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Die drei innovativsten Berliner Labels für Produktdesign

Osko+Deichmann: ?Die Forscher. Ihr erstes Produkt war eine Sushirollmaschine, heute entwickeln sie Möbel für Ligne Roset. Foto: Erik Karlsson 

Eine Kaffeetasse braucht man zum Kaffeetrinken. Logisch. Aber warum trinkt man ihn überhaupt aus einer Tasse? Mit solchen Fragestellungen setzten sich Blasius Osko und Oliver Deichmann (beide 38) in ihrem Designstudium auseinander. 1996 lernten sich der gebürtige Pole Osko, der in Freiburg aufgewachsen ist, und der Stuttgarter Deichmann an der HdK in Berlin kennen. Sie stellten fest, dass sie beide einen etwas anderen Blick auf die Dinge haben. Noch während ihres Studiums gründeten sie ihr Institut für angewandte Wunschforschung und entwickelten zum Beispiel Schuhe, unter deren Sohlen eine Springfeder montiert ist, und eine Maschine zum Sushirollen. „Die Schuhe waren eher als Vision gedacht“, erinnert sich Osko.

Umso realer war ihre Sushirollmaschine, die sie 2002 nach ihrem Studium auf der Frankfurter Konsumgütermesse zeigten. In wenigen Tagen hatten sie 600 Stück davon verkauft. Doch irgendwann merkten sie, dass das Entwickeln von neuen Produkten eher ihrer Passion entspricht als das Vertreiben und Vermarkten. Sie entschieden sich für ein Designbüro und beliefern seither große Hersteller mit ihren Ideen.

Heute arbeiten sie mit Möbelfirmen aus Holland, Italien und Schweden zusammen. Einer ihrer besten Kunden ist die französische Edelmarke Ligne Roset. Ein Verkaufsschlager ist der 2005 entwickelte Couchtisch „Ponton“ mit Latten aus Nussbaumholz statt einer glatten Oberfläche. „Damit wollten wir die Romantik eines verborgenen Stegs am See ins Wohnzimmer holen“, erklärt Deichmann. Es funktioniert wirklich: Stellt man eine Vase unter die Tischplatte, sprießen Pflanzen wie Schilf durch die Gitterstruktur.

Osko+Deichmann entdecken leidenschaftlich gern das Besondere im Alltag. Bestes Beispiel ist ihr berühmter „Straw Chair“, den sie vor fünf Jahren zum 90. Bauhaus-Jubiläum entwickelt haben. Vorbild war ein stinknormaler Strohhalm, den jeder schon mal – ob bewusst oder unbewusst – geknickt hat. Das brachte sie auf die Idee, das Edelstahlrohr ihrer Lampen, Stühle und Tische nicht wie üblich zu biegen, sondern zu knicken. Der Knick, finden sie, wurde bislang zu Unrecht in der Geschichte des Möbeldesigns verschmäht. Und so haben ihn die beiden Forscher dann salonfähig gemacht. 

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