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BVG-Verkehrsvertrag: So sollen 19 Milliarden Euro verteilt werden

Der Senat hat einen neuen BVG-Verkehrsvertrag beschlossen. Denn es gibt viel zu tun, was nicht immer allen bewusst ist. Wenn Tourist*innen nach Berlin kommen, sind sie meist ganz beeindruckt vom öffentlichen Nahverkehr der Stadt. Denn anders als in Ihme-Roloven und Wanne-Eickel fahren Busse und Bahnen hier ständig und selbst nachts noch in einem (für sie) vertretbaren Rhythmus.

Der BVG-Verkehrsvertrag sieht höhere Taktung, Ausbau und mehr Mobilität für alle vor. Foto: Imago Images/Wölk
Der BVG-Verkehrsvertrag sieht höhere Taktung, Ausbau und mehr Mobilität für alle vor. Foto: Imago Images/Wölk

Nun nehmen die meisten Menschen ihr Glück nicht mehr wahr, wenn sie sich erst einmal an gewisse Standards gewöhnt haben. So ist die BVG bei den Menschen, die tatsächlich in der Hauptstadt leben, ganz gern mal verschrien. Zu voll sind die Vehikel, zu unregelmäßig fahren sie, und noch dazu ist das Klima (menschlich und räumlich) zwischen Dschungel und Arktis gewöhnungsbedürftig. Hawaii gilt als Ort mit den meisten verschiedenen Klimazonen – die Bahnen der BVG schlagen das locker.

BVG-Verkehrsvertrag: Weniger Treibstoff, Netzausbau – und Sanierungen

Tatsächlich ist dem Senat wohl bewusst, dass eine Stadt wie Berlin, in der Millionen Menschen Millionen andere mehr oder weniger willkommen heißen, auch einen wirklich guten Nahverkehr (und nicht nur lustige Werbekampagnen) braucht. Deshalb wurde nun ein neuer BVG-Verkehrsvertrag verabschiedet.

19 Milliarden Euro sollen demnach in den kommenden 15 Jahren in das landeseigene Unternehmen fließen. Wurden bisher im Schnitt rund 300 Millionen Euro pro Jahr in Flotte und Infrastruktur gesteckt, sollen es künftig rund 800 Millionen sein. Was sonst noch mit dem Geld geschieht

  • die Grundvergütung der BVG und Tarifersatzleistungen (für Schüler/Azubi-Ticket, für Ticket S und Schwerbehinderten-Freifahrten) – 3,1 Milliarden
  • gut zwei Milliarden gehen drauf für neue Straßenbahnstrecken, rund 1,7 Milliarden für Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen, rund 600 Millionen dann noch für laufende Projekte wie die U5)
  • Dekarbonisierung, also die Umstellung der Flotte auf Fahrzeuge mit einem niedrigeren Treibstoffverbrauch, kostet rund zwei Milliarden. (Voraussichtlich zwischen 1,3 und 2,4 Milliarden insbesondere für Infrastruktur, noch ohne Zuschüsse des Bundes)
  • Im Vertrag bereits abgedeckt sind 450 Millionen für den Betrieb von insgesamt 227 E-Bussen.

Höhere Taktung – und mehr Freiheit für Menschen mit Einschränkungen

Gute Nachrichten für Menschen, die außerhalb des S-Bahn-Rings leben: Das 10-Minuten-Netz soll deutlich erweitert werden, die Taktung bestimmter Linien wird also erhöht. Auch eine Mobilitätsgarantie wurde aufgenommen. Dazu heißt es in einer Mitteilung: „Ab dem Jahr 2022 sind die Verkehrsbetriebe verpflichtet, die obligatorische Barrierefreiheit im Netz immer auch bei Störungen (etwa dem Ausfall von Aufzügen) sicherzustellen, indem sie konkrete Alternativen innerhalb des ÖPNV anbieten.“ An den technischen Lösungen dazu werde gearbeitet. Sicher dürfte die BVG auch weiterhin in Werbung investieren, mit der sie vor allem ihr Image aufpoliert – und nicht selten virale Hits landet, etwa mit der Bewerbung als Weltkulturerbe.

Weil auch der BVG die Einnahmen aufgrund der Pandemie entschieden eingebrochen sind, beinhaltet der Vertrag eine Finanzierungsgarantie, Einnahmeausfälle werden bis zur ersten geplanten Revision des Vertrags aufgefangen.


Mit ihrem Plan, die Station M*hrenstraße in Glinkastraße umzubenennen, hat sich die BVG nicht nur Freunde gemacht – es gibt Antisemitismus-Vorwürfe gegen Glinka. Ab Mittwoch kontrolliert die BVG selbst, ob die Maskenpflicht umgesetzt wird. Wer mal wieder länger wartet, steht idealerweise in einem der schönsten U-Bahnhöfe Berlins. Auch zur BVG gehören übrigens ein paar Fähren – eine ist nur ein Ruderboot!

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