Daniel Schreiber hat mit Essay-Büchern ein großes Publikum gefunden. Nun legt er mit „Liebe. Ein Aufruf“ ein Plädoyer für mehr Gemeinsinn vor. Marie Ladstätter und Bert Rebhandl haben mit ihm über die Stimmung in der Stadt gesprochen, über neue Allianzen und seinen Weihnachtsbaum

tipBerlin Herr Schreiber, wenn Sie an einem ganz normalen Tag vor die Tür treten, spüren Sie dann etwas von der krisenhaften Stimmung in der Stadt, die Sie in Ihrem Buch beschreiben?
Daniel Schreiber Ich würde sagen: ja. Aber zugleich habe ich den Eindruck, dass wir in Berlin noch wahnsinnig viel Glück haben, hier noch sehr viel Freiheit und Toleranz herrscht. Trotzdem bemerke ich vor allem in Neukölln, wo ich wohne, eine neue Stimmung – eine, wie ich finde, auch berechtigte Stimmung. Viele Leute, die dort wohnen, wollen sich nicht mehr damit abfinden, wie Bürger und Bürgerinnen zweiter Klasse behandelt zu werden. Man kann also sagen, es ist ein bisschen rougher geworden. Manchmal hat das auch ganz konkrete Ursachen. Seit vielen Jahren ist zum Beispiel einer der beiden Haupt-U-Bahneingänge auf dem Hermannplatz gesperrt. Eigentlich soll nur eine kleine Treppe instand gesetzt werden. Abertausende Leute müssen sich seither täglich durch einen einzigen engen Zugang zwängen. Natürlich sorgt das für angespannte Stimmung.
tipBerlin Werden Freiheit und Toleranz nicht zunehmend eine Sache für die eigene Blase?
Daniel Schreiber Das mit der Blase ist so eine Sache. Berlin ist eine liberale Stadt. Vielleicht ist sie weniger liberal, als sie es mal war. Aber vor allem im Vergleich zum Umland wird es, denke ich, immer ein liberaler Ort bleiben. Und trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob man von einer Blase reden kann. Ich habe den Eindruck, dass in den vergangenen Jahren medial immer dann ein Blasen-Problem diagnostiziert wurde, wenn man einen Türöffner für rechtsextreme Diskurse brauchte oder für eine Art von Kulturkampf, der uns von unseren eigentlichen Problemen ablenkt und uns weiter spaltet. Dass verschiedene Gruppen in der Gesellschaft unterschiedliche Meinungen haben, war schon immer so und ist auch nicht das Problem. Das Problem ist, wie wir heute damit umgehen.
Ich habe den Eindruck, dass wir in einer Gesellschaft leben, die für sehr viele Menschen nicht mehr funktioniert
Daniel Schreiber
tipBerlin Zu Beginn Ihres Buches geben Sie einen kleinen Abriss dessen, was unser Gegenwartsgefühl aktuell bestimmt. Könnten Sie das noch einmal rekapitulieren für uns?
Daniel Schreiber Ich habe den Eindruck, dass wir in einer Gesellschaft leben, die für sehr viele Menschen nicht mehr funktioniert. Und trotzdem kriegen wir das – zumindest die Privilegierten unter uns, zu denen ich auch mich zum Teil zähle – oft nicht mit. Dieser Zustand erinnert mich an das, was der russisch-amerikanische Anthropologe Alexei Yurchak „Hypernormalisierung“ nennt. Er beschreibt damit die letzten Jahrzehnte in der Sowjetunion, in denen einem Großteil der Menschen klar war, dass es so nicht weitergehen kann – und trotzdem weitergemacht wurde wie bisher, da man sich keine Alternative vorstellen konnte. Es wurde kollektiv verdrängt, um ein Gefühl der Normalität bewahren.
Extremisierung der neoliberalen Politik
tipBerlin Eine Parallele zu unserer Gegenwart.
Daniel Schreiber Seit Jahrzehnten bekommen wir von der Politik die immer gleichen Lösungen präsentiert, Lösungen, die zu den Problemen geführt haben, mit denen wir heute konfrontiert sind: Steuererleichterungen für die oberen zehn Prozent, Abbau von Sozialsystemen und Abbau von Klimamaßnahmen. Parallel dazu geschieht eine bewusste Spaltung der Gesellschaft durch rechtsextreme Kulturkämpfe. Rechtsextreme Politikmachende tun zwar so, als würden sie sich für die wenig oder nicht repräsentierte Bevölkerungsgruppen einsetzen. Aber wofür sie wirklich eintreten, ist eine Extremisierung der neoliberalen Politik, die für viele der Menschen, die sie wählen, eine Katastrophe bedeuten würde. Und dieses seltsame Bündnis zwischen rechtsextremen und neoliberalen Teilen der Gesellschaft empfinde ich als extrem unheilvoll.
tipBerlin Nun würden die meisten Menschen sagen, ganz so schlimm wie in der späten Sowjetunion der 70er- und 80er Jahre ist es bei uns noch lange nicht. Trotzdem beschreiben Sie einen Alltag, der porös geworden ist, in dem viele Dinge nicht mehr so funktionieren wie bisher. Arzttermine, BVG-Verspätungen, Amtswege – man macht im Alltag zermürbende Erfahrungen. Haben Sie Strategien entwickelt, wie man damit umgehen kann?
Daniel Schreiber Porös trifft es sehr gut. Aber ich habe leider wenig Tipps, wie man mit diesem Alltag umgehen kann. Und ich habe auch Glück. Einige Freundinnen und Freunde suchen seit Jahren erfolglos einen Therapieplatz – ich kann meinen aus eigener Tasche zahlen. Vielleicht ist das das Problem. Die Privilegierten unter uns, die auch politisch die größte Repräsentation erfahren, können sich von vielen dieser Probleme freikaufen. Und indem wir das tun, füttern wir das hypernormale Grundgefühl. Was sich aber politisch hinter diesem Mechanismus verbirgt, ist eine völlige Missachtung arbeitender und hilfsbedürftiger Schichten, die etwa darauf angewiesen sind, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, die sich nicht freikaufen können. Und dass wir das als Gesellschaft so hinnehmen, finde ich schockierend.
tipBerlin Woran machen Sie fest, dass wir das als Gesellschaft hinnehmen?
Daniel Schreiber Wenn wir uns als Gesellschaft lieber darüber ärgern, dass ein paar Bürgergeldempfangende angeblich das System betrügen, als darüber, dass unsere Steuergelder nicht dafür eingesetzt werden, die Infrastruktur instand zu halten, dann ist das eine Art des Hinnehmens. Wenn wir uns lieber darüber ärgern, dass es angeblich eine Genderpflicht gibt, anstatt von der Politik zu verlangen, genügend Betreuungsplätze für Kinder bereitzustellen, dann ist es eine Art des Hinnehmens.
tipBerlin Ihr neues Buch präsentiert sich in der Tradition Ihrer vorherigen: Sie nehmen Ihre Leserinnen und Leser mit in einen sehr persönlichen Raum, in dem Sie Fragen stellen und über mögliche Antworten nachdenken. Diesmal ist das zugrunde liegende Thema die Liebe, in der Sie ein politisches Potenzial sehen. Wie kam es dazu?
Seit der Antike war die Liebe ein gemeinschaftliches Phänomen
Daniel Schreiber
Daniel Schreiber Dieser poröse Alltag, von dem wir gesprochen haben, und die zunehmende Spaltung in der Gesellschaft haben bei mir zu einem Gefühl der Lähmung geführt, der kompletten Ohnmacht. Zusätzlich hat mich die Situation an mein Aufwachsen in den 90er-Jahren in Mecklenburg-Vorpommern erinnert, während der sogenannten Baseballschlägerjahre. Man wusste: Wenn man in die Hände rechtsextremer Schlägertrupps gerät, wird einem nicht geholfen werden. Auch die Polizei stand den Schlägern näher als dir.
Und da wiederholt sich gerade etwas, das nicht aufgearbeitet wurde: Es ist wieder normal geworden, dass Menschen auf der Straße, dass Pride-Paraden und Wahlkampfbüros angegriffen werden. Und ich habe mich gefragt, was man diesem Hass entgegensetzen kann. Immer wieder bin ich da auf den Begriff der Liebe gestoßen. Aus kulturhistorischer Sicht ist es nämlich ein recht junges Phänomen, Liebe ausschließlich als eine romantische Beziehung zu verstehen – seit der Antike wurde sie immer wieder als ein gemeinschaftliches Beziehungsgeschehen verstanden: Am bekanntesten sind die Begriffe der Nächsten- und der Feindesliebe. Ich habe begonnen, Autorinnen und Autoren zu lesen, die sich mit Liebe und Weltliebe in einem politischen Sinn auseinandersetzen: Albert Schweitzer, Erich Fromm, Martin Luther King und Hannah Arendt. Die Aktualität dieser Lektüren war für mich augenöffnend.
tipBerlin Was ist es für Sie, das Sie an der Welt lieben und für das es sich zu kämpfen lohnt? Wie viel ist davon noch übrig?
Daniel Schreiber Mich faszinieren historische Momente, in denen Liebe eine entscheidende Rolle gespielt hat – etwa die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die friedliche Revolution in der DDR oder das Ende der Apartheid in Südafrika. All diese Bewegungen eint der Kampf gegen Ungerechtigkeit, der ohne ein Verständnis von Liebe nicht denkbar gewesen wäre. Und genau davon sind wir als Gesellschaft abgekommen:
Solidarität und Gemeinwohl, Fürsorge für die Benachteiligten unter uns, Verantwortung auch für nachkommende Generationen. In den heutigen politischen Diskursen werden diese Dinge meistens als naiv und bestenfalls als nice to have abgetan. Als Dinge, die nicht den Ausgang von Wahlen entscheiden. Als Dinge, die man vielleicht dann umsetzen kann, wenn es uns wirtschaftlich ganz großartig geht. In Wahrheit aber bilden diese Werte die Grundlage unseres Zusammenlebens.
tipBerlin Das heißt, daraus ziehen Sie Ihre Hoffnung und dadurch können Sie Ihre Liebe zur Welt bewahren?
Daniel Schreiber Auf jeden Fall. Diese Lähmung, von der ich sprach, hat sich bei mir durch das Schreiben gelöst. Und ich habe das Gefühl, meine politische Stimme wiedergefunden zu haben. Ich denke jetzt nicht, dass alles toll wird, aber ich habe verstanden, dass wir alle etwas beitragen können. Und ich weiß, wie wohlfeil sich das anhört. Meine Hoffnung ist, dass sich dieses Gefühl einer informierten Zuversicht auf die Lesenden überträgt und sie dadurch anfangen, ihre eigene Agency wiederzuentdecken. Wir alle können etwa mit mehr Freundlichkeit durchs Leben zu gehen. Wir erwarten immer, dass etwas Großes geschieht, das alles richtet. Aber Problemlösung fängt im Kleinen an. Die Welt ist ein Abbild unserer Beziehungen. Wir alle können gemeinschaftliche Räume bauen, in denen wir Trost finden und eine Form des politischen Widerstands entwickeln können. Als Zivilgesellschaft haben wir insgesamt eine gigantische Kraft – sei es in Form von Demonstrationen oder zivilem Ungehorsam –, nur ist uns irgendwie der Glaube daran abhandengekommen.
tipBerlin In diesem Herbst erscheint auch ein Buch, das wie der böse Zwilling Ihres eigenen wirkt: „Zerstörungswut“ von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey. Ein Versuch, dem Hass auf den Grund zu gehen. Gab es in Ihrem eigenen Leben einen Moment, in dem Sie bei sich Begabungen bemerkt haben, die Ihnen geholfen haben, besser, also nicht zerstörerisch, mit sich selbst und dem Leben zurechtzukommen? Immerhin ist es das, was Sie in Ihren Büchern tun – und wozu Sie auch Ihre Leser anleiten.
Daniel Schreiber will mit seinen Büchern einen Erfahrungsraum öffnen
Daniel Schreiber Ich finde gar nicht, dass ich so gut zurechtkomme. Und ich will den Menschen mit meinen Büchern auch gar nicht erklären, wie man etwas tun soll oder kann. Vielmehr sollen die Bücher einen Erfahrungsraum öffnen. Es geht darum, sich bestimmte Fragen zu stellen, die man sich nicht stellen möchte und die wir uns auch als Gesellschaft nicht stellen. Das ist für mich das Projekt der Bücher. Das sind nie Zehn-Punkte-Pläne dafür, die alles richten. Einem Buch, das Zehn-Punkte-Pläne aufstellt, würde ich grundsätzlich misstrauen. Es gibt im Leben keine Zehn-Punkte-Pläne. Es gibt Probleme, denen man sich stellen muss. Und je aktiver man das tut, desto bessere Chancen hat man, gut durch schwierige Zeiten zu kommen.
tipBerlin Sie sprechen in Ihrem Buch von den Allianzen der Liebe, zu denen wir uns zusammenschließen sollen. In dem Zuge erwähnen Sie unter anderem auch, zu lesen und Kulturangebote wahrzunehmen. Sind das nicht vor allem Angebote für Menschen, denen es ohnehin okay geht?
Daniel Schreiber Die Allianz, von der ich spreche, ist eine parteiübergreifende politische Allianz, die sich trotz aller innerer Differenzen für die politische Repräsentation von größeren Bevölkerungsgruppen einsetzt, und dafür, dass unsere liberale Demokratie erhalten bleibt. Das, was wir gerade erleben, ist ein nachhaltiger Abbau demokratischer Strukturen. Unser politischer Diskurs hat die Tendenz entwickelt, aus politischen Gegnerinnen und Gegnern Feinde zu machen. Die Art und Weise, in der auf der politischen Bühne heute miteinander umgegangen wird, ist für mich zutiefst verstörend.
tipBerlin Wie kommen wir aus den Einzelschützengräben auf den digitalen Plattformen und aus dem Jeder gegen Jeden in vielen Bereichen wieder heraus?
Daniel Schreiber Wir bewegen uns gerade in Richtung einer postliterarischen Gesellschaft, und das hat extreme Auswirkungen auf unsere Politik und darauf, wie wir Zusammenhänge verstehen. Ich finde es schlimm, dass sich Kultur oft bestimmten sozialen Schichten versperrt, wirtschaftlich und ideell. Aber das Lesen von Büchern zum Beispiel ist nicht schichtbezogen. Bibliotheken sind so beliebt wie schon lange nicht mehr. Auch ich bin in einem Arbeitenden-Haushalt aufgewachsen, und meine Eltern haben immer viel gelesen. Ich weiß, dass ich kein Buch schreiben kann, das 80 Millionen Leute dieses Landes erreicht. Trotzdem versuche ich, so zu schreiben, dass es so viele Menschen wie möglich erreicht. Denn letztlich müssen wir uns alle die gleichen Fragen stellen.
tipBerlin Diese Räume, die Sie erwähnt haben, in denen wir Agency wiederentdecken, in denen wir uns uns kulturell und politisch begegnen können, fallen enormen Kürzungen in Kultur- und Sozialbudgets zum Opfer.
Daniel Schreiber Ja, und das ist deshalb so schockierend, weil es genau an dem Punkt ansetzt, der für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und unser Zusammenleben wichtig ist, der auch für Demokratisierung sorgt. An dem Punkt, der mit anderen Worten überlebenswichtig für uns ist. Hier wird unter vermeintlich wirtschaftlichen Prämissen etwas entschieden, das zum Problem beiträgt. Auch diese Kampagne gegen die NGOs, die von Rechtsextremen und selbst von einigen radikalisierten Konservativen unterstützt wird, hat mich schockiert. Zu glauben, dass wir keine demokratische Grundsatzarbeit mehr machen müssen, ist so illusorisch und so gefährlich.
tipBerlin Das Internet, die sozialen Netzwerke spielen offensichtlich eine große Rolle in dieser Veränderung unseres Zusammenseins als Gesellschaft. Sie nutzen selbst Instagram. Wie beurteilen Sie diese Plattform, als Sender, aber auch als Empfänger? Sehen Sie darin auch ein produktives Potenzial, das wir uns zu Nutze machen könnten?
Social Media ist designt wie Fast Food
Daniel Schreiber
Daniel Schreiber Also, einerseits ist es für Schreibende wie mich notwendig geworden, eine Social-Media-Präsenz zu haben. Trotzdem hege ich dabei sehr ambivalente Gefühle. Zum einen schätze ich den Kontakt zu Menschen und Gemeinschaften, der sich sonst nicht ergeben würde. Auf der anderen Seite sind die sozialen Medien derzeit so konstruiert, dass aus ihnen antidemokratische Maschinen geworden sind. Man muss sich wirklich verdeutlichen, dass die Besitzer dieser Medien rechtsextreme Politikmachende unterstützen und überhaupt kein Interesse daran haben, die Demokratie am Leben zu erhalten. Viele dieser Unternehmen benehmen sich wie frühere Kolonialherren. Ich habe neulich einen sehr guten Vergleich von Jon Stewart gehört, dem amerikanischen Komiker: Er hat die sozialen Netzwerke mit Fastfood verglichen. So wie Fast Food kein richtiges Essen ist, ist Social Media keine reale Kommunikation. Es ist ein hochdesigntes, abhängig machendes Produkt. Es löst immer extremere Gefühle in uns aus, die dazu führen, dass wir uns radikalisieren. Dessen muss man sich immer bewusst sein. Zum Glück zeigt mir mein Algorithmus gerade nur französische Kochrezepte an.
Seinen Weihnachtsbaum nimmt Daniel Schreiber sehr ernst
tipBerlin Apropos Kochen: Weihnachten naht. So wie sich Ihr Buch mit Liebe beschäftigt, steuern wir auf das Fest der Liebe zu. Gibt es Rituale, die Sie zum Jahreswechsel pflegen, die Sie diese Zeit vielleicht bewusster erleben lassen?

Daniel Schreiber Zum einen schmücke ich jedes Jahr einen Weihnachtsbaum. Das nehme ich sehr ernst. Ich kaufe ihn am Columbiabad und schleppe ihn dann durch die Hasenheide über den Hermannplatz zu mir in den fünften Stock. Danach tun mir drei Tage lang die Arme weh. Es dauert dann auch mindestens zwei Tage und erfordert die Hilfe eines sehr treuen Freundes, ihn zu schmücken. Der ist mittlerweile selbst Profi, weiß genau, wo was hingehört.
tipBerlin Baumschmücken ist ja auch etwas, das man mit Gemeinsamkeit verbindet.
Daniel Schreiber Genau, wenn auch in meinem Fall nur mit Tobi zusammen. Heiligabend verbringe ich mit derselben engen Freundin und ihrer Familie, einen der Weihnachtstage mit meiner Mutter und meinen Geschwistern. Schließlich habe ich noch einen großen Bambus auf meiner Terrasse, in den ich jedes Jahr eine Lichterkette hänge. Ich schätze diese Zeit tatsächlich immer sehr, sie ist für mich eine Unterbrechung des Berliner Sechs-Monats-Graus, eine Atempause. Und natürlich hat all das auch mit Liebe zu tun. Ich kann nur jedem empfehlen, die Zeit bewusst zu nutzen, um seine Beziehungen zu pflegen, sie auch als Chance zu sehen, mit einer Offenheit in familiäre Dynamiken reinzugehen, die oft von politischer Meinungsverschiedenheit und Auseinandersetzungen geprägt sind. Die Gemeinsamkeiten trotz aller teils beträchtlichen Unterschiede zu suchen und auf ihre Kraft setzen. Das wäre eigentlich mein Vorschlag für die Adventszeit.
tipBerlin Eine Weihnachtsallianz.
Daniel Schreiber Genau.
Daniel Schreiber holt seinen Baum am Columbiabad, aber ihr könnt auch nach Brandenburg fahren, um Weihnachtsbäume selber zu schlagen. Kulturhauptstadt Berlin erleben mit den Kulturtipps: Museen, Ausstellungen und Theater. Wer mitdiskutieren will, schaut sich hier um: Führungen, Lesungen, Debatten in Berlin. Was Berlin täglich zu bieten hat, erzählen euch unsere Tagestipps, in allen Rubriken und Kategorien. Immer gut mit Tipps versorgt: Den tipBerlin Newsletter könnt ihr hier abonnieren.

