Stadtleben

Bündnis gegen Nazi-Demo am 1. Mai 2010

1.MaiGegen den diesjährigen geplanten Aufmarsch der Nationaldemokraten am 1. Mai hat sich eine Allianz aus Gewerkschaften, Parteien, Antifagruppen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und Vereinen, Jugend- und Studentenverbänden gebildet. Auch prominente Größen wie die Senatoren Carola Bluhm (Linke) oder Jürgen Zöllner (SPD), Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, die jüdische Gemeinde, Bela B und der 1. FC Union unterzeichneten das Bündnis. Gemeinsames Ziel ist es, über alle sozialen, politischen und kulturellen Unterschiede hinweg die Nazis zu blockieren. Bis zu 10.000 Teilnehmer werden erwartet.

Die Initiative orientiert sich an dem Konzept, mit dem am 13. Februar 2010 in Dresden mit Hilfe von 6.500 Leuten Europas größte Neonazi Versammlung, eine Demonstration der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen, erfolgreich verhindert wurde. Außerdem erinnert sie an den 1. Mai 2004, als eine Kundgebung der Rechten durch massive Gegenwehr in Lichtenberg und Friedrichshain abgebrochen werden konnte.

Wie Innensenator Körting mittlerweile offiziell bestätigt hat, werden die Nazis am „Tag der Arbeit“ um 11 Uhr vom S-Bahnhof Bornholmer Straße in Pankow losmarschieren über Wichert-, Grell- und Storkower Straße bis zum S-Bahnhof Landsberger Allee. Da die Route direkt an der S-Bahn-Strecke verläuft, wird es für die
Teilnehmer des Zusammenschlusses „1. Mai- Nazifrei!“ schwieriger, ihre Blockade durchzuführen, da die Gleise eine Barriere darstellen. Das wird von Vertretern der Gegenkundgebung kritisiert.


Die NPDler warben in den letzten Wochen mit unangemeldeten Infoständen für ihre Partei und den geplanten überregionalen Aufmarsch am 1. Mai, bei dem laut der Berliner Antifa 1000 bis 3000 Teilnehmern zu rechnen ist. Dies seien überwiegend „Autonome Nationalisten“ aus Ost- und Norddeutschland und NRW. Sebastian Schmidtke, stellvertretender Landesvorsitzender der NPD, habe bundesweit Landesgruppen für die Demonstration mobilisiert. Ähnlich wie in Dresden  will das Bündnis „1. Mai- nazifrei“ auch in Berlin einen demonstrativen Sieg über die Nationaldemokraten erringen. Die NPD wurde bisher nicht wegen Verfassungsfeindlichkeit verboten. Daher dürfen ihre Mitglieder umstrittener Weise auch weiterhin von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit und Versammlung Gebrauch machen.

Text: syl
Foto: Andreas Teich/Berliner-Kurier

http://1-mai-nazifrei.tk/

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