Stadtleben

Berliner Drive-ins

Nirgendwo sonst gibt’s weniger Autos im Land als in Berlin. Pro Einwohner gerechnet. Drive-ins brummen hier trotzdem. Vielleicht, weil man sich beim Drive-in, logo, die Parkplatzsuche spart, die in Berlin kein Softeis-Schlecken ist. Satte 23 Drive-in-Filialen hat McDonald’s ?in der Stadt, die älteste darunter seit dem Orwell-Jahr 1984. Burger King folgt mit 14 Filialen. Für alle, die den Whopper nicht so gerne hinter Edward-Hopper-Fassade schlemmen. American way of drive.

Wer bei Drive-ins aber bloß an Fast Food denkt, hat noch keine Apotheke mit Drive-in-Schalter angesteuert. Die sind beliebt bei Familien. Plärrende Parkplatzsuche mit den ohnehin schon kränkelnden Kleinen kostet ja gleich ein paar Aspirin mehr. Im Drive-in-Baumarkt lädt man Trittschalldämmung und Garagentore (kein Scherz) direkt selbst in den Wagen (sofern der Kofferraum mitspielt). Die Schranke lässt einen aber erst wieder aus der Drive-in-Arena rausfahren, wenn Mitarbeiter die Produkte gescannt und kassiert haben. Unauffällig Gipsfaserplatten einstecken ist also nicht drin. Fast schon klassisch kommen da die Drive-ins von Erntebrot daher: Bürotruppengroße Snackboxen mit zwölf belegten Brötchen gibt’s da am Schalter. Und Coffee to go, äh, drive. Wer holt mir schnell Aspirin? Baby, you can drive my car!

Text: SH

Foto: Benjamin Pritzkuleit

Erntebrot-Backshops mit Drive-in, ?Westfälische Straße 88, Wilmersdorf, Mo–Fr 6–18 Uhr, ?Oranienburger Straße 104, Wittenau, Mo–Fr 6–18 Uhr, Sa+So 8–16 Uhr

Ginkgo-Apotheke mit Autoschalter?, Walter-Friedrich-Straße 6, Buch, Mo–Fr 7.30–20 Uhr, Sa 7.30–16 Uhr

Bauhaus Drive-In Arena, ?Kurfürstendamm 129?a, Wilmersdorf, Mo–Fr 7–20 Uhr, Sa 8–20 Uhr

 

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