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Berliner Influencer feiern Silvesterparty – die Ego-Nummer macht sprachlos

Einige der einflussreichsten Berliner Youtuber, TikToker und Instagrammer sollen dabei erwischt worden sein, wie sie an Silvester eine große Party feierten. Man kann nur hoffen, dass die Branche sich in diesem Jahr nachhaltig verändert. Daran mitwirken können wir alle.

In Berlin haben Influencer eine Silvester-Party gefeiert. Symbolbild: Unsplash

Influencer feiern große Silvesterparty – ohne Rücksicht auf Verluste

Dalia geht es schlecht, sehr schlecht. Das zumindest hat die 18-jährige Berlinerin ihre Fans in ihrer Instagram-Story vom 4. Januar 2021 wissen lassen. Kurz zuvor wurde bekannt, dass die Synchronsprecherin Dalia Mya Schmidt-Foß, die allein auf Instagram mehr als 1,5 Millionen Follower hat, Silvester im großen Stil feierte.

Den Jahreswechsel verbrachte in einer Berliner Wohnung mit etwa 20 bis 30 Menschen. Und das, obwohl sie zuvor behauptete, zu Hause gewesen zu sein. Auf anfängliche Dementi folgte schließlich das Eingeständnis. Neben vielen kritischen Kommentaren soll es auch reichlich Hassnachrichten geregnet haben.

Der Hass allerdings lenkt von den eigentlichen Verfehlungen der beteiligten Influencer ab – es sollen einige der einflussreichsten Berliner Youtuber, TikToker und Instagrammer unter den Gästen gewesen sein, auch wenn nur wenige Namen öffentlich bekannt geworden sind. Erschreckend ist, wie noch im Nachgang getäuscht und gelogen wurde.

Influencer keine Vorbilder: Geltungsdrang steht über allem

Influencer haben zudem eine Vorbildfunktion, allein, weil viele Kinder und Jugendliche sie wie Stars anhimmeln. Doch als echte Rollenvorbilder sind die meisten von ihnen ungeeignet. Ihr Geltungsdrang steht über allem: Die Silvester-Party hat einmal mehr gezeigt, dass vielen Influencern das Vergnügen wichtiger ist als die eigene Gesundheit. Und die der Mitmenschen.

Allerdings ist das nicht die einzige Verfehlung: Die Aufmersamkeitsmaschinerie hat längst sämtliche Bereiche des Influencerdaseins befallen. Angesagt ist, wer permanent konsumiert und möglichst viel reist. Nachhaltigkeit spielt keine Rolle, ebenso wenig wie Umweltschutz. Zurück bleibt verbrannte Erde.

Daran zu glauben, dass sich in diesem Jahr etwas ändern wird, mag naiv erscheinen. Allerdings nicht unmöglich. Zwei Dinge müssten sich dafür ändern. Werbepartner müssten weniger auf die Reichweite als vielmehr auf die Message schauen, die ihre Schützlinge vermitteln. Und auch die Follower müssten beginnen, die eigenen Helden zu hinterfragen.

Wenn es in der Instagram-Szene so weitergeht, wie gehabt, stehen die Chancen dafür schlecht. In der Social-Media-Blingbling-Welt mag alles rosig aussehen. Doch wenn es um echte Werte geht, erscheint dieser bildgewaltige Kosmos ziemlich blass.


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