Stadtleben

Berliner Marktwirtschaft

HackMarktHackescher Wochenmarkt
Für wenige Einheimische und viele Touris: Es ist einer der kleineren Wochenmärkte vor dem S-Bahnhof Hackesche
Höfe. Wer hierherkommt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit Tourist und bleibt gern mal mitten auf der Straße stehen. Die Mitte-Bewohner erkennt man an den schnelleren Schritten und unwirschen Handbewegungen.Aufgeteilt in leibliche und künstlerische Angebote, kann man auf diesem Markt seinen Hunger und Durst bekämpfen mit frisch gepressten Säften, Bratwürsten oder Antipasti und nebenbei seinen Einkaufskorb mit frischem Bio-Brot oder Bio-Fleisch, Blumen, feinen Ölen oder Kuchen füllen. Zu viel sollte man allerdings nicht einkaufen, denn all die guten Dinge wollen ja auch nach Hause oder zum Auto getragen werden –
und Parkplätze sind rund um den Hackeschen Markt Mangelware. Der
künstlerische Teil des Marktes bietet Fotografien auf Leinwand, Hüte, Öko-Kleidung oder auch Filzschuhe in Form von Mäusen (mit Schwanz).    

Fazit: Wer nicht viel Zeit hat, ist auf dem kleinen Wochenmarkt in Berlins Mitte genau richtig. Text: Angйlique Thamm

Termine
: Donnerstag 9-18 Uhr, Samstag 10-18 Uhr, Beste Uhrzeit: entweder ganz früh oder ganz spät, um das Touri-Gedrängel zu vermeiden. Unbedingt kaufen: ein Schmuckstück vom Künstler Michael (entweder ein Frosch oder, wenn es für mehr reicht, ein Albatros)

Hackescher Wochenmarkt Hackescher Markt, Mitte, S-Bhf. Hackescher Markt, Tram M2, M4, M5

ZionskirchBauernmarkt Zionskirchplatz
Ein zuverlässiges Dutzend von Händlern: Andreas Mougkogiannis hat seinen kleinen Stand mit Olivenölen, Honig, Oliven und Rosinen vom Peloponnes zum ersten Mal auf dem Zionskirchplatz aufgebaut. Dafür kommt die Brandenburger Blumenfrau
erst im Frühjahr, wenn es in ihrem Garten wieder blüht, zurück auf den
Bauernmarkt. Anderenorts würde das gar nicht weiter auffallen, aber auf dem Bauernmarkt an der Zionskirche ist das augenfällig. Ein knappes Dutzend Stände, vorne das dreirädrige Piaggio-Gefährt von Coffee on tour, das die Marktgäste mit Espresso und Cappuccino versorgt, hinten
der Pasta e piщ-Wagen mit seinen frischen, gefüllten Nudeln. Mittags ist noch nicht viel los. Der Zionskirchplatz erwacht langsam, und es finden sich noch genügend Park- und Radstellplätze. Der Kümmel-Uckerkaas beim Käsestand Felix Worms hat es nicht weit nach Berlin gehabt, der Gutbrandsdalen hingegen schon. Dafür aber ist der braune Kuh-Ziegen-Mix aus Norwegen eine Spezialität, die man sonst kaum in der Stadt findet. Trotz XS-Größe ist der Bauernmarkt gut bestückt. Es gibt einen zweiten Bio-Gemüsestand, Neuland-Fleisch, Brot und Kuchen bei der ufa-Bäckerei sowie alle zwei Wochen Wein und Schnaps aus Franken.

Fazit: Open-air-Feinkostladen mit Weinecke, Mittagstisch und Coffee to go. Text: Manuela Blisse

Termine: Donnerstag 11-19 Uhr, ab 31.10. bis 18.30 Uhr, Beste Uhrzeit: Zum Einkaufen und Beraten lassen mittags, zum Einkaufen und Leute treffen nachmittags. Unbedingt kaufen: Walnüsse, Käse-Raritäten, griechisches Olivenöl

Bauernmarkt Zionskirchplatz Zionskirchstraße/Kastanienallee, Mitte, U-Bhf. Rosenthaler Platz, Senefelderplatz, Tram M1, 12

KollwitzKollwitzmarkt
Erst shoppen, dann schaulaufen: Man könnte meinen, der ganze Prenzlauer Berg kommt samstags zum Mittagessen auf den Kollwitzplatz. Am Fischstand rührt die Mitarbeiterin mit einer großen Kelle in der Suppe, die noch zwei Ecken weiter appetitlich duftet. Am Gözleme-Stand wartet fast immer eine Schlange, genauso wie am Pastawagen. Nebenan essen sie Austern und trinken Champagner, an gedecktem Tisch mit Papiertischdecke. Am Rand des Marktes wartet eine Gulaschkanone mit Erbsensuppe und Bockwurst – Berliner Küche trifft auf süddeutsche Spezialitäten, Currywurst-Esser auf Weißwurst-Zuzler. Dazwischen Gewürze und Feinkost für die Küche Zuhause – köstliche Öle zum Probieren, Ziegenkäse aus dem Umland,
Entenbrust und Oktopus. Kulinarisch ist der Kollwitzmarkt bestens ausgerüstet. Daneben gibt es ein paar Stände mit Textilien – hippiesk anmutende Kleidung, geflochtene Körbe, Tücher aus Nepal und Wollmützen versprühen ein wenig Flair vom alten Prenzlauer Berg. Weitere Highlights sind Berlin-Mitbringsel, Seifen im Retrolook und natürlich – Holzspielzeug. Apropos Kinder: Das Prenzlauer Berger Kinderwagenproblem ist bekannt, daher sollte man Zeit, Geduld und viel Toleranz mitbringen. Auch beim Parken, denn freie Parkplätze sind schwer zu finden und die Politessen schnell.

Fazit: Prenzl’berger Institution mit bürgerlichem Anstrich, großer
kulinarischer Vielfalt und gehobenen Preisen. Text: Antje Binder

Termine: Samstag 9-16 Uhr, Beste Einkaufszeiten: Ganz früh ohne Touristen und Familien oder spät nachmittags, dann funktioniert das Feilschen besser. Unbedingt kaufen: Frisch gepresstes Leinöl

Kollwitzmarkt Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, U-Bhf. Eberswalder Straße, Senefelderplatz, Tram M1, M10

Fotos: Nina Zimmermann/HIPI, Mary-Ann Weber/HIPI 

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