20. Geburtstag

Das Tacheles wird 20

Das Tacheles im Jahr 2010. Foto: imago images / Wolf P. Prange

Das Kunsthaus Tacheles in Berlin entstand 1990 im Aufbruchsgeist nach dem Mauerfall, einer wahrhaften Blütezeit für Clubs, Theater und andere Kulturorte. Die beeindruckende Ruine auf der Oranienburger Straße mit ihrem kaputten Charme entwickelte sich zum Sammelbecken für Künstler und Musiker aus aller Welt und zum Ausgehzentrum für Theaterfreunde, Filmliebhaber und Konzertgänger. Doch die Freiräume nach der Wende wurden über die Jahre immer kleiner. Auch das Tacheles wurde Opfer der Kommerzialisierung, denn das Gelände ist durch seine günstige Lage in Mitte bei Investoren begehrt.Dreimal sollte das Objekt bereits geräumt werden, doch Künstler, Anwohner und Sympathisanten konnten bisher die Pläne des Gläubigers, der maroden HSH Nordbank, durchkreuzen. Der vierte Anlauf aber könnte tödlich sein, denn ein Gerichtsbeschluss liegt vor, den die Bank zweifelsohne durchsetzen will. Zusätzlich verlangt sie rückwirkend eine ortsübliche Miete von über 100.000 Euro, die den Trägerverein in den Bankrott treibt.

„Die kreative Mitte Berlins wird zerstört, wenn das Tacheles geräumt wird, sagt Martin Reiter, Vorstand des Tacheles e.V. Weil dieser Zusammenhang ja nicht nur das Gebäude hier ist mit den Künstlern, die hier arbeiten, machen und tun. Sondern es ist ja mehr noch die Strahlkraft des Hauses, die inhaltliche Dimension des Tacheles an und für sich über die letzten 20 Jahre.“

Am 13. Februar steht erst einmal der 20. Geburtstag des Tacheles bevor. Der wird mit Koznzert, Party und mit einer Werkschau gefeiert. Wie es dann weiter geht weiß niemand. Der Vorstand des Tacheles e.V. setzt noch einmal Hoffnung in die Politik. Sogar in Hamburg bei der HSH Nordbank sind einige Künstler schon gewesen mit über 70.000 Unterschriften von Unterstützern.

ältere Artikel zum Tacheles:

RÄUMUNG DES BIOTOPS AM TACHELES (17.8.2009)

TACHELES IGNORIERT RÄUMUNG (09.02.2009)

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