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Das tragen Berliner zum Thema Nachhaltigkeit bei

Deutschlands Hauptstadt Berlin gilt als Mittelpunkt der besonderen Lebensstile. Die Basis für fundiertes Umdenken findet häufig hier zuerst statt. Gerade das Bewusstsein rund um das Thema Nachhaltigkeit scheint hier immer präsenter zu werden. Aber was genau tragen die Berliner zu einer nachhaltigen Lebensweise bei? Was unterscheidet sie von anderen Menschen?

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Ein genauer Blick auf dieses spannende Thema zeigt, dass sich hier durchaus unterschiedliche Aspekte beleuchten lassen.

So setzen zum Beispiel mehrere Berliner Unternehmen ihren Fokus gezielt auf nachhaltige Arbeitsprozesse. Aber auch die Stadt selbst engagiert sich durch spezifische Förderungen, um beispielsweise Umweltschutzmaßnahmen zu unterstützen.

Aus den unterschiedlichen Vorgehensweisen ergibt sich ein buntes Portfolio an Phänomenen, welche – zumindest in diesem Ausmaß – nur in Berlin zum Tragen kommen.

Mehr als „nur“ ein Hipster Trend?! – das Reparieren alter Gegenstände

Schon Oma wusste: „früher“ wurde mehr repariert und weniger weggeworfen. Immer mehr Berliner entscheiden sich dazu, dieses Phänomen für sich wieder aufzugreifen. Sie werfen viele elektronische Gegenstände nicht mehr weg, sondern reparieren sie oder nutzen ihre einzelnen Teile, um etwas Neues zu erschaffen.

Das Resultat: die Masse an Elektromüll wird kleiner. Wer seine Gerätschaften nicht selbst reparieren kann, kann natürlich auch auf unterschiedliche Dienstleister zurückgreifen. Viele Menschen haben sich dazu entschlossen, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen, indem sie beispielsweise alten Röhrenfernsehern wieder neues Leben einhauchen oder die Einzelteile eines Gefrierschranks an anderer Stelle verwerten.

Berlin zeigt hier einmal mehr, wie viel Spaß es machen kann, gerade in dieser hektischen Zeit wieder ein wenig nostalgisch zu werden.

Sollte jedoch tatsächlich nichts mehr zu retten sein, ist es natürlich wichtig, die verschiedenen Gerätschaften korrekt zu entsorgen. Die zu beachtenden Vorgaben finden sich auf den Seiten des Umweltbundesamtes.

Ökologische Stromversorgung – Berlin als Vorreiter?

Die Bereiche Nachhaltigkeit und Stromversorgung sind für viele Berliner eng miteinander verbunden. Ökostrom ist schon lange mehr als nur ein Trend und auch viele Berliner Unternehmen setzen mittlerweile auf eine entsprechende Versorgung.

So beziehen viele Firmen ihre Energie aus Wasserkraft und entsprechend ökologischem Strom. Die Basis bildet hier ein kombiniertes System, welches mit Hilfe von Windkraft bestimmte Mengen an Wasser in einem Stausee ansammelt. Auf diese Weise lässt sich erneuerbarer Strom herstellen und dem eigentlichen Stromkreislauf zuführen.

Ökostrom sowie Ökogas spielt in Berlin jedoch auch zunehmend für private Haushalte eine wichtige Rolle. Wer sich auf der Suche nach einem passenden Anbieter befindet, sollte in Berlin auf seine Kosten kommen. In finanzieller Hinsicht lohnt es sich, die verschiedenen Unternehmen miteinander zu vergleichen.

Ökologische Unternehmen aus Berlin – einige Branchen denken um

Der Trend zur Nachhaltigkeit ist jedoch nicht nur im Bereich der Energien zu beobachten. Branchenübergreifend werde hier mehr und mehr neue Akzente gesetzt. Viele Beratungsunternehmen befassen sich mit nachhaltigen Lösungskonzepten, welche individuell auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten werden.

Hier spielt häufig nicht nur der Gedanke an umweltfreundliche Produktionen der Gegenwart, sondern auch eine ökologische Zukunft eine wichtige Rolle. Das Ziel: die Verbindung einer modernen Produktion bzw. Serviceleistung mit nachhaltigen Zielen.

Besonders bahnbrechende Errungenschaften werden häufig prämiert und dementsprechend wertgeschätzt. Gerade hier wird klar, dass solche ökologischen Bewegungen und Entwicklungen nicht ausschließlich lokal, sondern vielmehr weltweit Anklang finden. Die entsprechenden Preisgelder können unter anderem auch gerade den Berliner Start Ups dabei helfen, in der jeweiligen Branche Fuß zu fassen und ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

Abseits der Unternehmen: was leistet eigentlich die Stadt Berlin?

Zu den übergreifenden Entwicklungszielen der Stadt Berlin zählt nach wie vor das Thema Nachhaltigkeit. Diesbezüglich wurde ein Nachhaltigkeitsprofil erarbeitet und veröffentlicht. Hier stehen Schwerpunkte rund um verschiedene Bereiche des nachhaltigen Lebens im Mittelpunkt.

Des Weiteren möchte Berlin bis 2050 den Status einer klimaneutralen Stadt erreichen. Viele Berliner stehen hinter diesem ambitionierten Ziel und leisten bereits einen kleinen Beitrag, indem sie beispielsweise regelmäßig auf das Fahrrad zurückgreifen.  

Eine besonders wichtige Rolle spielen im Alltag jedoch auch die Energiegenossenschaften. Die Energiegenossenschaft Berlin-Brandburg oder auch BürgerEnergie Berlin eG setzen beispielsweise auf die Erzeugung von „grünem Strom“. Jener soll allen Mitgliedern dieser Genossenschaften zugutekommen. Hier beteiligen sich die Genossenschaftsmitglieder sowohl an der Produktion des nachhaltigen Stroms als auch an einem regionalen Verbrauch.

Des Weiteren hat Berlin das Programm für Nachhaltige Entwicklung eingeführt. Jenes läuft bereits seit 2015 und wird in diesem Jahr beendet. In diesem Zeitraum stellte die Stadt Fördermittel zur Verfügung, welche für innovative Projekte sowie Initiativen, die für ein klimaneutrales Berlin arbeiten, eingesetzt wurden. Hier findet übrigens eine gemeinsame Finanzierung mit den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung statt.

Ein weiteres Ziel: das Reduzieren der CO2-Emmiossionen. Genau das soll natürlich ebenfalls auf nachhaltiger Basis geschehen und sowohl den gewerblichen als auch den öffentlichen Bereich der Stadt Berlin betreffen. Auch die Infrastruktur soll umweltentlastenden Maßnahmen unterzogen werden, um jenen ökologischen Strukturwandel weiter zu unterstützen.

Übrigens wurden vor diesem Umweltentlastungsprogramm bereits andere Programme umgesetzt, die sich für mehr Nachhaltigkeit ausgesprochen haben. Hier wurden sowohl umweltschonende Maßnahmen als auch hilfreiche, technische Innovationen besonders in Betracht bezogen. Die Herausforderung: der Versuch, moderne Aspekte mit Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.

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Hausbauer und nachhaltige Bauprojekte in Berlin

Verschiedene Unternehmen (und auch Privatleute) setzen beim Hausbau ebenfalls auf nachhaltiges Bauen. Um dieses zu gewährleisten, muss auch die Ausstattung eines Hauses bis zu einem gewissen Grad nachhaltigen Richtlinien entsprechen. Ein toller Nebeneffekt: Unternehmen, die nachhaltig Bauen, werden von Verbrauchern oft als besonders modern wahrgenommen. Eine mögliche Verbesserung des Images sollte hierbei nicht unterschätzt werden.

Wie aber kann nachhaltig gebaut werden? In den meisten Fällen geht es hierbei um den Bereich der Energieeffizienz. Oder anders: wer nachhaltig bauen möchte, sollte bestimmte Energiequellen nutzen. Ein entsprechendes Vorgehen senkt den Verbrauch der Primäranergie, welche für die Heizung, Warmwasser sowie die Beleuchtung zum Einsatz kommt. Alternative Energiequellen beim Hausbau zu benutzen bedeutet also, umweltbewusst und klimaneutral zu bauen. Auf Dauer sparen die Bewohner solcher Häuser zudem Kosten – ein weiterer Pluspunkt!

Staatliche Förderung beim energieeffizienten Hausbau

Die Stadt Berlin hat es mit Hilfe des Förderprogramms „Energieeffizient bauen“ geschafft, die Attraktivität mit Hinblick auf nachhaltiges Bauen zu erhöhen.

Die Förderung entsprechender Projekte durch die KfW spielt hier eine maßgebliche Rolle. So werden sogenannte KfW-Effizienzhäuser bei der Baufinanzierung durch günstigere Zinssätze unterstützt. Das bedeutet, dass in der Regel mit mehr Fördermaßnahmen gerechnet werden kann, wenn der Grad der Energieeffizienz entsprechend beim Hausbau hoch ausfällt.

Fazit

In Berlin wurde auf Basis von moderner Technik und unterschiedlicher Unterstützungsmaßnahmen dafür gesorgt, dass nachhaltiges Leben und Bauen deutlich attraktiver geworden ist.

Die entsprechenden Auswirkungen lassen sich in vielen Bereichen der Gesellschaft ausfindig machen und ergänzen das besondere Flair, das diese Stadt bereits aufgrund ihrer zahlreichen Originale ohnehin schon umgibt, auf beeindruckende Weise. Die Anzahl der Menschen, die sich für nachhaltige Projekte und Initiativen interessieren, steigt dementsprechend weiter an.

Hierbei handelt es sich um viele, wichtige Schritte. Immerhin steht das Ziel, 2050 als komplett klimaneutral eingestuft werden zu können, immer noch.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in Zukunft viele andere Städte Berlin als Vorbild nehmen werden, ist hoch. Dies liegt unter anderem an:

  • dem – seitens Berlin – eingeführten Nachhaltigkeitsprofil, das kostenfrei von allen Interessenten eingesehen werden kann. Hier werden viele Initiativen und Vereinigungen aufgelistet, welche sich für ein nachhaltiges Berlin aussprechen. Das Ergebnis: Transparenz auf hohem Niveau!
  • den Fördermitteln, die zur Verfügung gestellt wurden, um nachhaltige Projekte in Berlin zu unterstützen.
  • zahlreichen Knotenpunkten und Plattformen für nachhaltige Projekte. Hier können sich die Bürger über verschiedene Veranstaltungen sowie Preisauszeichnungen für Initiativen informieren, die sich speziell mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen.
  • einer ökologischen Stromversorgung bzw. einer Versorgung mit Ökogas, wie sie in Berlin von mehreren Unternehmen angeboten wird.
  • Immobilien-Unternehmen, die ebenfalls auf nachhaltige Bauprojekte und Energiequellen in ihren Häusern setzen.
  • attraktiven Fördermitteln für die Baufinanzierung von energieeffizienten Häusern.

Fest steht: Berlin unterstreicht seine Umweltfreundlichkeit auf zahlreichen Ebenen und animiert auch seine Einwohner dazu, bei diesem wichtigen Thema mit der Zeit zu gehen. Ein Mix aus Transparenz, Information und finanziellen Anreizen dürfte auch in Zukunft dafür sorgen, dass das Ziel der klimaneutralen Stadt ein wenig näher rückt.

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