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Berlin: Hauptstadt mit starkem Gründungsgeschehen

Berlin ist bunt, laut und kreativ. In Berlin ist das Zentrum politischer Macht und es ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Kein Wunder, dass es immer wieder neue Geschäftsideen gibt, die überraschen, begeistern und hinreißend sind. Das Leben in der Hauptstadt ist vielseitig, die kulturelle Vielfalt fast unüberschaubar. In jedem Fall ist sie inspirierend.

Berlin ist die Hauptstadt der Gründer und die Freie Universität Berlin verhilft jungen Menschen zu einer ganz neuen Art, sich selbständig zu machen – egal, ob als Designer, Musiker, Querdenker oder Lebenskünstler. Welche verborgenen Akteure den Nährboden für die oft überschäumende Ideenvielfalt bereiten und welche innovativen Unternehmen in Berlin ansässig sind, soll jetzt Thema sein.

 

Abbildung 1: Berlin gilt als Gründerhauptstadt Nummer 1 in Deutschland. Foto: pixabay.com © ELANUSA (CCO Public Domain)

Hotspot Berlin: Hier fühlen sich Gründer wohl

Berlin ist der Hotspot in Deutschland, wenn es um Gründungen geht. Der Deutsche Startup Monitor hat für 2016 diese Liste der fünf deutschen Gründungs-Hauptregionen ermittelt:

  • Berlin 17 %
  • Metropolregion Rhein-Ruhr 14,1 %
  • Region Stuttgart/Karlsruhe 8,9 %
  • München 7 %
  • Region Hannover/Oldenburg 6,9 %

Damit sind 53,9 % aller Gründer in den genannten Regionen ansässig. Der Rest verteilt sich auf Gesamtdeutschland.

Freie Universität Berlin: Gründen auf innovative Art

In Berlin gibt es an der Freien Universität Berlin die Möglichkeit, ein typisches Hochschulstudium mit dem Lehrangebot der Entrepreneurship Education zu kombinieren. Im Rahmen des Lehrangebots wird Studierenden, Absolventen und Wissenschaftlern der Umgang mit dem Thema Unternehmensgründung nähergebracht. Im Kern vermittelt das Lehrangebot die Fähigkeit, innovative Ideen zu entwickeln und diese mit vergleichsweise geringem Aufwand in profitable Geschäftskonzepte zu gießen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Zum Beispiel wurde am 20. Februar 2017 auf der Internetseite der Freien Universität Berlin folgendes veröffentlicht:

„Das Berliner Start-up PerformaNat, eine Ausgründung des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freie Universität Berlin, erhält eine Finanzierung im siebenstelligen Bereich vom High-Tech-Gründerfonds, der Bamac GmbH sowie Business Angel Markus Plümer.“

 

Der Invest-Manager Dr. Frank Hensel vom High-Tech-Gründerfonds bescheinigt den Gründern von PerformaNat ihre hohen unternehmerischen Fähigkeiten. Sie seien in der Lage gewesen, wissenschaftliche Ergebnisse in ein nutzbares Produkt umzusetzen. Die jungen Gründer haben nicht nur beeindruckt, sie haben die Profis restlos überzeugt. Das gelang unter anderem auch, weil ihr Geschäftskonzept klar, durchdacht und effizient strukturiert war. Die an der Berliner Uni angebotene Entrepreneurial Education macht sich also durchaus bezahlt und bleibt nicht in der theoretischen Lehre haften. Sie spannt einen Bogen von der Theorie zur Praxis und trägt damit zur inspirierenden Atmosphäre für Gründer in Berlin bei.

Modelabel in Berlin – vielfältig und kreativ

Wer in Berlin bummelt, kommt garantiert früher oder später an einem Vintage Shop vorbei. Vintage Mode gehört zur Hauptstadt, wie der Alex und das Brandenburger Tor. Mode ist in Berlin generell ein großes Thema. Junge Talente mit innovativen Ideen gibt es reichlich – allein, sie sind nicht auf der Suche nach siebenstelligen Beträgen zur Gründung oder Entwicklung ihrer Ideen.

 

Abbildung 2: Großes Modelabel oder Berliner Designer mit viel Potenzial? Mode aus Berlin ist international tragbar.  Foto: pixabay.com © RonPorter (CCO Public Domain)

Modedesigner im Studium oder frisch gebackene Absolventen leben oft auf kleinem Fuß und wollen sich nicht mit großen Kreditsummen übernehmen. Das Berliner Kreditunternehmen Smava, das selbst zu den Vorreitern des bis dato wenig betriebenen Online-Kreditgeschäfts zählt, vermittelt auch Kredite für Kleinstgründungen. Über diesen Weg erhalten selbst Studenten ohne hohes Einkommen Zugang zu dringend benötigtem Kapital, um sich zum Beispiel für die erste Kollektion die notwendigen Materialien zu beschaffen.

Exklusive Boutiquen internationaler Designer, Produzenten individueller Homeaccessoires sowie Mode made in Berlin leben in friedlicher Koexistenz nebeneinander. Der eingangs erwähnte Vintage Shop gehört dabei genauso zum Straßenbild, wie Läden, die einen Angebotsmix verschiedener Berliner Designer bieten oder die It-Label aktuell angesagter Designer aus Berlin:

Aeyde

Schuhe aus Berlin von Luisa Krogmann und Constantin Langholz-Baikousis. Das Markenzeichen ist die Kombination hochwertiger Materialien und exklusiver Handarbeit.

Fiona Bennett

Eine renomierter Berliner Desingerin, die ausgefallene Hüte und Kopfschmuck kreiert.

44spaces

Das Design Label bringt Homeaccessoires und verschiedene stilisierte Skylines internationaler Metropolen auf den Markt. Kleine Handwerksbetriebe sowie eine Behindertenwerkstatt produzieren Frühstücksbrettchen, Geschirrtücher, Schlüsselanhänger, Kissen.

Rianna + Nina

Aus Vintage Halstüchern fertigen zwei Designerinnen neue Kleidungsstücke und Accessoires wie Handtaschen oder Armbänder. Auch Lampenschirme, Blusen oder Kissenhüllen sind im Sortiment. Jedes Stück ist ein Unikat.

Bonnie & Buttermilk

Ebenfalls ein Modelabel aus der Metropole Berlin, das mit Retrofashion am Markt vertreten ist. Zuerst verkaufte das Label über das bekannte Portal Dawanda Mode und erarbeitete sich eine breite Anhängerschaft. Inzwischen betreiben sie einen eigenen Laden.

Ben Weide

Mode für Männer mit System. Klingt praktisch, ist praktisch uns sieht sehr gut aus. Ben Weide legt Wert auf Funktionalität und setzt auf moderne Schnitte.

Amba & mei

Wenn Goldschmiedekunst auf Illustrationsgeschickt trifft, entstehen unikate Schmuckstücke. In der Werkstatt von Martyna Kusch und Meike Wiedemann entstehen kunstvolle Einzelstücke, die allesamt handgearbeitet sind und einen unverwechselbaren Stil mitbringen.

In Neukölln unbekannte Ateliers und Läden entdecken

Neukölln, ein Stadtteil mit einem eher desolaten sozialen Profil und einem unterdurchschnittlichen Bildungsniveau der Bewohner, ist gleichzeitig eine kreative Keimzelle. Die Atmosphäre in Neukölln ist einzigartig, kreative Menschen fühlen sich davon angezogen. Ateliers und Galerien, Cafés und kleine Läden eröffnen und schließen wieder. Kunstschaffende und Kulturschaffende stehen dicht an dicht und wer abends durch die Straßen Neuköllns zieht, besonders im Reuterkiez, findet bestimmt Zugang zu einer Vernissage, einer alternativen Party oder einer kreative Street-Art-Session. Berliner und Nicht-Berliner dürften sich über den vordergründig heruntergekommenen Charme freuen, denn davon war Berlin über viele Jahrzehnte in weiten Teilen geprägt. Ein Stück Ur-Berlin. Mit Sicherheit wachsen hier spannende neue Kunst- und Fashionideen, die es wert sind, auf die ganz große Bühne geholt zu werden. Möglich, dass das ein oder andere Stück schon bald auf der Berlin-Alternativ Fashion Week zu sehen ist.

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