Stadtleben

Blauer Mittwoch auf dem Lipschitzplatz

Postkarten_Gropiusstadt_Berlin_c_Museum_NeukoellnDie Postkartenreihe aus der Frühzeit der Gropiusstadt, auf der unter anderem erholungssuchende Menschen inmitten der damaligen Betonwüste abgebildet sind, animiert zum Erfinden der entsprechenden Texte. Man erinnert sich an Loriots Fernsehsketch „Urlaubsparadies“, auf der eine zur Erholung beinhart entschlossene Kleinfamilie auf der Suche nach dem Strand durch einen Hochhaus-Dschungel irrt. Wer sich das Video auf YouTube ansieht, beginnt zu rätseln: Ist das nicht die Lipschitzallee? Klar bleibt aber: In der Frühzeit der Trabantenstädte, 1962 etwa, als im November Berlins Bürgermeister Willy Brandt den Grundstein zur Gropiusstadt legte, hatten Stadtplaner offensichtlich etwas andere Vorstellungen von „schöner wohnen“. Mehrstöckig, modern und lichtdurchflutet sollten die Häuser sein, in der eine bessere Menschheit optimistisch der Zukunft entgegenleben würde. 50 Jahre später versucht man nun, das Beste aus den Beton gewordenen Träumen von damals zu machen. Ab dem 18. Juli lädt das Bezirksamt Neukölln anlässlich des 50. Jubiläums der Gropiusstadt an acht aufeinanderfolgenden Mittwochabenden zum „Blauen Mittwoch“ auf den Lipschitzplatz ein. Weil die Gropiusstädterinnen und Gropiusstädter dazu angeregt werden sollen, „ihren zentralen Platz einmal anders zu erleben“, spielen Musiker wie die lateinamerikanische Band Fidel Conde auf. Und Loriots urlaubende Kleinfamilie dürfte endlich in ihrem Paradies angekommen sein.

Text: Eva Apraku

Foto: Museum Neukölln

Blauer Mittwoch Lipschitzplatz, Gropiusstadt, Start: 18.7., 18–21 Uhr (bis Mi 5.9.)

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