Stadtleben

Der neue Park am Gleisdreieck

Kreuzberger-Wiese… und der „Gleiswildnis“, in der noch ein kleiner Rest der ursprünglichen Vegetation erhalten ist. Schade nur, dass im neuen Park am Gleisdreieck die übrig gebliebenen Bahnrelikte wie in einem Museum wirken und die Pflanzen durch einen schützenden Zaun von einem Park abgetrennt wurden, in dem das restliche Ambiente so glattgebügelt wirkt, wie inzwischen leider an so vielen Orten Berlins. Jahrelang war das Areal des ehemaligen Anhalter- und Potsdamer Bahnhofs als Abstell- oder Schrottplatz genutzt worden: Flora und Fauna nahmen die stillgelegten Gleise in Besitz und inmitten dieser Resteromantik genossen Großstadtentdecker das urbane Feeling beim Spaziergang durch diese Oase zwischen den glatten Hochhäusern des Potsdamer Platzes und den Yorckbrücken. Einer der wenigen Orte, an denen es noch keinen Rollrasen gab: Für eine Hauptstadt unhaltbar? Die Bürger mögen den Park nun „in Besitz nehmen“, wünschte Stadtentwicklungs-Senatorin Ingeborg Junge-Reyer bei der Eröffnung. Nur stellt sich dazu die Frage, ob es nötig war, 65 Jahre alte Bäume zu fällen, um für Betonradwege Platz zu schaffen?

Text: Milena Hassenkamp

Foto: Lichtschwärmer/Christo Libuda

Park am Gleisdreieck (Ost), Eingänge: Tempelhofer Ufer, Möckernstraße, Yorckstraße (alle Kreuzberg), www.gruen-berlin.de/parks-gaerten/park-am-gleisdreieck/

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