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Die drei innovativsten Berliner Labels für Produktdesign

llot llov: Die Erfinder. Ihr Name bedeutet „voll toll“. Rückwärts gelesen. Foto: Vera Hofmann

Ein Möhrenschäler ist Schuld daran, dass sich die beiden llot-llov-Macher 2005 in Berlin kennengelernt haben. Der gebürtige Bremer Jacob Brink (35) studierte damals Produktdesign an der Fachhochschule Potsdam, war gerade im Nachtleben unterwegs, um seine Party zu promoten, und landete mit einer Gruppe von Freunden in einem Taxi, wo er auf Ania Bauer (37) traf. Sie war entzückt von seinem Flyermotiv: dem Möhrenschäler. „Als höchstgradig möhrenabhängige Person ist das eines meiner Lieblingsprodukte“, sagt sie.

Die zwei kamen ins Gespräch und beschlossen, sich irgendwann mal zusammenzutun. Denn auch Ania Bauer war angehende Produktdesignerin. Die gebürtige Rheinländerin studierte an der UdK. 2006 zog Brink ins Studio seiner neuen Bekannten. Dort geisterte bereits ihr späterer Markenname herum. „Die gegenseitigen Arbeiten wurden damals stets mit „voll toll“ kommentiert“, erzählt Bauer, was rückwärts gelesen „llot llov“ heißt.

2008 war es so weit. Sie präsentierten ihr erstes gemeinsames Produkt: die Stricklampe „Matt“. Das Berliner Designernetzwerk Create Berlin organisierte damals einen Salon während der Mailänder Möbelmesse, wo mehrere Berliner ausstellten. Mit dabei auch Brink und Bauer mit „Matt“. „Ein Fashionlabel bestellte gleich 100 Stück“, erzählt Brinck. Die Initialzündung für ihre Firma. Bis heute vermarkten und vertreiben sie all ihre Produkte selbst.

Gebrauchsgegenstände neu zu erfinden, ist die Spezialität von llot llov. Dabei heraus kommen Stücke, die irgendwo zwischen Möbel und Objekt angesiedelt sind. Etwa die raumfüllende Blumenampel „Lucille“, der Tisch „James“, der wie ein Stativ funktioniert, oder der Stuhl „Todd“, eine Art Wäschekorb zum Draufsitzen.

Ihre Entwürfe sind leicht, charmant, ein bisschen versponnen und sprechen vor allem Kreative an, die keine Lust auf 08/15 haben. Was nicht heißen soll, dass sie nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache sind. Ihr Markenauftritt ist sehr professionell, genauso wie ihr gut sortierter Onlineshop und ihr Geschäft BAERCK in der Mulackstraße. Und am 14. April eröffnen sie im Bikini Berlin dazu einen Shop-in-Shop mit ausgewählten Objekten und einer 20 Meter langen Installation im dortigen Supermarket-Store.

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