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Berlin verstehen

Trabi, Stasi und Soljanka: 12 mal die DDR in Berlin erleben

Die DDR in Berlin: Der Arbeiter- und Bauernstaat existiert eigentlich seit dem 3. Oktober 1990, dem Tag der deutschen Einheit, nicht mehr. Doch auch Jahrzehnte später lassen sich noch Spuren der DDR im wiedervereinigten Berlin finden. Wir haben 12 Tipps für euch, wo man dem Osten mitten in der Stadt nachspüren kann.

Geschichte zum Anfassen bietet das Berliner DDR-Museum

DDR in Berlin: Der Eingang in eine andere Welt. Das DDR Museum zeigt den Alltag hinter der Mauer. Foto: DDR Museum, Berlin 2017
Der Eingang in eine andere Welt. Das DDR Museum zeigt den Alltag hinter der Mauer. Foto: DDR Museum, Berlin 2017

Alltags- und Gebrauchsgegenstände aus der DDR sowie einen Trabi, ein DDR-typisches Wohnzimmer mit DDR-Fernsehen im alten Fernsehapparat und anderes mehr zeigt das Museum – nicht nur in Vitrinen, sondern zum Entdecken und Erleben. Informationen zur Geschichte kommen dabei auch nicht zu kurz.


Einblicke in die düstere Arbeite des Ministeriums für Staatssicherheit gibt es im Stasimuseum

DDR in Berlin: Bürozimmer in der Stasi-Zentrale in Lichtenberg. Foto: Imago/Schöning
Bürozimmer in der Stasi-Zentrale in Lichtenberg. Foto: Imago/Schöning

Das Haus 1 der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit ist nunmehr Museum: Mehrere Ausstellungen zur Arbeit der Staatssicherheit geben Aufschluss über die ausgefeilten Observationstechniken der Stasi und über die Arbeit der Opposition in der ehemaligen DDR. Zudem ist die original erhaltene Ministeretage zu besichtigen. Neben Führungen durch die vier Etagen werden Vorträge angeboten und Seminare veranstaltet, die die Geschichte der zweiten deutschen Diktatur aufarbeiten.

  • Stasimuseum Normannenstraße 20, Lichtenberg, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa+So, Feiert. 11-18 Uhr, www.stasimuseum.de

Bei der Trabi Safari fährt man mit dem berühmten DDR-Zweitakter durch Berlin

DDR in Berlin: Trabi-Safari, Niederkirchnerstrasse, Mitte. Foto: Imago/Schöning
Trabi-Safari, Niederkirchnerstrasse, Mitte. Foto: Imago/Schöning

„Brumm, brumm, brumm“, knattert es in der Stadt, wenn die zumeist bunt gecheckten, dafür immerhin historischen Fahrzeuge in Kolonnen Berlins Sehenswürdigkeiten abklappern. Weil sich viele der Touristen mit dem Lenkrad-Schalthebel schwer tun, reißt häufig der Zusammenhalt. Der an der Spitze vorweg fahrende Guide hat jedoch alles im Blick und nutzt die Wartemomente, um per Walkie-Talkie Touristisches zu erläutern.


Die Geschichte von Flucht, Mauer und Teilung wird in der Gedenkstätte Berliner Mauer erklärt

 Mauer, Wachturm und Grenzstreifen an der Gedenkstätte Berliner Mauer. Foto: Imago/Shotshop
Mauer, Wachturm und Grenzstreifen an der Gedenkstätte Berliner Mauer. Foto: Imago/Shotshop

Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße avancierte zum zentralen Erinnerungsort der Deutschen Teilung. Das Ensemble umfasst ein Besucherzentrum, Reste der Berliner Mauer, die Kapelle der Versöhnung sowie ein Dokumentationszentrum samt Aussichtsturm, das seit dem Jubiläumstag der Wiedervereinigung mit einer neuen Dauerausstellung aufwartet.

  • Gedenkstätte Berliner Mauer Bernauer Straße 111, Mitte, Ausstellung im Gedenkstättenareal tgl. 8-22 Uhr, Aussichtsturm Mo 10-16 Uhr, Di-So 10-18 Uhr, Besucherzentrum Di-So 10-18 Uhr, www.berliner-mauer-gedenkstaette.de 

Mehr Mauer als an der East Side Gallery gibt es nicht

Beliebt bei Touristen, die East Side Gallery. Foto: Imago/Winfried Rothermel
Beliebt bei Touristen: die East Side Gallery. Foto: Imago/Winfried Rothermel

Das längste erhaltene Stück der Berliner Mauer, allerdings der Hinterlandmauer, wurde erst nach der Wende bemalt, 118 Künstler aus aller Welt verzierten das graue Mauersegment mit bunten Bildern, von denen viele um die Welt gingen. So wie der berühmte „Bruderkuss“ oder der Trabi, der durch die Mauer bricht, die wohl schon millionenmal fotografiert wurden. Wir zeigen euch die Berliner Mauer in Bildern: So sah’s damals aus – und so jetzt.


Futtern wie bei Muttern in der Volkskammer, dem DDR-Restaurant

DDR in Berlin: DDR-Nostalgie: Die Gaststätte Volkskammer in Friedrichshain. Foto: Imago/Winfried Rothermel
DDR-Nostalgie: Die Gaststätte Volkskammer in Friedrichshain. Foto: Imago/Winfried Rothermel

Die DDR war nicht nur Stasi und Trabi, sondern auch Soljanka. Die Küche in Ostdeutschland hatte ihre Spezialitäten hervorgebracht, die von den Bedingungen des real existierenden Sozialismus bestimmt waren. Kulinarisch vielleicht kein Höhepunkt, aber doch ein exotisches kulinarisches Erlebnis. Das Restaurant Volkskammer in Friedrichshain bietet originale DDR-Küche der 1970er- und 1980er-Jahre. Auf den Teller kommt Würzfleisch, Kessel-Goulasch, Goldbroiler und Jägerschnitzel. Letzteres ist panierte Jagdwurst, dazu gibt es Nudeln. Lecker!

  • Volkskammer – Das DDR-Restaurant Straße der Pariser Kommune 18a, Friedrichshain, Tel. 20 68 75 49, Di-Sa 11-23 Uhr (Küche bis 22 Uhr), So 11-17 Uhr, www.volkskammer.de

Der DDR-Wirklichkeit näher kommen im Museum in der Kulturbrauerei

Alltag in der DDR, die Dauerausstellung im Museum in der Kulturbrauerei. Foto: Imago/Uwe Steinert
„Alltag in der DDR“, die Dauerausstellung im Museum in der Kulturbrauerei. Foto: Imago/Uwe Steinert

In der Kulturbrauerei kann man neben Partys, Konzerten und Filmen auch in den „Alltag in der DDR“, eintauchen. So heißt die Dauerausstellung im Museum in der Kulturbrauerei. Mit mehr als 800 Originalexponaten, Texttafeln und zahlreichen Dokumenten sowie umfangreichem Video- und Tonmaterial werden die wesentlichen Aspekte des Lebens im SED-Staat erläutert. Im Fokus stehen Themenbereiche wie die DDR-Wirtschaft, das Arbeiten im Kollektiv und die ideologischen Verheißungen des Sozialismus auf ein besseres Leben.

  • Museum in der Kulturbrauerei Knaackstraße 97, Prenzlauer Berg, Di-Fr 9-18 Uhr, Sa+So 10-18 Uhr, Eintritt frei

So wohnte man in der DDR: Hellersdorfer Musterwohnung

DDR in Berlin: Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land unterhält in Hellersdorf eine Musterwohnung der Bauart WBS 70. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land unterhält in Hellersdorf eine Musterwohnung der Bauart WBS 70. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Hellersdorf gehört zu den großen Wohnungsbauprojekten in Ost-Berlin, die im Zentrum der SED-Wohnungspolitik standen. Die Großsiedlung wurde in den 1980er-Jahren in Plattenbauweise errichtet und steht heute beispielhaft für die „Ost-Platte“. Besonders interessant ist die WBS-70-Musterwohnung, eine komplett eingerichtete Wohnung, die ziemlich gut zeigt, wie man in der DDR in den damaligen Neubauten wohnte.

  • Hellersdorfer Musterwohnung Hellersdorfer Straße 179, Hellersdorf, Tel. 0151/16 11 44 40 nach Vereinbarung

Erinnerungen an dramatische Abschiede im Tränenpalast

Tränenpalast ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die ehemalige Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße. Foto: Imago/Hohlfeld
Tränenpalast ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die ehemalige Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße. Foto: Imago/Hohlfeld

Der Tränenpalast ist ein Pavillon unweit der Friedrichstraße, der bis zur Wende als Ausreisehalle am Bahnhof Friedrichstraße fungierte. Weil sich hier die Ost- und Westverwandtschaft, aber auch Freunde und Liebespaare voneinander verabschiedeten und dabei viele Tränen flossen, kam das markante Gebäude zu seinem Namen.

  • Tränenpalast Reichstagsufer 17, Mitte, Tel. 030/467 77 79 11, Di-Fr 9-19 Uhr, Sa+So, Feiert. 10-18 Uhr

Die Easy Rider des Ostens im Berliner DDR-Motorrad-Museum

DDR in Berlin: Ne Schwalbe vor dem Berliner DDR-Motorrad-Museum. Foto: Imago/Schöning
Ne Schwalbe vor dem Berliner DDR-Motorrad-Museum. Foto: Imago/Schöning

Zweiräder aus 40 Jahren DDR-Produktion. Die 140 Maschinen der Hersteller  DKW/ IFA/ MZ, Simson-Suhl, IWL und EMW gibt es thematisch sortiert gemäß ihrer Nutzung als Gelände-, Behörden oder Freizeitfahrzeug zu bestaunen. Plakate und Schaubilder aus der Zeit der Herstellung ergänzen die Ausstellung, ebenso wie die kleine Kino-Ecke mit ihren historischen Aufnahmen.


Der dunklen Geschichte des Stasi-Gefängnisses in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen nachspüren

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und Wachturm. Foto: Imago/Christian Spicker
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und Wachturm. Foto: Imago/Christian Spicker

40 Jahre blieb das Areal ein weißer Fleck auf den Stadtplänen Ostberlins. Unter strengster Geheimhaltung internierte erst der sowjetische Geheimdienst NKDW Verdächtige, ab 1950 nutzte die Staatssicherheit das Gefängnis, um politische Querdenker und Abweichler einzusperren. Die Gedenkstätte erinnert an die Gefangenen, die unter unwürdigen Haftbedingungen litten mit regelmäßigen Führungen und Veranstaltungen, beispielsweise anlässlich des Mauerbaus.

  • Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Genslerstraße 66, Lichtenberg, Tel. 030/98 60 82 30, tgl. 9-18 Uhr, www.stiftung-hsh.de

Im Ostel schläft man wie in der der DDR

DDR in Berlin: Das Ostel in Friedrichshain. Foto: Imago/Schöning
Das Ostel in Friedrichshain. Foto: Imago/Schöning

Wer mal für eine oder zwei Nächte so wohnen will, wie man in der DDR gewohnt hat, sollte im Berliner Ostel einchecken. Das Hostel in Friedrichshain setzt auf Ost-Charme und Originalinterieur Made in GDR.

  • Ostel Wriezener Karree 5, am Ostbahnhof, Friedrichshain, Tel. 030/25 76 86 60, www.ostel.eu

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