Stadtleben

Berliner Biere im Test

Friedrichsheiner Helles

 

 

1. Friedrichshainer Helles
Woher: Hops & Barley
Aussehen: eigelb, leicht trüb
Geruch: leichte Hefenote mit Honig. Duftet wie eine Frühlingswiese
Geschmack: Facettenreich. Auf der Zunge zuerst bitter, überwältigt aber im Abgang durch sonnige Süße. Sollte eigentlich aus dem Steinkrug getrunken werden. Ein starker Charakter mit Ecken und Kanten
Dazu essen: Wurstplatte oder Braten mit grüner Soße, alternativ: zur Brotzeit
Passt zu: Mottopartys von Kreativen.
Gesamteindruck: Chamäleon-Bier. Der erste Schluck: Schweppes-Gesicht. Nach dem zweiten: Siegestorschützentaumel inklusive Kuntz-Säge. Dann immer weiter und weiter.

Hopfenblume

 

 

 

 

 

 

2. Hopfenblume
Woher: Eschenbräu
Aussehen: helles Gelb.
Geruch: typisch pilsig mit leichter Moosnote.
Geschmack: Süffig, rund, unaufgeregt. Keine Extreme trotz Extraration Hopfen. Aber auch sympathisch hinterhältig: Nach drei Gläsern, die sich quasi wie von selbst trinken, gibt’s im Kopf plötzlich die ganz große Sause.
Dazu essen: Pasta Mista.
Passt zu: routinierten Pilstrinkern, die sich mal etwas anderes gönnen wollen, ohne dass ihre Geschmackstoleranz auf eine allzu harte Probe gestellt wird.
Gesamteindruck: treuer und dezenter Aber-hallo-Begleiter für jeden Tag.

Marcus Bräu Pils

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Marcus Bräu Pils
Woher: Microbrauerei Barkowsky
Aussehen: trüb und blass, für ein helles Pils eigentlich recht dunkel.
Geruch: sehr malzig.
Geschmack: Im Mund sehr rund, sehr leicht, sehr frisch. Leicht bitterer, hölzerner Abgang beim Schlucken. Also: sofort nachgießen.
Dazu essen: Bratwurst mit Senf.
Passt zu: After-Work-Jogger, die nach fünf Kilometern dringend ein Sturzbier gegen den Durst brauchen. Und dann vielleicht noch eins. Oder auch: eine Sommergrillparty.
Gesamteindruck: Konsensbier. Tut allen gut, aber niemandem weh. Kein großes Aha, Oha, Donnerwetter. Einfach ein langes: Jaaaa!

Heller Stern

 

 

 

 

 

 


4. Heller Stern
Woher: Brauhaus Südstern
Aussehen: Wie Bernstein. Geht von Gelb in Braun über.
Geruch: Sehr fruchtig. Eine Ahnung von Banane mit reichlich Malz.
Geschmack: Prickelnd, leicht, mild. Sehr dezente Bitter-Note. Trotzdem sehr gehaltvoll. Erobert den Trinkfreund frontal mit offenem Visier, lässt ihn dann nicht mehr los.Aber irgendwann kommt eben doch der Promille-Dampfhammer um die Ecke.
Dazu essen: Schweinebraten.
Passt zu: Frauen und Liebhabern von Banane-Weizen-Mischgetränken.
Gesamteindruck: Selbstbelohnungsbier für den sanften Genuss. Auch einsetzbar als.
Bekehrerbier: als Einstieg zum Umstieg von Wein oder Alkopops auf Bier.

Schlossplatzbier, hell

 

 

 

 

5. Schlossplatzbier, hell
Woher: Schlossplatzbrauerei Coepenick
Aussehen: Waldhonig, etwas dickflüssiger.
Geruch: Einfach wie Bier. Kein besonderer Charakter, der hervorsticht.
Geschmack: Anfangs leicht säuerlich. Ansons­ten wie der Geruch: keine Höhen, Tiefen oder Spitzen. Der erste Schluck ist der beste. Gutes Bier deshalb vor allem für die kurze Distanz. Wie ein Sprinter, der in Führung geht, aber übermotiviert gleich gegen die erste Hürde kachelt. Kein Bier also, mit dem man sich das Kurzzeitgedächtnis wegballern möchte. Muss ja auch nicht sein.
Dazu essen: Businesslunch oder auch ein schlichtes Gurkensandwich.
Zielgruppe: Businessluncher oder ältere Sonntagsausflügler. Also Leute, die noch etwas vorhaben für den Tag.
Gesamteindruck: Fisch-&-Chips-Bier. Schnell reinhauen, kurz verschnaufen, dann ist’s auch gut so.

 

 

 

Fotos: tip

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