/Metodi Popow

Zugegeben: Der Spandauer Forst liegt für die meisten Berliner*innen nicht eben um die Ecke. Das ist aber auch gleichzeitig sein Vorteil: Trotz vieler Attraktionen ist er deutlich weniger frequentiert als etwa der Grunewald, durch den an schönen Tagen ganze Spaziergänger*innen- und Jogger*innen-Paraden ziehen. Dabei ist der Spandauer Forst mit den Bussen M45 und 671 (beide halten u.a. an der U- und S-Bahnhaltestelle Spandau) eigentlich ziemlich gut erreichbar. Auch Fahrradtouren dorthin bringen den Körper schon mal auf eine angenehme Betriebstemperatur. 

Im Spandauer Forst angekommen (Bushaltestelle: Johannesstift) hat man die Wahl: Schlägt man sich nach rechts und umgeht das Gelände des Johannesstiftes, eröffnet sich mit dem Teufelsbruch und seinen Nebenmooren eine zauberhafte Sumpflandschaft, es ist ein Naturschutzgebiet mit vielen Vogelarten und Amphibien. Bewegt man sich von der Bushaltestelle aus nach links in den Wald, begibt man sich quasi in die zivilisierte Natur. Im Wildgehege spaziert man an Damwild und Wildschweinen vorbei, kann außerdem um die Kuhlake (oder weiter!) herum wandern und gönnt seinem Vierbeiner im Hundeauslaufgebiet Hakenfelde ein bisschen Freiheit sowie den Kids viel Spaß auf dem nahegelegenen Waldspielplatz. Eva Apraku


Zurück zur Natur im Humboldthain

Die Flaktürme des Volksparks bieten einen tollen Ausblick auf Berlin.    Foto: Sebastian Scherer
Die Flaktürme des Volksparks Humboldthain bieten einen tollen Ausblick auf Berlin. Foto: Garrido

Irgendwas ist besonders, an diesem wundervollen Humboldthain. Vielleicht, weil der Park – der als Gegenstück im Norden zum Volkspark Friedrichshain im Osten angelegt wurde – mit einer besonderen Betonung auf Natur erdacht wurde? Möglich. Wer von der Brunnenstraße quer durch bis zum Freibad läuft (und dabei vielleicht gleich den Hügel hinauf), der fühlt sich wie im Wald. Ein Höhepunkt (auch im wortwörtlichen Sinne) ist sicher der Flakturm. Zwischen 1941 und 1942 wurden im Park ein Flakturm und ein Leitturm für die Führung der Flakgeschütze gebaut – letzterer wurde gesprengt, der Flakturm ist heute eine schöne Aussichtsplattform. Wer sich hinaufgewagt hat, findet montierte Stühle und Bänke und ein bisschen Kurzurlaubssfeeling. Geklettert wird an einer Seite auch, alles in allem ist der Humboldthain wie ein kurzes Auschecken Richtung Erholung. Sebastian Scherer


Mehr Freiluft-Spaß in Berlin

Die besten Spaziergänge im Osten findet ihr hier. Es zieht euch eher auf die Spuren der Geschichte? Kein Ding, denn es gibt viele Routen für historische Spaziergänge in Berlin. Und wer lieber aufsattelt, möge eben eine wunderbare Radtour durch Berlin machen.

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