• Stadtleben
  • Corona-Virus: Hier ist die Ansteckungsgefahr in Berlin besonders hoch

Satire

Corona-Virus: Hier ist die Ansteckungsgefahr in Berlin besonders hoch

Fast vier Millionen Einwohner und dazu die ganzen Touristen: Wenn das Corona-Virus sich irgendwo schnell ausbreiten kann, dann in Berlin. Zumal es hier einige Orte gibt, an denen sich viele Menschen näher kommen – gewollt und ungewollt.

An diesen Orten empfiehlt sich gründliches Händewaschen besonders.


Corona-Virus-Hotspot 1: Das Berghain

Im Kult-Technoclub Berghain werden ganze Wochenenden verfeiert. Körperkontakt nicht nur beim Tanzen ist Standard – sollte das Corona-Virus hier ankommen, geht wohl kaum jemand ohne nach Hause. Und nach 24 Stunden Tanzrausch vergisst der geneigte Raver im schlimmsten Fall auch mal das Händewaschen auf den ohnehin überfüllten Toiletten. Von Sex und Drogen gar nicht zu reden.

Also: Wer weiterhin ungeniert im Berghain und den anderen besten Clubs Berlins feiern will, denkt besser über Maske und Handschuhe nach. Gerüchteweise gehören die an vielen Abenden im zugehörigen Sexclub Lab.oratory ja auch zum Alltag.

Der erste mit dem war übrigens nicht im Berghain, sondern im Club Trompete feiern.

Berghain in Berlin: Der Techno-Club ist immer gut besucht. In Zeiten des Corona-Virus eine Gefahr?
Das Corona-Virus ist in Berlin angekommen – wo wie im Berghain viele Menschen zusammenkommen, kann es sich super verbreiten. Imago/Zeitz

Corona-Virus-Hotspot 2: Fahrstühle

Egal ob nach oben oder nach unten, hoch hinaus oder runter in die Unterwelt. Fahrstühle sind eng – und viele in Berlin auch hochfrequentiert. Mit Anwohnern, Besuchern – und im Zweifel auch mit jenen, die sich nicht so gut die Hände waschen wie alle anderen. Heißt: Vorsichtig sein – und im Zweifel warten, bis jemand anders den Knopf ins Wunschgeschoss drückt…


Corona-Virus-Hotspot 3: Die Alte Försterei

Ob Wut oder Freude, der Fußballfan mag Körperkontakt. Wenn Eisern Union antritt, wird schnell im Überschwung umarmt. Wenn der Gegner führt, kann es auch mal rau werden. Und im Pyro-Nebel stolpert man schon mal in den Nebenmann hinein.

Generell werden Großereignisse als Corona-Krisenherde derzeit ja genau beobachtet. Vielleicht löst sich das Problem der Virus-Umverteilung alsbald von selbst. Wenn erst mal einige der wichtigen Sportveranstaltungen 2020 abgesagt werden.

Corona-Verteilstelle Stadion: Im Duell Hertha gegen Union brennt die Pyro - in der unübersichtlichen Situation bloß nicht dem Nebenmann zu nahe kommen!
Pyro schützt vor Corona nicht: Der Virus wird im Fanblock-Tumult bei Eisern Union im Zweifel schnell übertragen. Vorsicht. Imago

Corona-Virus-Hotspot 4: Panda-Gehege im Zoo Berlin

Sie sind so süß, die beiden Berliner Baby-Pandas, sie tollen rum, kuscheln mit der Mama und selbst wenn sie nur gähnen, sind sie unwiderstechlich. Wer sie fotografiert und auf Facebook oder Instagram teilt, kann fest mit Herzchen und Likes rechnen. Der Nachteil: An dem Gehege im Zoo stehen lange Menschenschlangen und drücken sich an den Scheiben die Nasen platt. In der Begeisterung vergisst man schnell, dass hier neben den niedlichen Bären auch die fiesen Viren lauern könnten. Also gilt auch hier, aufpassen und sich nicht anniesen. Hauptsache aber, Meng Xiang und Meng Yuan stecken sich nicht an!


Corona-Virus-Hotspot 5: Mauerpark

Marodierende Touristen-Horden begrabbeln überwiegend gebrauchte Produkte auf dem Flohmarkt. Im Sommer wird sich barfuß über Wiesen gewälzt. Und wenn die Sänger beim Mauerpark-Karaoke eine feuchte Aussprache haben, singt sich vielleicht schon der nächste Teilnehmer direkt in die Corona-Isolierung. Der Berliner weicht ja ohnehin gern auf die anderen schönen Flohmärkte der Stadt aus. Wofür er Zeit hat – viele Veranstaltungen sind wegen Corona abgesagt.

Karaoke im Mauerpark - viele Menschen, viele Töpfchen. Mit steigenden Temperaturen wächst auch die Corona-Gefahr.
Voll, voller Corona-Krisenherd? Wenn es erst einmal warm wird, wird es im Mauerpark voll. Imago/R Price

Corona-Virus-Hotspot 6: Warschauer Brücke

Mancher Berliner würde sagen, dass die Warschauer Brücke und das umliegenden Gelände nicht nur hervorragend für die Verbreitung von Viren taugt – sondern sogar deren Brutstätte sein könnte. Zwischen dem Immer-auf-Club-Matrix (bekannt aus „Berlin Tag & Nacht“) und Berliner Stadtmusikanten, die Touristen zum Tanz anregen, ist das Areal… nun ja… speziell. Und für alle, die nicht nur zu Besuch sind: In unserem Corona-Tagebuch gibt es immer neue Beobachtungen aus der Hauptstadt im Zeichen der Pandemie.


Corona-Virus-Hotspot 7: Der Hundeauslaufplatz in der Hasenheide

Auch Hunde können sich mit dem Corona-Virus infizieren. Wie gefährlich das für die Besitzer ist, kann noch nicht abschließend erklärt werden. Spielfreudige Hunde, die dann auch noch im heimischen Bettchen verkehren, sind aber auf jeden Fall mit Vorsicht zu behandeln. Übrigens: Wenn die (inoffizielle) Männerauslaufwiese in der Hasenheide bei besserem Wetter wieder stärker genutzt wird, gilt auch dort Vorsicht: Don’t cruise to Corona!


Corona-Virus-Hotspot 8: Das Småland im Ikea

Kinder sabbern und spucken – manchmal bluten sie auch. Da ist Vorsicht geboten. Dass die Eltern selbst ins Bällebad steigen, ist ja doch eher unwahrscheinlich. Wenn sie ihren Nachwuchs abholen, ist für Eltern eine umgehende Grundreinigung der Kinder aber doch ratsam.


Corona-Virus-Hotspot 9: Die BVG

Egal ob im ersten M41 nach zwei Stunden Wartezeit oder der U8 zur Stoßzeit: Näher als im Kitkat kommen sich Berliner nur in den Bussen und Bahnen der BVG. Wenn dann noch zwei Musikanten von zwei entgegengesetzten Eingängen aufeinanderzuspielen und verschreckte Bahnfahrer verzweifelt versuchen, auszuweichen, muss nur ein Corona-Opfer dazwischenhusten – und schon ist ein halbes Abteil infiziert.

BVG zur Stoßzeit: Stehen und festhalten - möglicherweise dort, wo der Corona-Virus schon wartet.
Corona-Virus: In den Bussen und Bahnen der BVG kann es zu Stoßzeiten gemütlich werden. Nicht anhusten lassen. Imago/Frank Sorge

Corona-Virus-Hotspot 10: Chinesische Restaurants

So ein Unsinn! Die meisten Menschen, die in Berlin chinesische Restaurants betreiben, sind nicht alle drei Tage in China. Und wahrscheinlich noch viel vorsichtiger als alle anderen. Vielmehr leiden sie seit dem Corona-Ausbruch unter Rassismus, Gewinneinbrüchen, Vorurteilen. Heißt: Einfach mal wieder zum chinesischen Restaurant des Herzens – und gut essen statt nur Panik zu schieben. Zumal Berlin schon ein paar Pandemien hinter sich hat seit der Pest.

Mehr über Cookies erfahren