Stadtleben

Die 100 peinlichsten Berliner 2011

Um ein wenig neuen Schwung in eine alte Tradition zu bringen, haben wir in der Print-Ausgabe erstmals auf ein fortlaufendes Ranking verzichtet und die Peinlichkeiten des Jahres stattdessen nach Themengebieten sortiert: Politik und Musik, Film und Medien, Gesellschaft und Kultur, Stadtleben und Sport. Für diese kleine Online-Auswahl haben wir uns auf ein paar „Highlights“ der einzelnen Rubrikgen beschränkt. Wir wünschen viel Spaß mit unserer Liste.

Charmebolzen Renate Künast
Renate_K__nastGegen Wowereit kann man verlieren. Aber nicht gegen den blassen Henkel. Schon gar nicht so. Derart krachend wie Renate Künast hat schon lange keiner mehr einen Vorsprung vergeigt. Ihren ehemals guten Ruf als Verbraucherschutzministerin gleich mit. Ja sicher, grünes Berlin-Rekordergebnis. Aber trotzdem: Dritter. Gefühlte Klatsche. Künast wollte doch die kumpelhafte Landesmutter geben. Sah aber aus wie die missgünstige Stiefschwester. Drückte wahlkämpfend Rentner so hölzern an sich, als hätten sie die Schweinegrippe. „Da müssen wir ran.“ Schon klar, das war halt so ein Slogan. Die Frage war nur: Wie genau? Keine Ahnung. Nirgends. Spätestens beim Fernsehduell war auch dem Letzten klar: Wowereit kann Bürgermeister, Künast kann nur verlieren. Allererstes Thema: Alternativen zur A 100. Künast: Es gäbe da einige Straßen, das hätten ihr mal Leute von der TU erklärt, „ich weiß gar nicht alle Namen auswendig“. Herrje. War doch klar, dass die Frage kommt. Künast hatte ja gerade zugelassen, dass ihre Grünen die A 100 zum Koalitions-Stoppschild aufrüsteten. Die paar Straßennamen musste sie da einfach draufhaben. Nein, nichts. Zum Verzweifeln, das. Künast wusste schon, warum sie nur bei einem Sieg in die Berliner Landespolitik wechseln wollte. Glaubte wohl selbst nicht an das Grüne Rathaus. Leimte sich sicherheitshalber an ihrem Bundestagsfraktionsposten fest. Wowereit, sagte sie mal, sei ja ein charmanter Mann. „Bei mir muss man zweimal hinschauen, bis man es sieht.“ Was für ein Satz. Da muss sie auch noch mal ran, eigentlich

Fashion Victim Gerwald Claus-Brunner
brunner_gerwaldDer Pirat zeigt, wie man heutzutage als Politiker einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Hauptsache, eine Latzhose in BSR-Orange als Wiedererkennungsmerkmal! Und wenn man im Parlament für das Tragen eines Palästi-nensertuchs kritisiert wird, dann trägt man einfach das nächste Mal einen Davidstern am Kettchen dazu. (Foto: Lisavan)

 

 

Oma Gaga Nena
nenaIn Würde altern war gestern. Die Rock-Oma und Jurorin der allerletzten Castingshow „Voice of Germany“ wirkt bei ihren TV-Auftritten durchgedreht wie ein Flat­rate-Sauf-Teenie, der das Näschen zu tief in die Speedtüte gehalten hat. Ihre eigene Tour dagegen hat sie erst mal verschoben, weil ihr angeblich die Kraft fehlt. Da ahnt man schon, dass jeder ihrer TV-Gaga-Auftritte eine erhebliche Rekonvaleszenzzeit erfordert. (Foto: Chang Lin)

 

 

Digerati Timothy Grossman
Timothy_GrossmannMit schnoddrigen Worten begegnete Timothy Grossman, Chef des kommunal geförderten Babylon-Mitte-Kinos, den enttäuschten Besuchern seiner Hitchcock-Reihe, die beklagten, dass die Klassiker in seinem Kino nur digital gebeamt wurden, zumeist von DVD, seltener von BluRay, ohne dass dieser Umstand zuvor in der Werbung für die Retro erwähnt worden war: „Kino im 21. Jh. ist digital“, konterte er leicht cinephob auf Facebook. „Die Mechanik ist 20. Jh.! Natürlich können Sie weiterhin Vinyl hören.“ (Foto: David von Becker)

 

Duftmonster Nilz Bokelberg
Nilz_bokelbergZuletzt tobte sich der für sein entspanntes Verhältnis zur Hygiene bekannte Bokelberg vor allem in der Furzmulde Web 2.0 aus – in Blogs und bei Twitter, wo alle veröffentlichen, die wie er für Texte keine zahlenden Auftraggeber bekommen. Trotzdem durfte Nilz jetzt in einem TV-Spartenkanal Duftmarken setzen – er begeisterte mit einer Filmsendung „mit Herz und Hoden“, wo er samt Co-Moderator den Kids aktuelle Streifen erklärt. Wenigstens nicht die in seiner Hose. Kritiken beginnen mit Sätzen wie „Treffen sich zwei Ehepaare …“ und enden mit „ist ne ziemliche Starbesetzung!“. I like @Nilzenburger! (Foto: Andrи C. Hercher)

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