Stadtleben

„Bonjour Sagan“ im Kino in Berlin

Bonjour SaganAus der 18-jährigen Studentin aus gutem Hause wurde „La Sagan“ und schnell wurde sie in einem Atemzug mit Edith Piaf oder Coco Chanel genannt. Das mit dem frühen Tod hätte sie bei einem Au­to­unfall Ende der 50er fast geschafft; die weitere Selbstzerstörung betrieb sie mit lustvoller Gewissenhaftigkeit.
Die französische Regisseurin Diane Kurys hat diesem – selbst romanesken – Leben mit „Bonjour Sagan“ ein filmisches Denkmal gesetzt. Den Rahmen bildet der vergebliche Versuch eines jungen Reporters, die nach zwei Ehen, unzähligen Amouren und einem halben Jahrhundert exzessiven Drogenkonsums verarmte und verwirrte Starautorin auf dem Anwesen einer dominanten Gönnerin aufzuspüren. Durch diese Konstruktion werden der Leichtsinn und die Lebensgier der frühen Tage verdüstert, der Ausbruch einer hedonistischen Boheme bei allem Glamour als gescheitertes Experiment denunziert. In diesem Sinne ist die großartige Sylvie Testud hier eine großartige Fehlbesetzung; ihr trotziges Käuzchengesicht altert maskenbildnerisch, ohne zu reifen. Der Film macht es sich zu leicht, wenn er die Frühvollendung als ewige Unreife liest.

Text: Stella Donata Haag

Zwiespältig

Bonjour Sagen (Sagan) Frankreich 2008; Regie: Diane Kurys; Darsteller: Sylvie Testud (Françoise Sagan), Pierre Palmade (Jacques Chazot), Lionel Abelanski (Bernard Franck); Farbe, 117 Minuten

Kinostart: 1. Januar 2009

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