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Kultur-Tipps fürs Wochenende in Berlin: Von The Hives bis zur Volksbühne

In Berlin ist immer was los – und es ist nicht einfach, die besten Events zu finden. Aber wir geben euch den Überblick und haben die besten Tipps fürs Wochenende in Berlin: Von den Neuigkeiten rund ums Gallery Weekend über die besten Tipps für die Volksbühne bis zum Festival Pure & Crafted. Und wer lieber zuhause bleibt, findet auch dafür Empfehlungen. Viel Spaß!


Festival: Pure & Crafted 

Tipp fürs Wochenende: Pelle Almqvist und seine Band The Hives auf dem Messegelände erleben. Foto: Imago/Gonzales Photo
Tipp fürs Wochenende: Pelle Almqvist und seine Band The Hives auf dem Messegelände erleben. Foto: Imago/Gonzales Photo

Seit 2015 kommt bei dem Festival Handgemachtes zusammen: knatternde Motorräder und authentische Klänge auf der Bühne. Diese stammen unter anderem von der Berlinerin Sofia Portanet, die sehr originellen New-Wave mit NDW mischt. Als Headliner spielt am Freitag die gerade wiedervereinigte Rockband Jupiter Jones. Am Samstag zählt der Auftritt der schwedischen Alternative-Stars The Hives (Foto) zu den Höhepunkten.

  • Messegelände Berlin Messedamm 22, Westend, Fr 17. + Sa 18.9., jeweils ab 15 Uhr, Tickets gibt’s hier

Musik: Desire Marea

Wer heute die Musik von morgen hören will, kommt an Desire Marea nicht vorbei. Foto: Jamal Nxedlana
Wer heute die Musik von morgen hören will, kommt an Desire Marea nicht vorbei. Foto: Jamal Nxedlana

Buyani Duma hat gemeinsam mit Fela Gucci als Teil des Duos FAKA mit genderqueeren Ansagen und Gqom-inspirierten Grooves die südafrikanische Musikszene aufgemischt. Mit ihrem musikalisch wie visuell beeindruckendem Auftreten fanden sie aber auch über den afrikanischen Kontinent hinaus ihre Fans, darunter etwa Mykki Blanco und Angel-Ho.

Anfang des Jahres 2020 debütierte Duma solo unter dem Namen Desire Marea auf dem eigenen Label Izimakade mit dem Album „Desire“, das von der britischen Institution Mute prompt in physischer Form neu aufgelegt wurde. Was den Labelbetreiber und D.A.F.- und Depeche-Mode-Entdecker Daniel Miller an der Musik Desire Mareas gereizt hat, sollte schon nach den ersten Takten der Lead-Single „Tavern Kween“ glasklar sein: Ein pumpender Club-Beat stellt die Bühne für einen sphärischen und eindringlichen Pop-Song, dem doch tatsächlich sogar ein paar Saxofonklänge gut stehen.

„Desire“ ist ein Album voller Kontraste, wie sie genauso die eindrücklichen Videos und Live-Auftritte Dumas prägen. Das Hymnische geht Hand in Hand mit dem Melancholischen; einfühlsame Pop-Balladen, abenteuerliche Klangexperimente und aufreibende Dancefloor-Epen wechseln sich ab. Zwischen bestimmten Selbstermächtigungsgesten und Momenten großer Verletzlichkeit liegen bisweilen nur ein paar Songtextzeilen.

Wer die Musik von morgen schon heute hören möchte, wird an Desire Marea nicht vorbeikommen. (Kristoffer Cornils)


Party: Mala Junta im Æden 

Partys, auf denen Trance und Techno läuft und alle möglichen Variationen dazwischen? Die sind in Berlin, trotz aller Fülle von Veranstaltungen mit elektronischer Musik, eher selten. Vielleicht genau deswegen die relativ junge Partyreihe vor der Pandemie so beliebt. Vielleicht lag es auch am angenehmen, aber doch exzentrischen Publikum oder daran, dass man eine zeitlang durch einen Kühlschrank gehen musste, um in den Stammclub der Partyreihe zu kommen, der Diskothek Melancholie 2. Ganz egal, was es war, wir freuen uns: Denn die Mala Junta ist zurück und findet zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder nachts und drinnen statt. Los geht es allerdings schon tagsüber, und zwar am Sonntag, den 20. September um 14 Uhr im Æden. 

  • Æden Club Am Schleusenufer 3, Kreuzberg, So 19. September, ab 14 Uhr, online

Bühne: Aufstieg und Fall eines Vorhangs und sein Leben dazwischen 

Die Volksbühne ist unter neuer Intendanz zurück – und bietet direkt Spektakel. Foto: Christian Thiel. Foto: Christian Thiel

Wir bleiben an der Volksbühne – dass dort zukünftig Autor:innen Regie führen, macht das Team um René Pollesch subtil bereits mit den Titeln der ersten Premieren klar. Die Eröffnungspremiere „Aufstieg und Fall eines Vorhangs und sein Leben dazwischen“ (16.9.) sowie „Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer“ (30.9., Foto), beide Text und Regie Pollesch, verweisen schon auf einen anderen regieführenden Autor: Bert Brecht. Zum Start steht für ein paar Wochen auch ein Zirkuszelt vorm Haus, in dem Performances, Zaubershows, ein Benefiz mit Sophie Rois für den Zirkus Hopplahopp (19.9.), die „Berliner Runde“ mit Jürgen Kuttner und Suse Wächter (26.9.) sowie Premieren des Jugendensembles P14 stattfinden. Für “Aufstieg und Fall …” sind nach der Uraufführung bis Ende Oktober bislang fünf weitere Vorführungen angesetzt. 


Kunst: Gallery Weekend, MISA „Discoveries“ und Positions Night

Esther Schipper Cemile Sahin*, Bad People, Bad News (Installation View), 2021 Foto: Andrea Rossetti / Courtesy Cemile Sahin* and Esther Schipper, Berlin

Die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes ist durchwachsen. Zum Glück haben Galerien Wände und Dächer, und wir ziehen einfach feste Schuhe an, wenn wir loslaufen zu Gallery Weekend und Positions Night. Während der Berlin Art Week machen Berliner Galerist:innen ihre Türen weit auf, doch dieses Mal beginnt das Gallery Weekend bereits am Donnerstag, dafür ist der Sonntag nicht dabei. Auch gibt es ein Motto: Unter dem Stichwort „Discoveries“ („Entdeckungen“) zeigen zahlreiche Teilnehmende Arbeiten von Künstler*innen, die ihren ersten Auftritt in einer Galerie haben, etwa die Galeristin Esther Schipper die künstlerischen Arbeiten der Romanautorin Cemile Sahin (Abb.). Auch Johann König schließt sich den „Discoveries“ an: mit seiner zweiten „Messe in St. Agnes“ in diesem Sommer. Und am Freitag werden die Galerien, die sich in der Vorwoche auf der Messe Positions präsentierten, bis 21 Uhr öffnen. Dazu gehören etwa die Galerie Conrads in Mitte mit Thomas Trums „Marker Drawings“ und die Galerie Michael Janssen in Charlottenburg mit Gemälden von Gulnur Mukazhanova.  

  • Startpunkt für einen Rundgang am Gallery Weekend z.B. Galerie Esther Schipper in Tiergarten, Potsdamer Str. 81e, regulär Di-Sa 11-18 Uhr, 16.-18.9. 11-19 Uhr, weitere Adressen: www.gallery-weekend-berlin.de
  • Startpunkt für einen Rundgang in der Positions Night am 17.9. z. B. Galerie Horst Dietrich in Charlottenburg, Giesebrechtstr. 19, regulär Mi-Fr 15-19, Sa 12-15 Uhr, 17.9. bis 21 Uhr, Liste der beteiligten Galerien: www.positions.de

Literatur: Festival der Kooperationen

Alexander Kluge trifft im Literaturhaus Berlin auf höchst unterschiedliche Menschen – beispielsweise auf Jonathan Meese, mit dem er ein Buch schreibt. Foto: Markus Kirchgessner

Interdisziplinäre Veranstaltungsreihe Alexander Kluge hat viele Freunde. Deshalb ist das „Festival der Kooperationen“, das „Alexander Kluge & friends“ unter dem Titel „Der Elefant im Dunkeln“ am 17. September im Literaturhaus eröffnen, nur der Auftakt zu insgesamt 40 Veranstaltungen binnen zehn Tagen an vielen Orten in Berlin. Viele Akteure widmen sich genreübergreifend Aspekten von Zusammenarbeit: unter anderem Jonathan Meese, Hannelore Hoger,  Bruno Latour (per Video aus Bordeaux), Ben Lerner (aus New York), Bernd Scherer, Yoko Tawade.


Lecture-Performance: Decolonial Frequencies

Sandeep Bhagwati eröffnet eine Veranstaltungsreihe. Foto: Ballhaus Naunynstraße
Sandeep Bhagwati eröffnet eine Veranstaltungsreihe. Foto: Ballhaus Naunynstraße

Ein Festival bestimmt die neue Spielzeit am Ballhaus Naunynstraße: “Decolonial Frequencies” mit verschiedenen Veranstaltungen und Künstler:innen. Schwarze, queere, asiatisch-diasporische und viele weitere Perspektiven prägen das Programm. Sechs Monate lang gibt es Lectures, Performances, vor allem aber diese titelgebenden Frequenzen, also ein Klang- und Konzertprogramm. Zum Auftakt bringt der Komponist, Theatermacher und Dirigent Sandeep Bhagwati “The Sound Of Misunderstanding – Dhvanivala‘s Sonic Explorations” auf die Bühne – eine klangliche Tüftelei auf den Spuren eines indischen Studenten, der in den 1960er-Jahren in Deutschland in Physik promovierte und in seine Heimat elektronische Sounds und Avantgarde-Akustik liefert. 

  • Ballhaus Naunynstraße Naunynstraße 27, Kreuzberg, So 19.9., 19 Uhr, Tickets: 14, erm. 8 €, mehr Infos hier

TV: Im Reich der Sinne

"Im Reich der Sinne" läuft dieses Wochenende im TV. Foto: Tele 5
„Im Reich der Sinne“ läuft dieses Wochenende im TV. Foto: Tele 5

Erotikdrama Der große Regisseur John Carpenter erzählte unlängst in einem Interview, dass er seine Studenten an der UCLA mit zwei Filmen nachhaltig verstörte: Der eine war “Straw Dogs” (“Wer Gewalt sät”) von “Mad” Sam Peckinpah, der andere dieser Berlinale-Skandal aus dem Jahr 1976. Nagisa Ôshima erzählt hier die Geschichte von Kichizô, Besitzer eines Geisha-Hauses, und seiner Prostituierten Sada, deren leidenschaftliche Beziehung immer obsessiver wird. Lust gerät außer Kontrolle und Schmerz wird zum bestimmenden Element. Die fleißige Berliner Staatsanwaltschaft beschlagnahmte den Film gleich nach der Vorführung, quasi aus dem Vorführraum heraus.  

  • Samstag, 18.9., 1.05 Uhr, Tele 5

Streams/Mediathek: Murdoch Mysteries

In der WDR-Mediathek steht die Serie "Murdoch Mysteries" online. Foto: WDR/Shaftesbury Murdoch II Inc 2009/ITV Studios Ltd.
In der WDR-Mediathek steht die Serie „Murdoch Mysteries“ online –unser Streaming-Tipp fürs Wochenende. Foto: WDR/Shaftesbury Murdoch II Inc 2009/ITV Studios Ltd.

Krimiserie Im Jahr 1885 schiebt der junge Polizist William Murdoch Dienst in Toronto, Hauptstadt der kanadischen Provinz Ontario und seinerzeit ein heißes Pflaster. Zur allgemeinen Gaudi seiner Kollegen und Vorgesetzten ist er seiner Zeit voraus und ermittelt mit den damals modernsten wissenschaftlichen Methoden: Fingerabdrücke, Bluttests, Überwachungstechniken. Ihm zur Seite steht die Pathologin Julia Odgen und sein fleißiger, aber etwas naiver Adlatus Constable Crabtree. Elf Staffeln hat diese schöne kanadische Serie bereits auf dem Buckel, jetzt zeigt die ARD die ersten beiden Seasons.

  • WDR Mediathek ab 15.9., die jeweils zuletzt versendete Folge steht nur für 30 Tage online, 26 Episoden à 45 Min

Stil: Sawade, die KPM und das Café Einstein verschmelzen

Die Produkte der Königlichen Porzellan-Manufaktur könnt ihr nun auch am Kurfürstendamm kaufen. Foto: KPM Berlin/Timotheus Theisen
Die Produkte der Königlichen Porzellan-Manufaktur könnt ihr nun auch am Kurfürstendamm kaufen. Foto: KPM Berlin/Timotheus Theisen

Gemeinsam mit der Pralinen- und Trüffelmanufaktur Sawade und dem Kaffee Einstein eröffnet die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) eine 500 Quadratmeter große Ladenfläche im ehemaligen Salon von Starfriseur Udo Walz am Kurfürstendamm. Im Angebot sind Porzellane, wie das Kaffeefilter-Set aus der Lab-Serie. Es gibt frisch gebrühten Kaffee und Schokoladen, die auf der Zunge zergehen.

  • KPM Berlin Pavillon Kurfürstendamm 32, Charlottenburg, ab 16.9., Mo–Sa 10–19 Uhr

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