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Das wird teuer: Beleidigungen in der Öffentlichkeit


Beleidigungen sind keine Kavaliers­delikte. Wer einen anderen beleidigt, absichtlich kränkt oder sich verächtlich äußert, begeht sogar eine Straftat (§ 185 StGB), die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann. Dennoch kochen die Emotionen gerade im Straßenverkehr regelmäßig hoch und dabei entgleitet allzuoft auch der Umgangston. Das allerdings kann sehr teuer werden.

Besonders streng werden laut ADAC-Jurist Dr. Markus Schäpe herab­setzende Äußerungen gegenüber Polizisten, Hilfspolizisten und Politessen verfolgt, weil die Beleidigung hier neben der Person auch den Staat trifft, den diese vertreten. Deshalb erstattet der Ordnungshü­ter meist gemeinsam mit seinem Dienstherrn Anzeige. Bei einer Verurteilung kann das teuer werden. Mit 250 Ђ ist man schon dabei, wenn einem das Wort „Bekloppter“ herausrutscht. Das Duzen eines Polizisten kostet bereits 600 Ђ, „Bei dir piepts wohl“ schlägt mit 750 Ђ zu Buche. Vierstellig wird es dann bei „Wichtelmann„, der erstaunlicherweise mit dem „Wichser“ auf einer Stufe steht?! Noch heftiger wird es bei „Trottel in Uniform“ = 1500 Ђ, „Du Schlampe“ kostet 1900 Ђ und ganz oben in der Liste steht – völlig unerwartet die „Alte Sau“ mit stattlichen 2500 Ђ. Klingt recht subjektiv die Auswahl und Bemessung – ist aber rechtlich bindend.

Auch für Gesten sind die Bußgelder klar gestaffelt. Zungeherausstrecken kann schon 150 bis 300 Ђ kosten. Einen Vogel zeigen kommt auf 750 Ђ und richtig teuer kann das Stinkefinger-Zeigen werden: 600 bis 4000 Ђ ist hier die Spanne, abhängig vom Monatseinkommen und der konkreten Beleidigungssituation. Bei einer Verurteilung kommt neben dem Eintrag ins Bundeszentralregister auch noch eine Verurteilung im Verkehrszentralregister dazu, das heißt Punkte in Flensburg sind fällig.
Übersicht der Geldstrafen HIER

Was bei bisher nicht gelisteten Schimpfwörtern an Strafen droht, wissen wir leider auch nicht. Aber das Ausprobieren von vergleichsweise „netten“ Beschimpfungen wie „Hopskäse“ oder „Weihnachtsmann“ wird sicher nicht mit Milde betrachtet. Also besser Zunge im Zaum halten.

Fotos: Rolf van Melis, El Ninjo/Pixelio

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